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Altkanzler Helmut Schmidt : Die Trauer im Kreis Pinneberg ist groß

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ole Schröder (CDU)

„Helmut Schmidt war einer der bedeutendsten Staatsmänner der Bundesrepublik Deutschland. Er hat sich in vielen Ämtern und Funktionen vor, während und nach seiner Zeit als Bundeskanzler insbesondere mit außenpolitischem Weitblick und Realismus um unser Land verdient gemacht.“

Gertrud Borgmeyer (Grüne)

„Ich habe in der letzten Zeit  häufiger seinen Namen gehört. ,Jetzt bräuchten wir so jemanden wie  Schmidt’, hieß es etwa im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik. Einfach, weil er jemand war, der den Überblick behielt, die Organisation in die Hand nahm und Regeln Regeln sein ließ. Während der Flutkatastrophe hat er angepackt.  Er war ein Politiker der alten Schule. Jemand, der  mit Leib und Seele Politiker  war und bei dem man sich nie vorstellen konnte, dass er einmal sagte, er habe keine Lust mehr.“

Burghard Schalhorn (KWGP)

„Die Nachricht, dass Helmut Schmidt gestorben ist, hat mich betrübt gemacht. Es gab zwei Bundeskanzler, die wussten, wohin sie wollten und das ohne wenn und aber vertreten haben: Konrad Adenauer und Helmut Schmidt. Ich erinnere mich an eine persönliche Begegnung in einer Dortmunder Hotelbar Mitte der 1970er Jahre. Ich bin durch eine Seitentür in die Bar und Schmidt quasi in die Arme gelaufen. Sofort kamen Sicherheitskräfte angestürmt, die den Eingang wohl außer Acht gelassen hatten. Schmidt beruhigte seine Leute. Wir wechselten zwei, drei Sätze.“

Ernst Dieter Rossmann (SPD)

„Ich empfinde Trauer und große Dankbarkeit für einen leistungsgeprägten Sozialdemokraten mit tiefer historischer Verankerung. Er war ein großer und mutiger Kanzler, ein freier und souveräner Geist. Als Weltbürger hat er das Ansehen Deutschlands in Europa und der Welt gemehrt. Er wird nicht nur der SPD, sondern dem ganzen Land fehlen.“

Dietrich Anders (SPD)

„Ich glaube, dass  der Tod eine Erleichterung für ihn ist.  Ich habe ihn in Bonn und Hamburg kennengelernt. Er war sehr entgegenkommend, offen und nie hochnäsig – eben so richtig hanseatisch. In seiner Amtszeit war er taktisch geschickt, ohne zu verletzen. Er war immer kampfbereit. Er ist der Kanzler, der mir in Erinnerung geblieben ist. Schmidt war anerkannt, für ihn musste man nie ein gutes Wort einlegen – er hat das selbst ausgestrahlt. Er war ein sehr guter Kanzler.“

Hans-Helmut Birke (SPD)

„Helmut Schmidt hat mit seiner sehr robusten Art auch Menschen verschreckt. Aber sein Pragmatismus war stark vom Erfolg geprägt. Er hatte eine große Weitsicht. Er war ein Macher. Wir verlieren einen großen Staatsmann, der in einer Reihe mit Konrad Adenauer und Willy Brandt steht. Ich erinnere mich an sein Auftreten am Rande einer Betriebsräteversammlung in Elmshorn. Er ging auf einen Genossen in viel zu engem Anzug zu, umarmte ihn und fragte: ,Wer bist Du denn?’ Der Mann sagte: ,Ich bin Betriebsrat, Herr Bundeskanzler.’ Schmidt sagte daraufhin: ,Hör doch auf mit diesem ,Bundeskanzler’. Wir sind Kollegen. Ich bin doch auch in der Gewerkschaft.’ Helmut Schmidt hat den Genossen sofort geduzt. Dieses Erlebnis hat mich sehr bewegt.“

Sven Lange (Piraten)

„Ich habe Helmut Schmidt vor allem zum Ende seiner Amtszeit bewusst wahrgenommen. Er war ein sachorientierter, unideologischer Politiker. Daran sollte man sich positiv erinnern. Ich werde aber auch weniger positiv in Erinnerung behalten, dass er für den Bau des Atomkraftwerks Brokdorf und den Nato-Doppelbeschluss verantwortlich war.“

Günther Hildebrand (FDP)

„Über Schmidts Erfolge braucht man nicht lange nachzudenken. Er hat sich besonders dadurch ausgezeichnet, dass  er immer zu seiner Überzeugung gestanden und dadurch sehr viele Unannehmlichkeiten in Kauf genommen hat.  Schmidt war  bis zuletzt auf der Höhe der Zeit. Er hat auch im hohen Alter noch qualifizierte Äußerungen und Kommentare zu aktuellen Geschehnissen und Themen abgegeben.“

 
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erstellt am 11.Nov.2015 | 13:00 Uhr

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