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Finanzausschuss Hasloh : Die Rücklagen sind aufgebraucht

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eckwerte der Eröffnungsbilanz 2009 und 2013 sind im Finanzausschuss vorgestellt worden.

Hasloh | Mit Spannung erwarteten die Mitglieder des Hasloher Finanzausschusses die Vorstellung der Eckwerte ihrer Eröffnungsbilanz. Arthur Lipp, Mitarbeiter der mit dieser Aufgabe betrauten Tangstedter Firma Petersen & Co, erläuterte zunächst, warum die Erstellung deutlich länger dauerte, als ursprünglich geplant.

„Besonders bei den Grundstücken war es für uns nicht ganz einfach. Teilweise mussten wir Erfahrungswerte in die Bilanz einbeziehen, wenn Gebäude sehr alt waren“, erklärte Lipp.

Als weiteren Grund führte Fachbereichsleiterin Sabine Dornis im Gespräch mit dieser Zeitung an, dass sich der Zugang zu den Daten, die das Amt Pinnau bis Ende 2012 in sein Buchhaltungssystem eingepflegt hatte, als schwieriger erwies als zunächst gedacht: Die Systeme des Amts und der Quickborner Verwaltung seien nicht kompatibel, daher habe eine Vereinbarung zum Datenschutz ausgearbeitet werden müssen. „Die Daten konnten deshalb erst im April übermittelt werden“, erläutert Dornis.

Den Ausschussmitgliedern erklärte Lipp die erarbeiteten Zahlen. „Im Jahr 2009 war die Gemeinde noch mit 71,14 Prozent Eigenkapital in Höhe von rund 6,3 Millionen Euro sehr gut ausgestattet“, sagte er. Die Verbindlichkeiten hätten mit knapp 149.000 Euro lediglich 1,68 Prozent betragen.

Kassenkredite fürs laufende Geschäft

Zu diesem Zeitpunkt habe Hasloh auch noch über liquide Mittel, also Rücklagen der Gemeinde, von insgesamt 705.211 Euro verfügen können. „Diese sind inzwischen vollständig aufgebraucht“, betonte der Experte. Damit müsse Hasloh, um laufende Ausgaben tätigen zu können, Kassenkredite in Anspruch nehmen.

Zum 1. Januar 2013 sei der Anteil des Eigenkapitals um fast 20 Prozent auf knapp fünf Millionen gesunken. Darüber hinaus stiegen die Verbindlichkeiten auf 1,15 Millionen – und damit auf gut zwölf Prozent. „Dennoch ist die Gemeinde weiterhin gut ausgestattet“, versicherte Lipp.

„Hasloh hat sich verschuldet und mit dem Eigenkapital Schulden beglichen“, kommentierte der FDP-Fraktionsvorsitzende Kay Löhr die Zahlen. Die Abnahme des Vermögens der Gemeinde könne nicht allein auf die Abschreibungen geschoben werden, die in der früheren Buchführung keine Berücksichtigung gefunden hätten.

„Es wäre gut gewesen, wenn wir um diese Situation schon deutlich eher gewusst hätten“, sagte Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD). Eine Erhöhung der Grundsteuern, wie sie im vergangenen Jahr erfolgte, hätte dann eher erfolgen und damit die Differenz geschmälert werden können. „Durch die Doppik wird sichtbar, wie unsere Finanzlage wirklich ist“ , so Brummund weiter. Jetzt müsse die Gemeinde die Voraussetzungen dafür schaffen, mehr Geld aus Fehlbedarfszuweisungen des Landes zu erhalten.

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erstellt am 23.Sep.2015 | 16:00 Uhr

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