„Die Vielfalt ist einfach schön“

Mit Musik groß geworden: Catrin Jacobsen.
Mit Musik groß geworden: Catrin Jacobsen.

Catrin Jacobsen ist seit zwölf Jahren Chorleiterin – und zwar von Gospel-, Kinder- und Betriebschören

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25. Mai 2018, 16:00 Uhr

Ob Gospelsongs, Kinderlieder oder Singen mit Betriebsmitarbeitern: Catrin Jacobsen betreut so gut wie jede Art von Chor-Musik. Das Talent dafür wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. „Ich bin in einem musikalischen Haushalt aufgewachsen“, berichtet sie. Der Vater war bis zu seiner Rente Kirchenmusiker, Singen und Musizieren war „immer ein Thema“, wie Jacobsen sagt.

Zu Beginn ihres Studiums blieb sie zunächst in Hamburg an der Musikhochschule. Danach ging es nach London. Theater, Musik und Tanz standen auf dem Programm. „Es war eine Grenzen erweiternde Zeit“, berichtet sie. Nach dem Studium beginnt Jacobsen Konzerte und Einzelunterricht zu geben. „Privat-Musik-Erzieher“ nennt sie das. Doch wieso dann vor zwölf Jahren der Umschwung? „Die Appener Kirche wollte einen Chor gründen und Pastor Frank Schüler hat mich angerufen und einfach gefragt, ob ich Lust hätte, diesen zu leiten“, sagt Jacobsen. „Von allein wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen“, fügt sie lachend an. Pastor Schüler sei überhaupt erst auf sie aufmerksam geworden, weil ein alter Bekannter sie vorschlug.

Also übernimmt Jacobsen die Leitung des Gospelchors. Doch das war ihr nicht genug. Zusätzlich singt und musiziert sie mit den Kinderchören der Helene-Lange-Schule in Pinneberg und der Kirchengemeinde Appen. Außerdem leitet sie noch einen Betriebs-Chor in Hamburg. Jacobsen fährt dafür ins Unternehmen und singt mit den Mitarbeitern nach Feierabend. Einzelunterricht gibt sie ebenfalls nach wie vor.

Doch warum macht sie das? „Die Vielfalt der Chöre ist einfach schön“, erklärt Jacobsen. „Es ist toll, zu sehen, was das Singen mit den Menschen macht.“ Zu Beginn der Proben sei jedes Chor-Mitglied noch mit sich selbst beschäftigt. Nach und nach würden sie aber zur Gemeinschaft finden und können vom Alltagsstress loslassen. „Außerdem macht mir die Musik einfach immer noch Spaß“, erklärt Jacobsen.

Dass sie seit Jahren für die Kirchengemeinde arbeite, sei aufgrund der Kirchenmusik ihres Vaters auch ein Stück weit „wie nach Hause kommen“.

Jacobsens Arbeitswoche ist dementsprechend mit diversen Proben, Auftritten und Übungsstunden vollgepackt. Die Vormittage nutzt sie dabei meist für die Vorbereitung, für Auftritte wie am kommenden Sonntag in Appen muss beispielsweise die Reihenfolge der Lieder, Zwischenansagen und Mitsing-Zettel für das Publikum festgelegt werden. „Irgendwas ist halt immer“, sagt die Chorleiterin.

Eigentlich laufe es auch rundum gut, wie Jacobsen berichtet. „Ein paar mehr Mitglieder im Alter zwischen 20 und 35 Jahren wäre aber schön“, sagt sie. „Doch die haben meist viel um die Ohren und kaum Zeit.“ Und ein paar mehr Männer könnten auch mitsingen. „Bislang sind wir deutlich mehr Frauen. Warum das so ist, weiß ich aber auch nicht – vielleicht, weil sich Männer beim Singen weniger zutrauen“, mutmaßt Jacobsen.

Auch beim neu gegründeten Chor an der Kreuzkirche in Waldenau könnte der Zuspruch ein bisschen besser sein. „Doch eigentlich wünsche ich mir nur, dass es so gut weiterläuft wie bisher.“

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