Weggegrätscht - die Kolumne : Arschgeweih war gestern!

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09. Juli 2014, 16:26 Uhr

Arschgeweih war gestern! Und bei Fußballern ohnehin nicht so beliebt, da von Trikot und Hose verdeckt. Angesagter – so zeigt es die WM 2014 – sind bei den Kickern Arm-Tatoos und sogar bunte Bildchen am Hals sowie an den Beinen. Seitdem David Beckham (Foto) – das kickende Bilderbuch von der Insel – zu Beginn des Jahrtausends den Tatoo-Trend in den Fußballsport brachte, scheint es bei seinen jüngeren Kollegen kein Halten mehr zu geben. Während Spieler in  den 1980er- und 90er-Jahren eher selten und wenn, dann  zumeist unbewusst zu einem ewigen Bildchen kamen (meistens nach einer durchzechten Nacht in englischen Pubs), scheint es heute keinen mehr zu geben, der nicht sein halbes Leben bewusst auf der Haut zur Schau trägt. Die Jeromes, Kevin-Princes und Jermaines dieser Welt lassen grüßen... Ohne geht nicht mehr.

Gilt übrigens auch für Autofahrer. Wer das Blechkleid seiner heiligen motorisierten vier Räder dieser Tage nicht mit Riesenflagge auf der Motorhaube, Türfähnchen im halben Dutzend oder aber mindestens Überzieher an beiden Außenspiegel ziert, muss sich  nackig vorkommen.  Schwarz-Rot-Gold sollte er sein der Schmuck. Wer Weltoffenheit signalisiert, platziert noch ein Portugal-Fähnchen – ja, die waren auch mal im Turnier – daneben. Einziger Vorteil des Auto- im Vergleich zum Hautschmuck: er ist leicht zu entfernen, wenn in Brasilien alles vorbei ist; das Tattoo bleibt (fast) ewig.

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