zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 16:56 Uhr

Die Welt der Magie im Stadtmuseum

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hamburger Zauberer stellt seine Sammlung aus

von
erstellt am 26.Feb.2016 | 16:37 Uhr

Im Jahr 1831 schenkte Goethe seinen Enkeln einen Zauberkasten und schrieb: „ Ich habe nichts darwider, daß die Knaben ihre müßigen Stunden mit solchen Thorheiten ausfüllen. Es ist ein herrliches Mittel zur Übung in freier Rede und Erlangung einiger körperlicher und geistiger Gewandtheit.“

So sieht es auch der Magier Wittus Witt (66): „Zauberei müsste in der Schule unterrichtet werden. Es ist ein Mittel zum Erlernen körperlicher und geistiger Fähigkeiten“, sagt er. Bereits während seines Studiums an der Düsseldorfer Kunstakademie – unter anderem bei Joseph Beuys – begann er, sich autodidaktisch Tricks beizubringen und Zauberkästen sowie Materialien zu sammeln.


Der Künstler tritt selbst auf


Ein Teil seiner Exponate ist vom 4. März bis zum 2. Oktober im Pinneberg Museum, Dingstätte 25, zu sehen: „Zauberwelt der Taschenspieler“ heißt die Ausstellung, die in die Welt der Magie einführen soll. Eröffnung ist am Freitag, 4. März, um 17    Uhr im Beisein von Museumsleiterin Ina Duggen-Below, Bürgermeisterin Urte Steinberg und Witt. Am Sonnabend, 23. April, zaubert Witt im Pinneberg Museum. Beginn ist um 19.30    Uhr. Der Eintritt beträgt 12,50 Euro, ermäßigt 9,50 Euro.

Der Zauberer sammelt seit mehr als 40 Jahren. Seine Sammlung gilt als eine der größten und umfangreichsten der Welt. Sie hat es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

Gestern kam der charismatische Künstler, der in Hamburg wohnt, die Zeitschrift „Magische Welt“ herausbringt und jeden Freitag im Zaubersalon Hamburg auftritt, nach Pinneberg, um für die Ausstellung Werbung zu machen. Witt hat kurze schneeweiße Haare und einen ebenso weißen Bart. Zum schwarzen Outfit trägt er einen weißen Schal. Man kann sich gut vorstellen, wie er sein Publikum in den Bann zieht: „Wir sind wie Theaterschauspieler, die eine Illusion erzeugen“, sagt er und führt durch die Räume. Die Zauberei gehöre genauso zur Kulturgeschichte wie Musik, Theater, Film und Malerei, so die Museumsleiterin.


Historische Plakate und Hefte


Das Kernstück der Ausstellung bildet eine umfangreiche Sammlung von Zauberkästen. Seinen ersten hat Witt in einem Antiquariat für wenig Geld gekauft. Inzwischen sind etliche aus Deutschland, Frankreich und Amerika in seinem Besitz. Viele davon stammen aus der Zeit von 1850 bis 1890. „Die französischen sind am schönsten illustriert“, sagt er. Das hat den Künstler in ihm angesprochen. Bilddokumente wie Radierungen, Stiche und Lithographien mit Darstellungen von Gauklern und Taschenspielern sind ebenso zu sehen. Auch historische Plakate, so bunt und ästhetisch wie historische Filmplakate, die für die großen Zauberer wie Hans Borose oder Alois Kassner warben, werden gezeigt. Zur Ausstellung gehören auch Programmhefte, Briefmarken und Münzen. In einer Vitrine ist ein Spielzeug ausgestellt: Es zeigt die Trickfilmfigur Mickey Mouse als Zauberer.

Witt ist ein wandelndes Lexikon: Er erzählt, dass Zauberkünstler bis ins 19. Jahrhundert Taschenspieler genannt wurden. „Sie bewahrten ihre Requisiten in Taschen auf, die sie um die Schulter oder Hüfte trugen.“ Wer es noch nicht wusste: Der Magier Dante, von dem ein Plakat in der Ausstellung hängt, ist der Erfinder des Spruchs „Simsalabim“. „Zauberei ist einfach genial“, sagt Witt. Das macht er an einem Beispiel fest: „Wer in die Geheimnisse eines Tricks eingeweiht werde, würde zunächst sagen: Ach, so einfach ist das. Ist es aber nicht. Sonst wäre man darauf gekommen.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert