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Pinneberg : Die Parkstadt erhält zweite Zufahrt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Stadtentwicklungsausschuss stimmt dem Ausbau und der Anbindung des Eggerstedter Wegs zu. Ratsherren befürchten Park-Probleme.

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erstellt am 11.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Das künftige Wohngebiet „Parkstadt Eggerstedt“ erhält eine zweite Zufahrt. Am Dienstagabend stimmte der Stadtentwicklungsausschuss dem Ausbau des Eggerstedter Wegs und dessen Anbindung an das Gelände zu. Die Bauarbeiten sollen im Oktober dieses Jahres beginnen, die Kosten betragen eine knappe Million Euro. Auf dem ehemaligen Kasernenareal baut die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) derzeit 250 Wohneinheiten – darunter Einzelhäuser, Doppelhaushälften und sogenannte Stadtvillen.

Die Anbindung der „Parkstadt“ soll nach den Plänen, die Uwe Wilma vom Hamburger Planungsbüro Argus im Ausschuss vorstellte, über eine Verlängerung des Eggerstedter Wegs Richtung Osten über den Heideweg hinweg erfolgen. Im Westen ändert sich der Trassenverlauf: Die künftige Straße soll nördlich des Kreisverkehrs in den Wedeler Weg münden – momentan endet der Weg an einigen Pollern direkt am Kreisel. Grund für die Veränderung ist ein geplantes, kleines Gewerbegebiet östlich des Wedeler Wegs, das auf diese Weise angeschlossen werden soll.

Die Asphaltierung des bislang unbefestigten Wegs soll darüber hinaus mit dessen Ausweisung als Tempo-30-Zone über den kompletten Verlauf einhergehen. Wegen der voraussichtlich niedrigen Verkehrsbelastung sei dies möglich. „Wir gehen von etwa 1100 Fahrzeugen pro Tag aus“, sagte Wilma. Auf der Straße An der Raa seien im Vergleich dazu doppelt so viele unterwegs, auf der Datumer Chaussee 5000, auf der Richard-Köhn-Straße betrage das Verkehrsaufkommen sogar 7000 Autos pro Tag.

Mit acht zu fünf Stimmen fiel die Entscheidung der Ausschussmitglieder trotzdem alles andere als deutlich aus. Insbesondere Grüne und Unabhängige, die die Vorlage geschlossen ablehnten, machten ihrem Ärger Luft. „Das bedeutet nicht nur eine Zerstörung weiterer Grünflächen. Uns ist auch ein großes Rätsel, wie die Finanzierung funktionieren soll“, sagte Grünen-Ratsherr Joachim Dreher. Seinem Fraktionskollegen Manfred Stache zufolge sei es wegen noch immer laufender Normenkontrollverfahren im Zusammenhang mit dem Projekt „Parkstadt Eggerstedt“ – zwei Anwohner hatten gegen den möglichen Wertverlust ihrer Grundstücke geklagt – zudem fraglich, ob überhaupt ein politischer Beschluss gefasst werden dürfe. „Es gibt eine aktuelle Satzung, auf deren Basis gebaut werden darf“, entgegnete ihm Bauamtsleiter Klaus Stieghorst.

Es gibt Auflagen

Rückenwind erhielt die Verwaltung hingegen aus der CDU. „Wir benötigen unbedingt eine zweite Ausfahrt aus dem Eggerstedt-Gelände für den motorisierten Verkehr“, sagte Ratsherr Klaus Seyfert. Die soll nun zwar kommen – ganz ohne Auflagen entließ das Gremium Rathausspitze und Planer allerdings nicht. So soll die Stadt noch einmal prüfen, ob die geplante Einmündung des Eggerstedter Wegs in den Wedeler Weg nicht doch als weiterer Kreisverkehr gebaut werden könne. Wilma hatte dies im Ausschuss mit der Begründung zurückgewiesen, zwei derartige Bauwerke im Abstand von lediglich 75 Metern seien verkehrsrechtlich nicht möglich.

Auch über das Thema Parken soll sich die Stadt noch einmal Gedanken machen. Das Konzept sieht kein Parkverbot entlang der Fahrbahn vor, die wegen des Baus von Gehwegen vor allem im Bereich um die Einmündung der Aschhooptwiete herum. lediglich eine Gesamtbreite von 5,60 Metern aufweisen soll. „Wenn dort dann auch noch Autos parken, kommt keiner mehr durch“, sagte FDP-Ratsfrau Birgit Klampe.

Carl-Eric Pudor (CDU) verwies auf angrenzende Kleingärten. „In den Sommermonaten wird die Situation höchst problematisch.“ Der Bau von separaten Parkplätzen südlich des Eggerstedter Wegs scheidet aus Sicht der Planer allerdings aus. „Das ist eine Biotopfläche“, so Wilma. „Dort dürfen wir nicht bauen.“

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