Interview mit „Miss Schleswig Holstein“ : Die Schönste im Land: Auf dem langen Weg zur „Miss Germany“

Jessika Rohlff hat kein Problem damit, dass der Modelwettbewerb einer 'Fleischschau' gleicht.
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Jessika Rohlff hat kein Problem damit, dass der Modelwettbewerb einer "Fleischschau" gleicht.

Jessika Rohlff (17) aus Kölln-Reisiek tritt am 24. Februar bei der Wahl zur „Miss Germany 2018“ an .

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03. Februar 2018, 18:04 Uhr

Sie ist 17 Jahre alt – und wunderschön. Die gebürtige Elmshornerin Jessika Rohlff kämpft als „Miss Schleswig Holstein“ am 24. Februar um den Titel „Miss Germany 2018“. Am Freitag startete sie zur Vorbereitung mit ihren Mitbewerberinnen ins dreiwöchige „Beauty Camp“. Christian Brameshuber hat die junge Frau aus Kölln-Reisiek vor dem Start in das Schönheitsabenteuer besucht.
 

Jessika Rohlff ist in Bargteheide zur schönsten Schleswig-Holsteinerin gewählt worden.
JPM

Jessika Rohlff ist in Bargteheide zur schönsten Schleswig-Holsteinerin gewählt worden.

 


Hast Du schon davon geträumt, dass Du am 25. Februar als Miss Germany aufwachst?
Jessika: Ich hätte nie damit gerechnet, Miss Schleswig-Holstein zu werden. Seit ich es bin, ist die Miss-Germany-Wahl jeden Tag in meinem Kopf.

Was hat sich in Deinem Leben seit der Kür zur Miss Schleswig-Holstein geändert?
Mein normales Leben mit Schule und Familie wurde total umgekrempelt. Ich habe viele Pressetermine, muss Telefonate führen und drei Wochen aus der Schule aussteigen, um mich in Rust und auf Fuerteventura auf die Miss-Wahl vorzubereiten.

Warum hast Du dich für den landesweiten Schönheitswettbewerb beworben?

Das war gar nicht geplant. 2017 gab es eine Miss-Elmshorn-Wahl. Da habe ich mich beworben und meine Fotos eingereicht. Später kam dann plötzlich die Einladung zur Miss-Schleswig-Holstein-Wahl. Für mich war die Teilnahme ein Abenteuer. Ich wollte etwas erleben, vor allem Spaß haben.

Jetzt kommt der nächste, viel größere Step: Weißt Du, was dich bei der Endausscheidung erwartet?
Wir trainieren ganz viel, zum Beispiel Catwalk, Benimmregeln, Foto-Shooting und den Umgang mit der Presse. Wir werden auch einen gemeinsamen Tanz einstudieren. Es ist genau vorgeschrieben, was für Kleidung wir mitbringen müssen. Für bestimmte Shootings ist vorgegeben, was wir anziehen müssen, zum Beispiel rote Bluse mit rotem Bikini drunter. Es gibt auch eine White Night.

Was bedeutet für Dich das Wort schön?
Das ist eine schwierige Frage. So pauschal kann ich das gar nicht beantworten. Das bewertet jeder für sich anders. Es ist und bleibt Geschmackssache.

Was tust Du, um schön zu sein?
Sport ist mir sehr wichtig. Das ist mein größtes Hobby. Ich achte aber auch auf meine Ernährung, was ich esse und wie viel ich esse. Ich möchte mich auch körperlich wohlfühlen, ausgeglichen sein.

Hast Du Angst, dass Du nur auf dein Äußeres reduzierst wirst?
Natürlich. Vor allem wenn man neue Leute kennenlernt, hat man schnell das Gefühl, dass sie einen nur wegen der Optik interessant finden. Da habe ich auch schon meine Erfahrungen gemacht. Das Innere zählt aber mindestens genauso viel.

Bei Miss Germany geht es aber darum, einem Schönheitsideal gerecht zu werden. Kritiker sprechen von einer Fleischbeschau. Was entgegnest Du Ihnen?
Ich würde Ihnen recht geben. Es geht in erster Linie um die Optik.

Damit hast Du kein Problem?
Ich weiß, auf was ich mich bei dieser Art Wettbewerb einlasse. Ich mache dort mit, um Erfahrungen zu sammeln.

