Pinneberg : Die Stadt will einen Flüchtlingsbeauftragten einstellen

Kinder mit Migrationshintergrund sollen sich in Pinneberg wohlfühlen.
Kinder mit Migrationshintergrund sollen sich in Pinneberg wohlfühlen.

Der Rat stimmt morgen über das Vorhaben ab. Etwa 85 neue Asylbewerber werden erwartet.

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06. Mai 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Die Stadt Pinneberg feilt an ihrer Willkommenskultur. Morgen soll ein weiterer Baustein gelegt werden. Dann werden die Mitglieder in der Ratsversammlung darüber abstimmen, ob die Stadt einen Flüchtlingsbeauftragten bekommt. Beginn der Sitzung ist um 18.30 Uhr.

„Aus unserer Sicht ist es eine freiwillige, aber notwendige Stelle“, sagt Marc Trampe, Sprecher der Stadt. Notwendig, weil es derzeit 215 Flüchtlinge in der Stadt gibt und im Laufe des Jahres etwa 85 hinzukommen. Mehr als zunächst angenommen. Wegen der Dringlichkeit hat es keine Vorberatung in den Fachausschüssen gegeben.

Um die hiermit verbundenen organisatorischen Fragen mit der erforderlichen Schnelligkeit nachhaltig zu bearbeiten, werde eine Koordinierungsstelle Flüchtlinge eingerichtet, begründet es Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos). Zudem soll der Flüchtlingsbeauftragte die Verwaltung entlasten.

Gesucht wird ein Verwaltungsfachwirt oder eine -fachwirtin mit Diplom, ausgeprägter Kommunikationsfähigkeit, Fremdsprachenkenntnissen in Englisch und anderen Sprachen, mit Moderationsfähigkeiten, Verhandlungsgeschick, Kreativität und EDV-Kenntnissen. Der künftige Flüchtlingsbeauftragte wird dem Büro der Bürgermeisterin zugeordnet. Die Aufgabenfelder für die Koordinierungsstelle liegen ebenfalls vor: So soll der Flüchtlingsbeauftragte Ansprechpartner für die Flüchtlinge sein. Zu seinen Aufgaben gehört zudem die Fortschreibung des Konzepts für die Unterbringung und Integration von Asylbewerbern.

Finanzierung für 2015 sicher

Auch die Geschäftsführung des Runden Tisches hat die neue Kraft inne. Bleibt die Frage der Bezahlung. Für das Jahr 2015 kann der Posten laut Trampe noch durch bereits vorhandene unbesetzte Stellenanteile besetzt werden. Für 2016 soll eine Halbtagskraft zusätzlich in den Stellenplan eingestellt werden. Die Kosten belaufen sich auf 39.200 Euro jährlich. Derzeit werden keine Zuschüsse für die Stelle in Anspruch genommen. Das Land bietet jedoch eine Betreuungspauschale pro Quartal und pro Flüchtling in Höhe von 95 Euro an. Über die künftige Verwendung berät derzeit eine Arbeitsgruppe des Kreises.

„Es ist denkbar, dass Teile der Betreuungspauschale zu einer teilweisen Refinanzierung der Stelle verwendet werden können“, erläutert Trampe. Bereits 1, 6 Millionen Euro hat Pinneberg in diesem Jahr für das Flüchtlingskonzept bereitgestellt. Das Geld ist für die Instandhaltung und Neuschaffung von Unterkünften gedacht. Außerdem öffnet immer dienstags das Flüchtlingscafé in den Räumen des Café Pino. Des Weiteren erhalten die Flüchtlinge einen 15-Euro-Gutschein.

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