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Kreis Pinneberg : Die Retter brauchen mehr Personal

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fünf neue Mitarbeiter verstärken die Leitstelle in Elmshorn. Zahl der Einsätze wächst. Arbeiten an Neubau im Zeitplan.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Die Rettungskräfte in der Region sind im vergangenen Jahr zu mehr als 115.000 Einsätzen ausgerückt. Auf Anfrage von shz.de legte die Kreisverwaltung nun eine Bilanz vor. Darin zeichnet sich eine Tendenz ab: Die Belastung der Rettungskräfte nimmt weiter zu. 2013 waren die Helfer zu knapp 105.600 Einsätzen, 2014 zu knapp 108.100 Einsätzen gerufen worden.

Die Zahlen beziehen sich auf den Zuständigkeitsbereich der Rettungszentrale, im Verwaltungssprech Kooperative Regionalleitstelle West (KLRS) genannt. Sie koordiniert die Einsätze in den Kreisen Pinneberg, Dithmarschen und Steinburg. Unterm gleichen Dach, jedoch organisatorisch getrennt, arbeitet auch die Landespolizei, die zusätzlich den Kreis Segeberg im Blick hat.

Weil die Anforderungen steigen, braucht die Leitstelle mehr Personal. „Die ersten drei Kollegen konnten bereits eingestellt werden. Sie werden noch im zweiten Quartal beginnen. Für zwei weitere Stellen werden nun die Ausschreibungen vorbereitet“, teilte Börje Wolfskämpf vom Fachdienst Sicherheit und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung mit. Insgesamt kümmern sich derzeit 39 Mitarbeiter um die Koordination der Rettungskräfte. Hinzu kommt das Personal der Polizei.

Die Einsatzzahlen geben die Alarmierungen der Feuerwehren und der Rettungsdienste wieder. 2015 verbuchten die Feuerwehren 7002, die Helfer der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKISH) 108.030 Einsätze. Darin enthalten sind allerdings auch Fehlalarme, die nicht separat ausgewiesen werden.

Klotz mit Glasfront: So soll die neue Leitstelle in Elmshorn aussehen. (Grafik: moka-studio/Trapez-Architektur)
Klotz mit Glasfront: So soll die neue Leitstelle in Elmshorn aussehen. (Grafik: moka-studio/Trapez-Architektur)
 

Bei den Feuerwehren machten die technischen Hilfeleistungen den Großteil der Einsätze aus. Etwa 1400-mal rückten die Helfer deswegen aus – meist zu Unfällen. Auf Platz zwei folgten mit gut 1100 die sogenannten kleinen technischen Hilfeleistungen. Die sind häufig nötig, wenn etwa Sturmschäden wie umgestürzte Bäume beseitigt werden müssen. Doch auch 376 Großbrände und 31 Gefahrguteinsätze waren dabei. „Die Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Hilfsorganisationen funktioniert reibungslos und professionell“, sagt Stephan Bandlow, ebenfalls vom Fachdienst Sicherheit und Verbraucherschutz.

Ruhe herrscht derzeit noch auf der Baustelle zwischen Agnes-Karll-Allee und Wittenberger Straße. Auf dem ehemaligen Waldstück nördlich der bestehenden Einsatzzentrale wird die neue Leitstelle gebaut. Begonnen hatten die Arbeiten am 1. September 2015.

Zwei-Hektar-Areal gerodet

Sämtliche Bäume auf dem etwa zwei Hektar großen Areal wurden gefällt. Anschließend schoben die Arbeiter den Mutterboden zu zwei hohen Erdwällen längs der Wittenberger Straße auf. Ein Wall wird als Lärmschutz stehen bleiben, der andere später in den Außenanlagen des Gebäudes verteilt. Bis zum Jahresende wurden Trinkwasser-, Abwasser- und Stromleitungen verlegt. Das Areal ist nun planiert.

Vor dem planierten Bauplatz: Stephan Bandlow und Kerstin Kiesel von der Kreisverwaltung sowie Jens Jacobsen von der Polizei. (Foto: Thieme)
Vor dem planierten Bauplatz: Stephan Bandlow und Kerstin Kiesel von der Kreisverwaltung sowie Jens Jacobsen von der Polizei. (Foto: Thieme)
 

Weiter geht es Ende Februar. Dann rammen Arbeiter Betonpfähle in den weichen Grund. Sie werden das Fundament stabilisieren. Der Rohbau entsteht ab Ende März. Er soll bis Jahresende fertig sein. 2017 folgt der Innenausbau und im Frühjahr 2018 die Leitstellentechnik. Wenn alles glatt läuft, können Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Sommer 2018 einziehen. „Wir liegen voll im Zeitplan“, sagt Kerstin Kiesel vom Fachdienst Gebäudemanagement der Kreisverwaltung.

Bereits jetzt ist klar, dass das Zentrum der Rettungskräfte eine Erweiterung bekommt, um auf eine steigende Zahl von Einsätzen reagieren zu können. Der Kreistag hatte die Erweiterung für etwa 280.000 Euro bereits im Oktober abgenickt. Im Gegenzug war an der Ausstattung der Berufsschule in Pinneberg gespart worden. Die Leitstelle kostet insgesamt – ohne Technik – 17,7 Millionen Euro.

 
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