zur Navigation springen

Schulneubau in Schenefeld : Die Parteien sind skeptisch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

CDU, SPD und Grüne sehen die Notwendigkeit nicht. OfS unterstützt den Vorstoß der BfB. Kosten sollen ermittelt werden.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2016 | 00:36 Uhr

Schenefeld | Abreißen und neu bauen, statt jahrelang für viel Geld sanieren: BfB-Chef Manfred Pfitzner hat den Neubau des Schulzentrums Achter de Weiden ins Spiel gebracht und gefordert, die Kosten zu prüfen. Ein zweistelliges Millionenprojekt, keine Frage – mit Chance auf Verwirklichung? Die anderen Parteien sind eher skeptisch.

SPD-Fraktionschef Nils Wieruch sieht andere Prioritäten. „Wir wollen beide Schenefelder Grundschulen zu offenen Ganztagsschulen machen. Das steht im Fokus.“ Und wenn er an die Schulgebäude denkt, sieht er Handlungsbedarf an der Gorch-Fock-Schule. Wieruch geht zudem nicht davon aus, dass es für einen Neubau Fördermittel aus Kiel gibt. Öffentlich-Private-Partnerschaften (PPP) wie in Halstenbek betrachtet er kritisch. „Da entstehen für die Kommune oft höhere Kosten.“

Diese Auffassung teilt auch Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz. „Ich kenne viele gescheiterte ÖPP-Vorhaben.“ Auch Schmitz glaubt nicht an Fördermittel. „Alleine kann die Stadt das finanziell aber nicht stemmen.“ Die bauliche Grundsubstanz des Schulzentrums sei nicht schlecht. „Wir haben die komplette Fassade saniert, viele Fachräume modernisiert.“ Schmitz hatte in den 1990er Jahren für den Neubau der Gorch-Fock-Schule gekämpft – erfolglos. „Wenn man das Geld addiert, das seither in die Schule geflossen ist, wäre der Neubau die bessere Lösung gewesen.“ Schulzentrum und Gorch-Fock-Schule seien aber nicht vergleichbar. „Ich halte den Neubau des Schulzentrums für den falschen Weg.“

In diesem Punkt stimmen Grüne und CDU überein: Die Christdemokraten sehen keine Notwendigkeit für einen Neubau. „Wenn wir den Sanirungs- und Modernisierungsplan konsequent fortsetzen, dann kann das Schulzentrum noch bis zu 20 Jahre genutzt werden“, betont Pressesprecher Tobias Löffler. Es gebe genug Räume sowohl im Gymnasium als auch in der benachbarten Gemeinschaftsschule. Durch die anstehende Dachsanierung werde die Flickschusterei in diesem Bereich beendet. ÖPP-Modellen begegnet die CDU mit großer Skepsis.

Schon enorme Summen für Sanierung und Reparaturen ausgegeben

Die OfS hatte schon vor Jahren im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Forums den Neubau des Schulzentrums auf die Tagesordnung gesetzt. „Diese Idee war damals aber nicht ansatzweise durchsetzungsfähig“, sagt Fraktionschef Jörg Evers. Es seien schon enorme Summen für Sanierung und Reparaturen ausgegeben worden. Jetzt folgten die Kellerdeckendämmung und die Flachdächer. „Was kommt als nächstes? Heizungsanlage, Fenster, Elektroinstallation, Fußböden und Decken?“, fragt Evers. Sein ernüchterndes Fazit: „Und trotz aller Renovierungen bleibt es ein altes Schulgebäude, konstruiert für den Bedarf der 1970er Jahre.“ Evers schlägt vor, die Kosten des Schulzentrums für die kommenden zehn Jahre zu ermitteln und dann mit den Kosten für einen Neubau zu vergleichen. Was die Finanzierung angeht, wäre Fraktionskollege Andreas Wilken bereit, Kredite aufzunehmen. „Wir müssen auch unternehmerisch denken. Ein Neubau kann sich langfristig rechnen.“

Eine Mehrheit für einen Neubau des Schulzentrums, das von 1290 Schülern besucht wird, zeichnet sich nicht ab. Doch eine Prüfung, was ein Neubau kostet, würde auch SPD-Fraktionschef Wieruch unterstützen. „Dann kann anhand von realen Zahlen argumentiert werden.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen