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2,8 Millionen Euro mehr : Die Westumgehung wird zum Finanzfiasko

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jetzt ist klar - die Umgehungsstraße kostet 2,8 Millionen Euro mehr, als geplant.

von
erstellt am 13.Jul.2017 | 15:00 Uhr

Pinneberg | Hamburg hat die Elbphilharmonie, Pinneberg 2018 seine Westumgehung. In der Konzerthalle hört man Musik, auf der Umgehungsstraße werden Autos und Lkw fahren. Und doch haben beide Projekte etwas gemeinsam: Die Westumgehung ist wie die Elphi ein Finanzfiasko.

Nach aktuellen Schätzungen steigen die Kosten für die Trasse, die die Elmshorner Straße entlasten soll, auf 36,4    Millionen Euro. Das berichtete das Ingenieurbüro Inros Lackner im Ausschuss für Stadtentwicklung am Dienstagabend. Das sind 2,8 Millionen Euro mehr als die Prognose im Dezember 2016. Und im Jahr 2011 gingen die Verantwortlichen noch von Kosten in Höhe von 26,1 Millionen Euro aus.

Einen Kommentar zur Kostenexplosion gab es nur von der Fraktion Grüne & Unabhängige, die dem Projekt von Anfang an kritisch gegenüberstand. „Immer wenn Sie in den Ausschuss kommen, sind es eine Million Euro mehr“, sagte Manfred Stache (Grüne und Unabhängige). Er befürchtet weitere Kostensteigerungen. „Was kommt noch auf uns zu?“, wollte er vom Experten des Ingenieurbüros wissen. Eine zufriedenstellende Antwort bekam er darauf nicht.

Die Kostenerhöhung ist im Bereich Erd- und Straßenbau durch einen erforderlichen Bodenaustausch und eine Anpassung der Baustraßenbreiten an der Siemensstraße entstanden, um zwei Beispiele zu nennen.
Der Ingenieur stellte klar: „Es ist Bauen im dichtbesiedelten Gebiet.“ Er sprach von unvorhersehbaren Dingen, die zu Verzögerungen und einer Kostensteigerung geführt hätten. Als Beispiel nannte er lokale Baugrundanomalien, mit denen man aufgrund erkundeter Werte nicht gerechnet habe. Außerdem habe man zusätzliche Entwässerungsleitungen an der Siemensstraße verlegen müssen. Daraus ergaben sich Mehraufwendungen zur Stützwandherstellung.

Auch die Berücksichtigung der Archäologie im Bereich Elmshorner Straße führte das Büro als Grund für die Kostensteigerung an. Mitarbeiter des archäologischen Landesamts hatten 2016 einen fast vollständigen Gebäudegrundriss einer Siedlung aus der Eisenzeit freigelegt. Zwar sind die Kosten gestiegen, aber trotz kleiner Verzögerungen liege das Projekt im Zeitplan, so das Ingenieurbüro. Der Straßen- und Endbau soll wie geplant weitergehen. Im Mai sei ein Träger für das neue Brückenbauwerk über die Pinnau-Niederung – eines von vieren – aufgestellt worden. Die Parkplätze an der Prisdorfer Straße seien fertig gestellt. Es erfolgen Teildammschüttungen nördlich der Pinnau bis zur DB Strecke. „Auf der ganzen Trasse wird gebaut“, sagte der Experte. Die Lärmschutzanlagen sollen bereits im vierten Quartal dieses Jahres stehen. Lediglich die Ausstattung wird sich bis 2019 hinziehen.

Und doch kam bei den Grünen wenig Freude auf. Ein Verkehrsplaner, der eine Untersuchung zur Bismarckstraße/Friedenstraße im Ausschuss präsentierte, äußerte die Ansicht, dass durch die Westumgehung der Verkehr im Osten und Westen der Stadt zunehmen werde. „Da hat man uns damals etwas ganz anderes erzählt“, so Stache erstaunt.

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