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Pinneberg : Die Westumgehung wird teurer als geplant

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Baukosten für Trasse steigen um mehr eine Viertelmillion Euro. Die Straßenbeleuchtungs-Kosten wurden bislang nicht berücksichtigt.

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erstellt am 08.Jan.2016 | 09:44 Uhr

Pinneberg | Mit großem Bahnhof ist am Freitag, 11.  Dezember, der erste Spatenstich für die Westumgehung über die Bühne gegangen. Doch nun, einen Monat später, gibt es Ärger. Denn die Errichtung wird um mehr als eine Viertelmillion Euro teurer als bislang geplant, die Gesamtkosten des Bauprojekts steigen auf knapp 34 Millionen Euro.

Grund für den Anstieg von etwa 280.000 Euro sind bislang nicht berücksichtigte Kosten für die Beleuchtung der ungefähr drei Kilometer langen Trasse zwischen der Autobahn 23 und der Mühlenstraße, mit der sich die Stadt eine deutliche Entlastung des städtischen Straßennetzes verspricht. In der Vorlage zum Haushalt 2016, über die der Finanzausschuss kommenden Donnerstag, 14. Januar, als nächste Instanz entscheiden muss, taucht dieser Posten plötzlich auf – zuvor war das nirgends der Fall gewesen. „Dass nach jahrelanger Planungsphase unter Beteiligung externer Unternehmen nach dem ersten Spatenstich bekannt gegeben wird, man möchte an bestimmten Stellen gern doch noch Straßenlaternen einplanen, haut selbst mich vom Hocker“, heißt es in einem Schreiben von Ratsherr Manfred Stache (Grüne und Unabhängige) an die Stadtverwaltung. Stache glaubt nicht an ein Versehen. „Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.“ Vielmehr vermute er Methode dahinter, eine Verheimlichung von Kosten gegenüber dem Land. „Es besteht die Möglichkeit, dass eine Genehmigung des Baus bei Kenntnis der höheren Kosten nicht erteilt worden wäre“, so Stache. Er hege deshalb den Verdacht, dass man die Straßenbeleuchtung absichtlich nicht angegeben habe, um das Projekt Westumgehung nicht zu gefährden.

 

CDU-Fraktionschef Andreas Meyer indes glaubt das nicht. „Das hat man einfach verpennt“, sagt er. Noch bei einer Projektvorstellung im Dezember sei sogar von einer Einsparung – auf Grund preisgünstiger Brückenkonstruktionen – die Rede gewesen. Diese werde durch die Beleuchtung nun wieder „aufgefressen“. Ob Straßenlampen überhaupt notwendig sind, darüber gehen die Meinungen ohnehin auseinander. Während Herbert Hoffmann (SPD) dies bejaht, ist Meyer – ebenso wie FDP-Fraktionschef Werner Mende – anderer Auffassung. „Bei Umgehungsstraßen ist das anderswo auch nicht oder nur abschnittsweise üblich“, so Meyer.

Stadtsprecher Marc Trampe zufolge hätte sich die rechtzeitige Anmeldung der Beleuchtung nicht negativ auf die Erteilung der Baugenehmigung durch das Land ausgewirkt. Fördermittel seien der Stadt auch nicht entgangen. „Die Maßnahme war von vornherein nicht förderfähig“, so Trampe.

Am kommenden Montag, 11. Januar, genau einen Monat nach dem ersten Spatenstich, sollen laut Trampe nun endlich auch die Bagger rollen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Witterung mitspielt.

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