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Pinneberg : Die Theater bangen um ihre Existenz

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sein oder Nichtsein – Pinnebergs Amateur-Ensembles hoffen auf eine neue Spielstätte. Jetzt ist eine Einwohnerversammlung geplant.

Pinneberg | Nur noch wenige Tage bis zur Einwohnerversammlung im Ratssaal. Kultur in Pinneberg soll auf den Prüfstand. Vielleicht bedeutendster Streitpunkt auf der Tagesordnung: die Zukunft der Ernst-Paasch-Halle an der Lindenstraße. Für das Forum Theater und für die Pinneberger Bühnen könnte der Ausgang der Diskussion am Donnerstag, 6. November, über Sein oder Nichtsein entscheiden. Also machen die Spitzen der Amateurtheater mobil.

Die Pinneberger Bühnen würzten ihre jüngste Erfolgskomödie „Currywurst und Pommes“ mit einem gepfefferten Flugblatt, das sie ihren Fans nach jedem Schlussapplaus in die Hand drückten. „Die Zukunft für uns ist ungewiss“, alarmieren sie darin. Seit vier Jahren werde in den politischen Gremien palavert, aber kein Ergebnis zeichne sich ab. Und so werden die Bühnen nach der gegenwärtigen Saison wohl heimatlos dastehen, denn auf der Bühne im Geschwister-Scholl-Haus dürfen sie ab Sommer 2015 womöglich nicht mehr spielen. Der traditionsreiche Theaterverein stellt unmissverständlich fest: „Die Pinneberger Bühnen stehen einer konzeptionellen Weiterentwicklung der Ernst-Paasch-Halle positiv gegenüber.“

Auf dieses eindeutige Signal reagierte das Forum Theater prompt: Ein Traum könnte wahr werden. Der einer zentralen Kulturstätte, die allen Künstlern – ob Theatermachern, Musikern, oder Malern – offen stehen würde, jubelte die Gruppe auf, die zurzeit fast als einzige die Ernst-Paasch-Halle regelmäßig nutzt. Sonst sind nur noch die „Schlagwerker“, die Trommel-Gruppe der Musikschule Pinneberg, dort anzutreffen. Was alle anderen Interessenten bisher abschreckte, sich auf die Paasch-Halle festzulegen, ist der Knackpunkt Geld. Die alte Turnhalle, Ende des 19. Jahrhunderts vom Pinneberger Industriellen Herman Wupperman gestiftet, ist in die Jahre gekommen und muss gründlich aufgemöbelt werden. Eine unüberwindbare Hürde für Mimen, deren Vereine sich mit den Beiträgen ihrer Mitglieder über Wasser halten. „Finanzielle Beteiligung der Kulturschaffenden an den Investitionskosten ist für uns als ehrenamtliche Institution nicht möglich“, machen deshalb die Pinneberger Bühnen klar. Aber warum sollte es nicht wie zu Wuppermans Zeiten auch heute „zahlreiche Betriebe und Einzelpersonen in Pinneberg geben, die sich als Sponsoren oder in Fördervereinen finanziell einbringen würden“, wenn seitens der Politik erst einmal eindeutige Zeichen gesetzt werden? Mit solchem Optimismus will das Forum Theater die Lokalpolitiker aus der Reserve locken.

Im Prinzip sehen die Veranstalter der Einwohnerversammlung das auch so. „Kultur braucht Räume, Kultur braucht Geld“, heißt es in ihren Erläuterungen des Themas. Natürlich auch, „Kultur braucht Menschen“, aber damit ist Pinneberg bereits reich gesegnet, wie die vielen ehrenamtlichen Initiativen im Vorfeld der Einwohnerversammlung anzeigen. „Wir sind einsatzbereit“, hebt Anja Nadler, Vorsitzende der Pinneberger Bühnen, hervor. Und Andreas Hettwer, Sprecher des Forum Theaters, sekundiert: „Eine echte Alternative zur Ernst-Paasch-Halle gibt es unserer Ansicht nach in Pinneberg nicht.“ Deshalb konzentriert sich die Hoffnung der Hobby-Mimen auf ein engagiertes Publikum bei der Einwohnerversammlung in Pinnebergs Ratssaal Anfang November.

Die Einwohnerversammlung beginnt am Donnerstag, 6. November, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, Bismarckstraße 8. Einziger Tagesordnungspunkt ist „Kultur in Pinneberg“. Nach einer Einführung in die Thematik erhalten Einwohner die Gelegenheit, an Informationsständen die Themenbereiche Kultur braucht Räume, Kultur braucht Geld, Kultur braucht Menschen und die Zukunft der Ernst-Paasch-Halle mit Moderatoren vertiefend zu behandeln. Die Tagesordnung kann ergänzt werden, wenn mindestens ein Drittel der anwesenden Einwohner einverstanden ist, allerdings nur um Angelegenheiten, die die Stadt Pinneberg betreffen. Über Anregungen und Vorschläge aus der Einwohnerversammlung ist offen abzustimmen, wenn eine Abstimmung beantragt wird. Sie gelten als angenommen, wenn für sie die Stimmen von mehr als der Hälfte der anwesenden  Einwohner abgegeben werden.
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erstellt am 21.Okt.2014 | 16:10 Uhr

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