Kreis Pinneberg : Die Zahl der Einbrüche steigt

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 149.500 Wohnungseinbrüche gemeldet.
In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 149.500 Wohnungseinbrüche gemeldet.

Voriges Jahr schlugen Täter im Kreis Pinneberg 841 Mal zu. Die Polizei setzt im Winter gezielt Fahndungsgruppen ein.

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04. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Zahl der Wohnungseinbrüche nimmt seit Jahren zu. Im Kreis Pinneberg registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 841 Taten – 32 mehr als 2012 und 62 mehr als 2011. Auch wenn die Zahl der angezeigten Einbrüche landesweit von 7654 (2012) auf 7534 (2013) zurückging, stiegen die versuchten Taten dennoch von 3008 auf 3037 an. Ein Blick auf die bundesweite Statistik ist alarmierend: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 149.500 Wohnungseinbrüche gemeldet. Alle dreieinhalb Minuten ein Bruch. Das ist der höchste Stand seit 15 Jahren.

Aufklären konnte die Polizei mit 23.194 Taten nur 15,7 Prozent der Fälle. Der Gesamtschaden wird für 2013 mit 427,5 Millionen Euro beziffert. In der Städterangliste liegt Bonn auf dem ersten Platz mit 563,8 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner. Es folgen Aachen und Köln. Die sicherste Großstadt in Deutschland ist laut Statistik Augsburg mit lediglich 53,9 Einbrüchen je 100.000 Einwohner.

„Das Thema Einbruchschutz liegt uns am Herzen“, sagte Sandra Mohr, Sprecherin der für den Kreis Pinneberg zuständigen Polizeidirektion Bad Segeberg. Kein Wunder: Bei 42,6 Prozent aller registrierten Straftaten im Kreis Pinneberg handelt es sich um Diebstahldelikte, zu denen Einbrüche in Wohnungen zählen. Die Zahl von Diebstählen aus Wohnungen sind im Kreis Pinneberg ebenfalls angestiegen: Waren es 2012 noch 1103 Fälle, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 1167. Allerdings konnte die Polizei mit 22,5 Prozent eine bessere Aufklärungsquote als 2012 (19,3 Prozent) vermelden.

Insbesondere in der dunklen Jahreszeit ist die Gefahr, die von Diebesbanden ausgeht, hoch. Die Landespolizei reagiert deshalb in diesen Monaten mit Maßnahmen, um Einbrüche zu verhindern und Taten aufzuklären. In speziellen Fahndungsgruppen sind auf den Polizeirevieren ganz gezielt Beamte vorgehalten, die ausschließlich für diese Aufgabe zuständig sind. „Damit versprechen wir uns, frühzeitig Erkenntnisse über die Tatstrukturen und Täter zu erlangen und schnell auf neue Serien reagieren zu können“, erklärte Mohr. Dabei laufe ein ständiger Informationsaustausch unter Ausschöpfung aller technischen Möglichkeiten. Die Polizei sei, so die Sprecherin weiter, allerdings auf die Mithilfe von Bürgern angewiesen. „Verdächtige sollten umgehend gemeldet werden“, betonte Mohr im Gespräch mit dieser Zeitung.

Sechs Tipps gegen Einbrecher

Tipp 1

Schützen Sie Türen und Fenster mit zusätzlichen Sicherungen. Balkontüren und Fenster sollten auch geschlossen werden, wenn man nur kurz das Haus verlässt.

Tipp 2

Lampen mit Zeitschaltuhren täuschen Ihre Anwesenheit vor und schrecken Einbrecher ab.

Tipp 3

Briefkasten während des Urlaubs von Nachbarn leeren lassen.

Tipp 4

Einbruchsschutz bietet soziale Kontrolle in der Nachbarschaft. Melden Sie verdächtige Personen, Fahrzeuge und Beobachtungen der Polizei.

Tipp 5

Wertsachen nicht offen herumliegen lassen. Wichtige Dokumente und Schmuck in einem Bank-Schließfach oder im Tresor aufbewahren.

Tipp 6

Eine Hausratversicherung ist ein Muss. Sie kommt für Schäden nach Einbrüchen auf. Versicherungen vergleichen und bei Abschluss auf Diebstahlsklausel achten.

 

Mit diesem neuen Konzept hat die Polizei in Schleswig-Holstein nach Angaben von Lothar Gahrmann, Sprecher des Landespolizeiamts, 2013 insgesamt 764 Tatverdächtige für Wohnungseinbrüche ermittelt. „Darunter waren im Kreis Pinneberg außer örtlichen Tätern auch eine Reihe von Tatverdächtigen aus dem Hamburger Raum“, sagte Gahrmann. Darüber hinaus sei eine 14-köpfige Einbrecherbande ermittelt worden, die aus Südamerika eingereist war, um im Kreis Pinneberg zuzuschlagen – allerdings laut Gahrmann nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in anderen Bundesländern. Die 2012 eingeführte Strategie der Landespolizei stand zuletzt in der Kritik. Bislang zeigte sie – statistisch gesehen – kaum Wirkung.

Früher häufig, heute eher seltener: Einbrecher markieren mit Geheimzeichen Häuser. Mit diesen Gaunerzinken zeigen sie, ob Gefahren bei einem Einbruch drohen, wie viele Personen vor Ort leben oder welche Erfolgsaussichten bei einem Einbruch bestehen. Die Polizei rät diese Zinken zu fotografieren und zu entfernen. In Jagel bei Schleswig (Schleswig-Holstein) berichtet Bürgermeister Jörg Meier über Geheimzinken in seiner Gemeinde, die mit einer Art Wachsstift aufgetragen wurden. Die Zeichen waren erst sichtbar, wenn sie in der Dunkelheit angeleuchtet wurden.
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