Reizt es Dich denn, im Modelgeschäft Fuß zu fassen?
Ja, ich kann es mir inzwischen vorstellen.

Was lockt Dich denn in dieses Business?
Für mich ist es interessant, neue Menschen, auch Promis, kennenzulernen. Es ist für mich aber auch die Chance, die Welt auf eine ganz andere Art kennen zu lernen. Diese Möglichkeit hat nicht jeder.

Guckst Du Germanys Next Top Model?

Ja klar, manchmal denke ich, jedes Mädchen guckt das.

Kannst Du Dir vorstellen, dich bei Heidi Klum für dieses TV-Format zu bewerben?
Nein, diesen Zickenkrieg gucke ich, um mich zu unterhalten, um Spaß zu haben.

Glaubst Du, dass es schöne Menschen im Leben leichter haben?
Über diese Frage habe ich schon ganz oft nachgedacht. Das hat zwei Seiten. Leute kommen schneller auf Menschen zu, die gut aussehen. Sie möchten Kontakt aufnehmen. Auf der anderen Seite hat man auch immer viele Neider – und das macht das Leben bestimmt nicht leichter. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass Leute über mich nur in Bezug auf mein Aussehen sprechen, mich als Menschen, als Persönlichkeit aber gar nicht kennen.

Du musst bis zum Sommer deinen Modeltraum und das anstehende Abitur unter einen Hut kriegen. Wie machst Du das? Du steigst in einer wichtigen Phase drei Wochen aus.
Die Schule ist mir sehr wichtig. Deshalb habe ich auch überlegt, ob ich wirklich zur Miss-Wahl fahren kann. Ich habe mit allen meinen Lehrern einzeln gesprochen, ob sie mir das zutrauen. Das tun sie. Ich bekomme viele Materialien und Arbeitsaufträge mit und meine Klassenkameraden helfen mir auch. Ich bin da gut versorgt.

Das klingt nach großer Unterstützung?
Ja, die gibt es. Auch der Schulleiter hat mir persönlich gesagt, dass er mir bei meinem Vorhaben nicht im Weg stehen will und Unterstützung angeboten.

Wenn es mit der Modelkarriere am Ende nichts wird, hast Du schon Pläne für die Zukunft?

Ich habe zwei Ideen im Kopf, die ganz verschieden sind: Ich kann mir vorstellen, Tourismusmanagement zu studieren oder Ernährungswissenschaften.

Hast Du ein bisschen Angst vor dem, was da bei der Miss-Germany-Wahl auf dich zukommt?
Auf jeden Fall. Vor allem, weil ich die Leute nicht kenne und nicht weiß, ob es mit den anderen Mädels total nett wird oder eher Richtung Zickenkrieg geht. Und ich weiß auch noch nicht, wie es ist, meine Familie drei Wochen lang nicht zu sehen.

Du hast erzählt, dass Du erst lernen musstest, auf Pumps zu laufen. Klappt das jetzt?
Am Anfang war es ganz schlimm. Mittlerweile geht das. Ich bin im Wohnzimmer für meine Familie gelaufen. Das Urteil lautete: Fast wie bei einem Profi.

Nach deiner Premierenerfahrung: Würdest Du anderen jungen Damen raten, sich an solchen Wettbewerben zu beteiligen?
Ich denke schon. Ich habe viele positive Erfahrungen gemacht und interessante Menschen getroffen. Man lernt, sich zu präsentieren, steigert sein Selbstbewusstsein. Man lernt auch, dass man keine Angst haben, sich für nichts schämen muss.

Wie hat Deine Familie auf den Miss-Schleswig-Holstein-Titel reagiert?
Die haben sich richtig gefreut. Aber meine Eltern machen sich auch Sorgen. Zum Beispiel, dass ich bei der Miss-Germany-Wahl bei all den anderen Mädchen untergehe – und natürlich auch wegen der Schule.

Hast Du Dir Deine Mitbewerberinnen im Internet schon angeguckt?
Na klar, man ist doch neugierig. Fast alle sind älter als ich und haben schon viel Erfahrung. Aber ich setze mich nicht unter Druck. Ich freue mich auf die Wahl.

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