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Der Kreis Pinneberg traut sich : Die Zahl der Eheversprechen steigt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kreis traut sich. Sogar eine Heirat in der Nacht ist möglich. Einzig in Pinneberg selbst gibt es einen Rückgang der Zahlen.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 09:46 Uhr

Kreis Pinneberg | Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Viele Entschlüsse sind getroffen worden. Neben der alltäglichen Kleiderwahl für das Büro, gab es auch einige wichtige Entscheidungen zu treffen: Welches Reiseziel bietet sich für den Sommerurlaub an? Welches Auto soll gekauft oder geleast werden? Soll der Traum vom Eigenheim verwirklicht werden? Aber eine ganz besondere Antwort wurde auch dieses Jahr wieder von vielen Kreis Pinnebergen auf die „Frage der Fragen“ gegeben – die Frage der Heirat.

Die Standesämter des Kreises bilanzieren ein erfolgreiches Jahr 2015 für Eheschließungen. Der kreisweite Ton: steigende Zahlen in den Gemeinden. Einzige Ausnahme: Pinneberg.

Christian Timm, Standesbeamter des Pinneberger Verwaltungsapparats, berichtet von leicht rückläufigen Vermählungen in der Kreisstadt. „Wir betreuen hier in Pinneberg auch hauptsächlich das Geburten-Standesamt. Bei uns sind weniger Eheschließungen“, sagt der Standesbeamte. Er selbst könne sich an keine besondere Trauung erinnern. Dafür sei jede Vermählung auf ihre eigene Art und Weise etwas Einmaliges. Insgesamt beziffere sich die Zahl der geschlossenen Bunde des Lebens auf etwa 120 Paare. Darunter falle auch eine eingetragene Lebenspartnerschaft. „Davon hatten wir im letzten Jahr deutlich mehr. Es waren sechs bis acht“, erinnert sich Timm. Die geringe Anzahl sei nicht verwunderlich, schließlich sei Uetersen auch die Hochzeitsstadt des Kreises, erläutert er.

Und die Zahlen bestätigen seine These: Mit voraussichtlich 568 Eheschließungen und drei eingetragenen Lebenspartnerschaften im Jahr 2015 ist das Standesamt Uetersen gut ausgelastet. „Die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr“, berichtet Anke Schlüter, Uetersens Standesbeamtin. Besonderes Highlight ist immer wieder die Silvester-Trauung: Allein dieses Jahr stünden 18 Trauungen am letzten Tag des Jahres an.

Eine weitere Besonderheit der Hochzeitsstadt ist die „Trauung rund um die Uhr“. Paare hätten die Möglichkeit, sich zu jeder Tages- und Nachtszeit das Ja-Wort zu geben. „Dieser Dienst wurde allerdings nur selten in Anspruch genommen. Dieses Jahr hatten wir einmal eine Trauung um 20 Uhr“, berichtet sie. Auch der 1. Mai sei beliebt gewesen, so Schlüter weiter. „15 Paare haben an dem Tag geheiratet“, fügt sie hinzu.

Eine Eheschließung vor dem Standesamt ist in der Behörde möglich, in der einer der beiden Partner seinen Wohnsitz hat. Hier erfolgt die Prüfung der Voraussetzungen für die Trauung. Werden keine Ehehindernisse festgestellt, dann kann mit den Verlobten ein Termin vereinbart werden.  Generell kann jedoch in jedem deutschen Standesamt die Prozedur vollzogen werden. Dafür muss nur dem Eheschließungsstandesamt das Prüfergebnis des Amtes mitgeteilt werden, wo der Wohnsitz gemeldet ist.

Auch in den anderen Gemeinden des Kreises sind die Zahlen im Vergleich zu den vergangenen Jahren gestiegen. Stefanie Bossen, Sprecherin der Stadt Wedel, rechne zum Ende des Jahres mit etwa 180 Eheschließungen und Lebenspartnerschaften. „Die Wedeler Paare hatten 2015 kein besonders markantes Datum ausgewählt. Jeder Termin war immer sehr individuell“, sagt Bossen

Das Amt Rantzau , das auch standesamtlich Barmstedt und Umgebung mitbetreut, verzeichne bis zum Ende des Jahres 178 Trauungen und Partnerschaften, berichtet Anja Weise, die Standesbeamtin vor Ort. „Dieses Jahr war kein Datum besonders herausragend. Aber wir verzeichnen schon jetzt einen Ansturm auf besondere Daten für 2016“, sagt sie.

Sabine Schröder, Quickborns Trauexpertin, berichtet von einer gleichbleibenden Entwicklung. „Dieses Jahr kommen wir auf 120 Eheschließungen und eine eingetragene Lebenspartnerschaft“, sagt sie. Am beliebtesten seien die Sommermonate Juni, Juli und August gewesen.

Das Eheversprechen außerhalb des Trauzimmers

Die Hochzeit ist der schönste Tag im Leben zweier Verlobter. Für  viele spielt dabei die Wahl des Ortes eine tragende Rolle. Daher bieten die Standesämter des Kreises neben den Trauzimmern eines jeden Rathauses auch noch einige weitere Veranstaltungsstätten an. Sie reichen  vom Schlossgefängniss bis hin zum rollenden Standesamt auf Schienen.

Der historische Uerdinger-Schienenbus als mobiler Traualtar.  (Foto: akn)
Der historische Uerdinger-Schienenbus als mobiler Traualtar. (Foto: akn)
 

Die Hochzeitsstadt Uetersen hat ein umfassendes Repertoire an besonderen Veranstaltungsstätten. Die beliebteste? „Die Hochzeitsinsel im Rosarium“, versichert Anke Schlüter, Standesbeamtin der Rosenstadt.  Dieses Jahr seien auf der Insel 155 Trauungen vollzogen worden, sagt Schlüter. „Letztes Jahr  waren es 136“, vergleicht sie.

 Das Wedeler Standesamt bietet die Trauung direkt an der Elbe an: „Zu ganz bestimmten Daten kann im Schulauer Fährhaus, im Elbe 1 und im Cheval Blanc geheiratet werden“, berichtet Stefanie Bossen, Sprecherin der Stadt Wedel.

Die Hochzeitsinsel im Uetersener Rosarium ist sehr beliebt. (Foto: pt)
Die Hochzeitsinsel im Uetersener Rosarium ist sehr beliebt. (Foto: pt)
 

Anja Weise, Standesbeamtin des Amtes Rantzau, kann zwei Orte anbieten, die „auf der Beliebtheitsscala  herausragend sind“: Das Schlossgefängnis auf der Rantzauer Schlossinsel und das Jagdhaus Waldfrieden seien ihrer Ansicht nach die beliebtesten Orte.

Das Quickborner Standesamt bietet mit dem Uerdinger-Schienenbus die Trauung auf den Gleisen an. „Der AKN-Zug ist besonders beliebt“, berichtet Sabine Schröder vom Quickborner Standesamt.

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