Die Stadt als Erlebnisraum

Wirtschaftsförderer Stefan Krappa informiert Stephanie Hase, Verwaltungsfachangestellte in der Ausbildung, über Gewerbegebiete in Pinneberg.
Wirtschaftsförderer Stefan Krappa informiert Stephanie Hase, Verwaltungsfachangestellte in der Ausbildung, über Gewerbegebiete in Pinneberg.

Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa spricht über City und Gewerbe

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23. Januar 2019, 16:16 Uhr

Amazon, Zalando und Flaconi – immer mehr Menschen kaufen im Internet ein. Die Städte drohen zu veröden. Wie kann man dem entgegenwirken? Wie die Innenstadt der Zukunft aussieht, weiß Wirtschaftsförderer Stefan Krappa. „Die Stadt muss ein Angebot werden für ein gemeinsames Erleben“, sagt er. Man müsse an die Stadt als Erlebnisort denken. „Das tut man dann, wenn man in den Geschäften positive Emotionen erlebt“, sagt Krappa.

Pinnebergs Wirtschaftsförderer bezieht sich damit auf die Thesen von Frank Schwartze, Professor für Stadtplanung an der Technischen Hochschule (TH) Lübeck. In der Stadt gehe es nicht um den nüchternen Einkauf, sagt der Experte. Der würde online erledigt. „Die klar getrennten Segmente lösen sich auf“, so der Professor.

Was würde das für Pinneberg bedeuten? „Dass im Bücherwurm guter Kaffee serviert wird oder dass Kunstmann Smoothies anbietet“, führt Krappa aus. „Das bietet das Internet nicht an. Über solche Dinge sollte man nachdenken.“

Pinneberg sei aber auf einem guten Weg, diese positiven Emotionen zu bedienen. Er erinnert an die zahlreichen und gut besuchten Veranstaltungen, die Pinneberg jährlich anbietet. Es sind etwa 16 ohne die Angebote des Waldenauer Bürgervereins. „Das ist eine besondere Stärke Pinnebergs“, so Krappa. Stichwort Innenstadt: „Hier könnte der Branchenmix verbessert werden“, sagt Krappa. Geschäfte, die Unterhaltungselektronik, Computer und Haushaltswaren anbieten, fehlten in der City genauso wie die Vielfalt gastronomischer Angebote. Dennoch bemerkenswert ist, dass die Leerstandsquote in Pinneberg gering ist. Wie berichtet, werden neue Geschäfte und Filialen in der Innenstadt eröffnet – beispielsweise die Targo-Bank, ein Fitness-Studio und ein Obsthändler in der Rathauspassage. Die Leerstandsquote lag im November bei 8,7 Prozent, dürfte allerdings jetzt niedriger sein.

Doch einen Wermutstropfen gibt es: Pinneberg fehlt ein Kino. Krappa informiert, dass die Stadt an diesem Thema dranbleibt. „Wir wollen nach wie vor ein Kino anbieten.“ Aus der Einwohnerversammlung wisse man, dass die Pinneberger sich ein Lichtspielhaus wünschen. Standort für ein Multiplexkino: das Autowerkstattareal an der kleinen Elmshorner Straße. Dieses Areal soll im Zuge der Innenstadtsanierung und des Baus der Ebertpassage überplant und aufgewertet werden.

Auch auf dem ehemaligen Eggerstedt-Gelände in der Parkstadt tut sich etwas: Fünf Unternehmen stehen in den Startlöchern, um dort anzusiedeln. Darunter Schaumstoff Kersten, der mit neuen Produktions- und Verkaufsräumen an den Kreisel zieht. Über die anderen Firmen übt Krappa noch Stillschweigen.

„Auf Basis der derzeit laufenden Bebauungsplanverfahren werden für die Wirtschaft zukünftig etwa 47  Hektar neues Gewerbebauland in vier Gebieten verfügbar sein“, berichtet Krappa.

Unter anderem auch auf dem Areal Müßentwiete. Die Westumgehung wird das zehn Hektar große Gewerbegebiet ab 2019 an das innerörtliche Straßennetz anbinden. Laut Krappa seien die Erschließungsarbeiten für 2020 vorgesehen, Ende 2020 soll es eine benutzbare Baustraße geben. „Es tut sich was. Die Neuansiedlungen werden Gewerbesteuern bringen“, lautet dann auch das Fazit von Krappa.



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