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Appen : Die SPD wünscht sich eine neue Grundschule

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die FDP und die CDU lehnen die Pläne aber ab und fordern Finanzierungsvorschläge.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2016 | 17:00 Uhr

Appen | Die Appener SPD hat große Wünsche: eine neue Schule, einen neuen Bauhof und mehr bezahlbaren Wohnraum. Es fehle an geeigneten Flächen für den Wohnungsbau und die Nahversorgung. Finanziert werden soll dies unter anderem durch das Wohnungsbauprogramm des Landes. Als Fläche für neue Wohnungen sei der Bereich geeignet, in dem sich der Bauhof befindet. Mit der Erweiterung des Gewerbegebietes sei die Möglichkeit geschaffen, den Bauhof aus dem Wohngebiet auszusiedeln. Zudem fordert die SPD den Bau einer neuen Grundschule auf einem der Fußballplätze der Gemeinde.

Seit längerer Zeit hat die Schule mit Platzproblemen zu kämpfen – auch weil durch die Inklusion immer mehr Personal ins Lehrerzimmer passen muss. Zudem sind die sanitären Anlagen in einem schlechten Zustand. Durch den Umbau könne man den Anforderungen nicht gerecht werden. Der Neubau sei notwendig. „Das ist eine Investition, die wir unseren Kindern schuldig sind“ , schreibt der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Lorenzen. In einem neuen Schulgebäude könnte der Heimatverein neue Räumlichkeiten erhalten.

Entstanden ist der Wunschzettel während einer Wochenendklausur der Sozialdemokraten. Ziel sei es, „das Leben in Appen für die Zukunft attraktiver zu gestalten“, damit weniger Bürger wegen fehlendem Wohnraum wegziehen müssen. Jutta Kaufmann, die FDP-Fraktionsvorsitzende, und die Bauausschussvorsitzende Gudrun Osterhoff (FDP), bezeichnen die Pläne, eine neue Schule zu bauen, als „absurd“. In den vergangenen Jahren seien dort 500.000 Euro investiert worden. Ein Arbeitskreis solle den zukünftigen Raumbedarf aufzeigen und die Möglichkeiten von Um- und Anbauten prüfen. Den Bedarf an Sozialwohnungen sieht die FDP nicht. „Die Gemeinde besitzt 52 Wohnungen mit günstigen Mieten.“ Der Abriss und Neubau des Bauhofs sei zu teuer und überflüssig, da dieser ebenfalls saniert worden sei. „Es ist nicht die Zeit, einen dicken Wunschkatalog aufzuschlagen“, finden Osterhoff und Kaufmann. Zumal die Finanzierung unklar sei.

„Man merkt, dass der Wahlkampf losgeht“, sagt auch Hans-Peter Lütje, Fraktionsvorsitzender der CDU.. Er hält den Vorschlag der SPD, zum jetzigen Zeitpunkt eine neue Schule zu bauen, für „bedenklich“. Es liege noch nicht einmal von dem beauftragten Architekten der Lösungsvorschlag vor, wie in der Schule die wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Schulbetrieb geschaffen werden können. Seitens der Schule gebe es eine Wunschliste. Abstriche seien aber unausweichlich, so Lütje. Zwar sei der Schulbetrieb durch die Einführung der Inklusion vor große Probleme gestellt worden. Dennoch plädiert er gegen einen Neubau. Die Schülerzahlen hätten sich von 250 auf etwa 190 reduziert. „Es ist schwer nachvollziehbar, dass ein Schulbetrieb in dem jetzigen Gebäude nicht mehr möglich sein soll.“ Der Lösungsweg des Architekten werde voraussichtlich ein Anbau sein. „Das ist ein Weg, den ich mir vorstellen kann.“ Das Thema sozialer Wohnungsbau sei zwar wichtig, aber die Wirtschaftlichkeit müsse im Blick behalten werden.

Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU) ist ebenfalls zurückhaltend, wenn es um den Neubau geht. Vorher müsse geprüft werden, ob das heutige Gebäude nicht in einem akzeptablen finanziellen Rahmen umgebaut werden könne. Zwar wäre ein Neubau aus pädagogischer Sicht das Beste, um in einem Zuge die erforderliche Ausstattung zu verwirklichen. „Aber im Rahmen einer soliden Haushaltsführung muss auch alles bezahlbar sein und darf letztendlich nicht zu einer finanziellen Überbelastung führen, die die Gemeinde in die Handlungsunfähigkeit führt“, so Banaschak. Auch sozialer Wohnungsbau könne nur unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten realisiert werden.

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