zur Navigation springen

Tornesch : Die Stadt verliert die eigene Polizei

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ab dem Jahr 2016 gibt es nur noch eine gemeinsame Wache mit der Stadt Uetersen.

Tornesch | Die Stadt Tornesch verliert ihre Polizeistation. Das teilte Bürgermeister Roland Krügel am Dienstagabend im Rathaus den Mitgliedern des Stadtrats mit. Laut Krügel werden die Stationen Tornesch und Uetersen zum 1. März 2016 zusammengelegt.

Die Mitarbeiter werden alle in Uetersen untergebracht. Eine entsprechende Mitteilung habe er von der zuständigen Polizeidirektion Bad Segeberg erhalten, so Krügel. Die Tornescher Wache am Thujaweg soll vorerst von der Kripo genutzt werden, bis der Mietvertrag für das Gebäude ausläuft. Die Gründe für die Entscheidung will ein Vertreter der Polizeidirektion der städtischen Politik demnächst erläutern.

Krügel sieht keine Chance, die Zusammenlegung aufzuhalten. „Das Land hat kein Geld“, erklärte der Bürgermeister. Tornescher Proteste könnten das Aus höchstens aufschieben, aber auf keinen Fall dauerhaft verhindern. Er bedauert die Entwicklung, da die Wache vor Ort für die Bürger eine gewisse Sicherheit bedeute. Zudem befürchtet er, dass die Zusammenlegung der beiden Stationen zum Personalabbau führt. Vielleicht nicht sofort, „aber wenn jemand in den Ruhestand geht, wird die Stelle einfach nicht mehr besetzt“, so Krügel. Das sei bei solchen Zusammenlegungen schließlich das bekannte Vorgehen.

Der Standort der Uetersener Wache an der Marktstraße ist zudem aus Sicht des Verwaltungschefs für eine gemeinsame Station ungeeignet. Ein Platz an der Stadtgrenze zu Tornesch wäre sinnvoller. Wenn die Polizei von Uetersen zu einem Einsatz in der Nähe der Autobahn  23 müsse, vergehe eine Ewigkeit bis die Beamten überhaupt vor Ort sind, erklärte der Bürgermeister.

Zusammenlegung seit Jahren ein Thema

Wie Frank Matthiesen, der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, auf Nachfrage erklärt, sei die Zusammenlegung schon seit Jahren immer wieder Thema. Wenn zwei Polizeistationen so nahe zusammenliegen sei das eben eine Überprüfung wert. Noch im Laufe des Jahres werde die Zusammenlegung der beiden Stationen vollzogen. Die Polizeidirektionen seien dazu angehalten zu sparen. „Wir wollen Verwaltungsstrukturen straffen“, so Matthiesen. Am Personal werde aber nicht gespart. Im Gegenteil: Dadurch, dass nun weniger Polizisten für die Verwaltung benötigt werden, könnten diese im operativen Dienst eingesetzt werden. „Es sind weiterhin Streifenwagen in beiden Städten unterwegs. Da kann man nicht von einem Rückzug aus der Fläche sprechen“, findet Matthiesen.

Sparmaßnahmen gibt es nicht nur in Tornesch. Die Polizeistationen in Haseldorf, Holm und Moorege gehören so wie Tornesch und Uetersen ebenfalls zum Revierbereich Wedel und wurden bereits im vergangenen Jahr geschlossen.

Ein weiteres Thema während der Ratssitzung war die Zukunft des Ortskerns. Die Politik verabschiedete eine neue Satzung, die der Stadt das Vorkaufsrecht für Grundstücke im Tornescher Zentrum sichert. Die Satzung gilt für Flächen im Bereich südwestlich der Bahnstrecke Elmshorn/Pinneberg entlang der Friedrichstraße, der Jürgen-Siemsen-Straße, der Uetersener Straße, der Esinger Straße, des Haselbaumweges, des Lindenweges und der Ahrenloher Straße. Zum Geltungsbereich gehören zusätzlich Areale nordöstlich der Bahnstrecke entlang der Alten Ahrenloher Straße, der Ahrenloher Straße und der Hamburger Straße. Die Satzung soll der Stadt die Möglichkeit geben, die Entwicklung des Ortskerns nach ihren Wünschen zu gestalten. „Wir können nun wirklich mal alles neu überplanen“, sagte Artur Rieck (SPD). Außerdem wurde Lasse Ramson (SPD) als neues Ratsmitglied verpflichtet. Er ersetzt den verstorbenen Sozialdemokraten Rolf König.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 19.Mär.2015 | 14:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen