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Sportentwicklungsplan : Die SPD will Vereine an den Tisch holen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vertreter der Sport-Allianz soll in Steuerungsgruppe integriert werden. Professor weist Vorwürfe zurück.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Die SPD will sich für eine Teilnahme der Sport-Allianz Pinneberg in der Lenkungsgruppe des Sportentwicklungsplans einsetzen. Gemeinsam mit den Grünen und den Bürgernahen wollen sie laut einer Pressemeldung eine politische Mehrheit bilden, um Bürgermeisterin Urte Steinberg einen entsprechenden Antrag vorzulegen. Angela Traboldt und Herbert Hoffmann (beide SPD) sagen: „Der Sachverstand der Pinneberger Sport-Allianz kann bei der weiteren Vorgehensweise nur hilfreich sein.“ In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Schließlich gehören die Sportvereine zu den wichtigsten Hauptnutzern der Sportstätten und kennen die Stärken und Schwächen der Anlagen aus täglicher Erfahrung ihrer vielen Mitglieder.“

Zum Hintergrund: Die Pinneberger Sportvereine hatten sich beschwert, an der Erstellung des Planes nicht beteiligt zu sein. In der Steuergruppe, die die Erstellung des Sportentwicklungsplanes begleitet und um die es der SPD geht, ist der Vereinssport bislang nur durch den Vorsitzenden des Kreissportverbandes Pinneberg repräsentiert.

Dem Vorwurf der mangelnden Beteiligung der Sportvereine widerspricht jedoch Professor Michael Barsuhn vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Postdamer Fachhochschule für Sport und Management, das mit der Erstellung beauftragt ist. „Außer einer repräsentativen Bürgerbefragung wurde eine eigene Befragung aller Pinneberger Sportvereine, Schulen und Kindertagesstätten durchgeführt“, sagt Barsuhn. 56 Prozent der Sportvereine hätten sich an der Online-Umfrage beteiligt. „Da sich alle Großsportvereine mit über 1000 Mitgliedern beteiligt haben, liegt der Anteil der repräsentierten Vereinsmitglieder mit 11.000 sogar über 90 Prozent. Dies ist ausgesprochen bemerkenswert und zeigt den hohen Stellenwert, den die Vereine der Sportentwicklungsplanung beimessen.“ Persönliche Gespräche mit den Vereinen stünden zudem demnächst an. Barsuhn fügt hinzu: „Wir haben aus wissenschaftlicher Perspektive aber kein Problem damit, einen Vertreter der Pinneberger Sportallianz zu kooptieren.“

Das INSPO hat einen genauen Zeitplan aufgestellt und will bis Ende des Jahres das 59  000 Euro teure Projekt umsetzen. Die Datenerhebungsphase soll nun abgeschlossen werden, sodass anschließend in die Erarbeitung eines konkreten Maßnahmenkatalogs gestartet werden kann. Die ersten Zahlen der Datenanalyse zum Sportentwicklungsplan liegen bereits vor. Daraus geht hervor, dass 77 Prozent der beteiligten Pinneberger sich als sportlich aktiv beschreiben. Aber nur 43 Prozent kommen demnach auf 150 Minuten Sport pro Woche. Das ist der Wert, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als gesundheitsrelevant ermittelt wurde und daher als Minimum gilt.

„Bei einer differenzierten Datenanalyse zeigt sich, dass 65 Prozent Vereinsmitglieder sind, 34 Prozent sind Nichtmitglieder“, sagt Barsuhn. „Diese hohe Zahl unter denen, die die gesundheitsrelevanten Zeitumfänge schaffen, ist ein Argument dafür, die Sportvereine zu fördern.“

Aber auch die übrigen, die sich zwar bewegen, aber die 150 Minuten Sport pro Woche nicht schaffen, dürfen nicht vergessen werden. Zu diesen Zahlen passt, dass zu den Pinneberger Top drei Sportarten laut Studie nicht etwa Fußball, Tennis oder Basketball gehört. Nein, es sind Radfahren, Fitness und Joggen. „Daran sieht man, dass es auch viele Menschen in Pinneberg gibt, die sich außerhalb von Vereinen sportlich betätigen und auch die müssen im Sportentwicklungsplan mitversorgt werden“, erläutert Barsuhn. Und er beruhigt: „Natürlich ist Fußball zumindest mit unter den Top fünf.“

Die weitere Datenauswertung läuft derzeit noch. Püntklich im Zeitplan geht es in den nächsten Monaten in die nächste Phase. „Als nächstes kommen die beteiligten Ressorts zusammen“, sagt Barsuhn. Dazu gehören die Vereine, die Politik, der schulsport, aber auch die Stadtentwicklung. „Vieles passiert im öffentlichen Raum.“ Barsuhn kündigt für den Herbst viele Veranstaltungen an, am Ende soll es einen öffentlichen Tagesworkshop geben, bei dem sich jeder Interessierte aus Pinneberg zu den Ergebnissen informieren kann. Er versichert: „Der Sportentwicklungsplan ist auf einem guten Weg.“

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