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Seit 25 Jahren : Die Talentschmiede von Schenefeld

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Seit 25 Jahren fördert Marianne Elliott-Schmitz in ihrer privaten Kunstschule die Kreativität von Kindern und Erwachsenen.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Schenefeld | Dass das Kunsthaus Schenefeld in diesem Jahr 25 Jahre alt wird, darauf musste Gründerin und Leiterin Marianne Elliott-Schmitz erst hingewiesen werden. Zur jüngsten Ausstellungseröffnung im Januar hatte Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) nachgerechnet und das Jubiläum entdeckt. Doch das entfachte keine große Aufregung bei den Beteiligten und wird in der mittlerweile größten privaten Kunstschule in Schleswig-Holstein und Hamburg auch nicht groß gefeiert. Stattdessen wird auf weiterhin hohem Niveau konsequent durchgearbeitet. „Wir haben zur Zeit knapp 500 Schüler“, erklärt Elliott-Schmitz nicht ohne Stolz.

Die Erfolgsgeschichte fing vor 25 Jahren mit einer einfachen Kinderfrage an: „Wie macht man das?“, fragte die Tochter ihre Mutter, die gerade vor der Staffelei stand und eine Gießkanne zeichnete. Elliott-Schmitz, in Venezuela in eine künstlerische Familie hineingeboren, bereits als Kind privat unterrichtet und durch diverse Atelierhospitanzen sowie ein Einzelmalereistudium geschult, klärte ihre Tochter über Technik sowie Licht- und Schattenwirkung auf. „Das wurde eine 1-A-Gießkanne“, sagt sie lachend. Doch nicht nur ihrer Tochter hatte die Schenefelderin geholfen, sondern auch sich selbst. Denn in ihrem Kopf hatte sich eine Idee festgesetzt: Malkurse für Kinder, das gab es nirgendwo in der Stadt.

Als dann auch noch die Mieterin der Souterrainwohnung im Haus auszog, wurde aus der Idee ein konkreter Plan. Das Konzept, das sie damals für ihre erste private Kunstschule „Malen und Zeichnen Schenefeld“ erstellte, trägt bis heute. Allein Mund-zu-Mund-Propaganda bescherte Elliott-Schmitz bereits ein halbes Jahr vor Beginn 20 Anmeldungen. Mit der Eröffnung 1991 „ging es sofort los“, berichtet sie. „Jede Woche haben wir eine neue Gruppe eröffnet.“ Auch Erwachsene kamen hinzu. 1996 standen 100 Interessenten auf der Warteliste. „Da musste ich was tun.“

Elliott-Schmitz suchte neue Räume und fand sie in der alten Schlosserei an der Friedrich-Ebert-Allee. Um die in helle, große, lichte Atelierräume zu verwandeln, musste allerdings umfassend saniert werden. Mit Unterstützung von Familie und Freunden wurden in Eigenregie 15 Wochen lang Wände versetzt, Elektrik neu verlegt, Fußböden hergerichtet und vor allen Dingen alles vom klebrigen Öl befreit. Zur offiziellen Eröffnung der nunmehr in Kunsthaus Schenefeld umgetauften Schule im Januar 1999 kamen etwa 900 Leute, erinnert sich die Leiterin lachend.

16 Dozenten in drei Räumen

Heute unterrichten 16 Dozenten parallel in drei Räumen sowie der angeschlossenen Goldschmiedewerkstatt in Malerei, Zeichnen, Fotografie, Computergrafik, Druckgrafik und Buchbinden, Goldschmieden sowie Holz- und Möbelgestaltung. „Das Konzept ist gut“, sagt Elliott-Schmitz selbstbewusst: „Eine gute Symbiose von Kunst herstellen und Kunst vermitteln.“ Auch die Vorbereitung auf ein Kunststudium ist möglich. „Bisher hat es immer gut geklappt. Bisher sind alle unsere Mappen angenommen worden.“ Das sei aber kein Selbstläufer, schränkt die Schenefelderin vorschnelle Erwartungen ein. Das sei harte Arbeit und eine Portion Glück gehöre auch dazu. Alle Schüler des Kunsthauses würden nach dem gleichen Credo unterrichtet: „Handwerk erlernen und individuell fördern“, erklärt Elliott-Schmitz. „Wir krempeln niemanden um.“ Schüler würden abgeholt, mitgenommen und in ihrer Weiterentwicklung unterstützt.

Auch wenn sie selbst nur noch Auftragsarbeiten annehmen, aber nicht mehr ausstellen kann, ist Elliott-Schmitz mit ihrem Fulltimejob als Kunstschul-Leiterin sichtbar zufrieden. Sie führt ihr kleines Wirtschaftsunternehmen, das ohne Zuschüsse auskommt, in straffer Organisation. Reibungslose Abläufe seien wichtig: „Ich glaube nicht an Ateliergemeinschaften“, sagt sie lachend.

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