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Der Gnadenhof in Pinneberg : Die Pflegeeinrichtung für Pferde steht vor dem Aus

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Silke Reimer soll die 1,2 Hektar große Weide Ende des Jahres räumen. Pferdefreundin sucht eine neue Heimat.

Pinneberg | Eine Weide am Rande des Klövensteen. Zwei Hunde. Drei Pferde. Eine Frau. „Wir sind eine Art Altersgemeinschaft“, sagt Silke Reimer. Wegen einer Erkrankung ist die 52-Jährige Frührentnerin. Sie hat auch ohne Job eine Aufgabe gefunden. Reimer kümmert sich um drei hoch betagte Pferde, die bei ihr noch ein paar schöne Jahre verleben sollen. Jetzt steht der kleine Gnadenhof vor dem Aus. Silke Reimer soll die 1,2 Hektar große Weide Ende des Jahres räumen. „Ich weiß nicht, wohin. Da ist nur noch blanke Angst“, sagt die frühere Turnierreiterin.

Seit fünf Jahren hat der nicht-kommerzielle Gnadenhof seine Heimat im Süden Pinnebergs. Laut Reimer haben die Besitzer des Grundstücks in Waldenau-Datum angekündigt, das Areal für einen Reitbetrieb nutzen zu wollen. Das verwundere sie: „Das ist Naturschutzgebiet, hier darf nichts neu gebaut werden.“ Zum 31. Dezember solle sie das Gelände räumen. „Ich weiß nicht, wohin mit den Tieren.“

Reimer, die eigener Aussage nach jährlich eine Pacht von 250 Euro zahlt, hofft auf einen Sinneswandel bei den Grundstücksbesitzern. Oder auf einen Retter. Irgendjemanden, der ihr eine bezahlbare Weide anbieten kann. Einen Stall benötige sie nicht. Die drei Pferde seien es gewohnt, draußen zu leben. „Alte Pferde brauchen Bewegung, die Haltung in der Box ist kontraproduktiv“, sagt Reimer. Am liebsten würde sie in der Region bleiben.

Die Pferdeliebhaberin hat in den vergangenen Jahren in Tränke und Gehplatten investiert. Sie habe auch einen Brunnen bauen lassen. Einen beträchtlichen Teil ihrer Rente muss sie für den Gnadenhof aufbringen. „Etwa 600 Euro monatlich“, sagt sie. Ab und zu helfen Sponsoren aus. Zwei ältere Helfer gehen der 52-Jährigen zur Hand. „Meine Jungs“, nennt sie die beiden.
Sie kümmern sich um Alexa, eine Gebrauchsstute, die jedes Jahr ein Fohlen zur Welt bringen musste. Die Belastungen der Vergangenheit sind nicht zu übersehen. Alexa hat einen stark gekrümmten Rücken. Kürzlich habe das Tier an Choliken gelitten. „Ich war nachts alle zwei Stunden hier draußen“, erinnert sich Reimer.

Auch der 33-Jährige Fellini hat an seinem Schicksal zu tragen, ist von Arthrose geplagt. Donna komplettiert das Trio. Wer dem Gnadenhof eine neue Heimat bieten kann, der kann sich direkt an Reimer wenden. Sie ist telefonisch unter der Rufnummer 0163-6362665 zu erreichen.

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erstellt am 27.Nov.2014 | 10:00 Uhr

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