Kreis Pinneberg : „Die städtischen Notunterkünfte sind komplett gefüllt“

Aktuell sind es  610 Menschen – hauptsächlich aus Afghanistan, Iran und Syrien.
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Aktuell sind es 610 Menschen – hauptsächlich aus Afghanistan, Iran und Syrien.

Laut Kreissprecher Marc Trampe wurden im April 2013 nur 268 Asylbewerber gezählt.

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20. Juni 2014, 10:00 Uhr

Pinneberg | Die Zahl der Asylbewerber im Kreis Pinneberg steigt. Aktuell sind es 610 Menschen – hauptsächlich aus Afghanistan, Iran und Syrien. Laut Kreissprecher Marc Trampe wurden im April 2013 nur 268 Asylbewerber gezählt. 2012 lediglich 186. Insgesamt gingen in Deutschland in 2014 bis Mai allein 54 956 Erstanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ein, ein Zuwachs um 59,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Zuteilung auf die Kreise erfolge durch das Land Schleswig-Holstein. Entsprechend der Einwohnerzahl werden dem Kreis Pinneberg 10,4 Prozent der Asylbewerber Schleswig-Holsteins zugeteilt und auf Kommunen und Ämter verteilt. Diese geraten inzwischen in Bedrängnis, die Menschen mit einer Vorlaufzeit von meist nur einer Woche adäquat unterzubringen. „Das heißt nicht, dass wir uns nicht auf die Menschen freuen“, betont Axel Hedergott, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadt Schenefeld. Bisher seien Wohnungen von der Stadt in zentraler Lage angemietet worden, doch werde das auf dem derzeitigen Wohnungsmarkt immer schwieriger. „Ich bin irgendwann möglicherweise dazu gezwungen, Container aufzustellen. „Die städtischen Notunterkünfte sind komplett gefüllt“, so Petra Jelinek, Fachdienstleiterin des Ordnungsamts der Stadt Pinneberg. Hotels und pensionsähnliche Einrichtungen hielten her, bis die Stadt Wohnungen mieten oder kaufen könne – auf dem Pinneberger Wohnungsmarkt ebenfalls eine Herausforderung. In Wedel sind städtische Unterkünfte für 40 Personen im Bau. Bis 2016 sollen weitere 25 Plätze entstehen, so Oliver Wleklinski, Leiter Fachdienst Soziales der Stadt Wedel. Auch in Elmshorn gab es Lösungen. Die zuständige Amtsleiterin Martina Sözen sagt: „Wir haben tolle Angebote von Vermietern bekommen, nachdem das Thema durch die Presse ging.“

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