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Tornesch : Die Stadt zahlt festes Budget pro Kind

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hamburger Verein Wabe schließt mit der Tornescher Verwaltung Trägervertrag für die Kita Weltenbummler ab. Neues Finanzierungssystem.

Tornesch | Nach vier Jahren Vorarbeit in der Verwaltung war es vollbracht: Die Gemeinde Tornesch und der Hamburger Bildungsträger Wabe haben den Trägervertrag für die Kita Weltenbummler abgeschlossen. Bisher gab es lediglich eine Finanzierungsvereinbarung. Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) begründet die lange Vorlaufzeit mit dem in der Stadt neuen Finanzierungsmodell. Dem Träger gehören sowohl Grundstück als auch Gebäude. Damit sei Wabe auch für Reparaturen und Instandsetzungen selbst zuständig. Dazu kommt, dass die Stadt nun erstmals feste Budgets zahlt. Pro Kind unter drei Jahren erhält der Träger 2,87 Euro pro Stunde. Für Mädchen und Jungen über drei Jahren gibt es 2,04 Euro. Sowohl Land als auch die Kommune berechnen bisher Sätze nach Kita-Gruppen. Deshalb habe die Verwaltung alle Zahlen neu errechnen müssen, so Krügel.

„Das ist ein Kulturwandel“, sagte Wabe-Vorstandsmitglied Marcel Graf. „Durch die Budgets sind die Kitas gezwungen, wirtschaftlich zu arbeiten.“ Nach dem alten Modell würde die Stadt Defizite am Ende des Jahres ausgleichen – so muss Wabe die Kosten tragen. Trotzdem sei dieses Model attraktiver für den Träger, da Entscheidungen selbst getroffen werden könnten. „Wir müssen genau hingucken, zum Beispiel beim Stromsparen“, ergänzte Wabe-Vorstandsmitglied Gabriele Gramann.

Insgesamt 100 Kinder werden in der Kita Weltenbummler in der Pommernstraße auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück betreut. Im Jahr 2013 wurde sie in Betrieb genommen. Weil die Politik den Standort abgelehnt habe, sei die Verwaltung froh gewesen, einen anderen Träger gefunden zu haben, so Krügel. 40 Krippen- und 60 Elementarkinder werden dort täglich zwischen 8 und 17 Uhr betreut.

„Der Druck im Krippenbereich wird in Tornesch immer größer“, sagt Sozialamtsleiterin Sabine Kählert. „Wir erreichen da eine Deckung von 60 Prozent.“ Etwa 500 Kinder über drei Jahren werden in der Stadt betreut, bei den Krippenkindern sind es 167. Auf der Warteliste stehen 35 Kinder – mit steigender Tendenz, wie Kählert betont. Übergangsweise sollen die Gruppen überbelegt, das Personal zeitgleich aufgestockt werden. Dies sei aber keine Dauerlösung, so Kählert.Krügel will wegen der starken Nachfrage gemeinsam mit der Politik die Weichen für eine neue Kita stellen. Er habe bereits ein Grundstück im Hinterkopf. Wo, das will er allerdings noch nicht verraten.

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erstellt am 11.Feb.2016 | 18:00 Uhr

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