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Neue Attraktionen für Helgoland : Die Nordseeinsel startet mit neuem Touristikkonzept in die Saison

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Was gibt es auf der Insel, weit draußen in der Deutschen Bucht zu erleben? shz.de hat sich umgesehen.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2017 | 14:00 Uhr

Helgoland | Strand, Robben, Geruhsamkeit. Das erwarteten die Helgoland-Besucher der neuen Saison. Wenn überhaupt. Denn auf dem High-Speed-Katamaran „Halunder Jet“ mischten sich unter die Helgoland-Liebhaber zu Beginn der Saison viele Spontanurlauber – Freundesgrupppen, junge Pärchen und Familien mit Kindern –, die sich einfach überraschen lassen wollten, was die Insel so zu bieten hat.

Helgoland hat sich zum schicken Urlaubsziel gemausert: Ein neues Touristikkonzept mit dem Slogan „Die Insel die atmet“, brandneu sanierte Themenhotels – die „Storytels“ – mit Rückbesinnung auf alte Werte und die eigene Geschichte sowie eine ganzjährige Saison, die auch zu Weihnachten Gäste zum „Hummerbudenzauber“ locken soll, gehören zu den neuesten Entwicklungen. Zur Saisoneröffnung wurde ein neues Gastronomiekonzept von der Gemeinde beschlossen. Und die hölzernen Börteboote, die die Gäste traditionell von den Fähren an Land bringen, sollen zum Kulturerbe werden. Es herrscht Aufbruchstimmung auf Deutschlands einziger Hochseeinsel. Das neue Konzept, erarbeitet vom Business Improvement Club, soll zeigen: Helgoland hat für jeden Urlauber etwas zu bieten. Etwa für...

  • Genießer und Sportler: Gute Nachricht für Shopaholics, auf Helgoland wird duty free gekauft. Verteilt auf zwei Ebenen – das Unterland und das Oberland, zu erreichen entweder mit dem Insellift oder über 184 Treppenstufen – gibt’s vor allem Schokolade, Parfum und Hochprozentiges. Doch auch maritime Mode findet sich an jeder Ecke. Mit der „storytels“-Karte, die die Hotels an ihre Gäste aushändigen, lässt sich sogar noch etwas mehr sparen. Wer sich richtig verwöhnen lassen will, der findet zudem in vielen Hotels einen Spabereich – das Hotel Helgoländer Klassik etwa bietet eine Sauna im Untergeschoss. Das volle Programm hat auch das Meerwasserschwimmbad „Mare frisicum Spa Helgoland“. Aktivurlauber werden sich freuen: Auf der Insel dürfen nur kleine E-Autos fahren und Touristen gehen in der Regel zu Fuß. Wem das an Bewegung nicht reicht, für den gibt es Fußball- und Tennisplatz, Beachvolleyball an den zwei Badestränden und beim DLRG können im Sommer Kurse absolviert werden, zum Beispiel zum Rettungsschwimmer. Auch Kajakfahren und Surfen ist auf Helgoland beliebt.
Für Kulturfans: Die Insel hat seit diesem Jahr ihre eigene Sandmalerei-Show nach Hamburger Vorbild.
Für Kulturfans: Die Insel hat seit diesem Jahr ihre eigene Sandmalerei-Show nach Hamburger Vorbild. Foto: Felisa Kowalewski
 
  • Kulturfreunde und Geschichtsbegeisterte: Die wellenumspielte Insel hat schon immer Künstler inspiriert. Hoffmann von Fallersleben schrieb hier das „Lied der Deutschen“, Franz Kafka erholte sich vom Abiturstress und James Krüss war sein Leben lang auf der Insel zu Hause. Auf ihren Spuren werden Urlauber auf dem Kulturpfad über die Insel geführt: Kleine aufgestellte Tafeln geben überall Interessantes preis. Wer das volle Literaturerlebnis will, der ist im Hotel „Hummerklippen“ vom Krüss-Neffen Detlef Rickmers an der richtigen Adresse: In dem Literaturhotel liegen einfach überall Bücher, moderne Pads auf den Zimmern vervollständigen das Angebot. „Gäste sollen sich bei uns heimisch fühlen und auch noch etwas lernen“, sagt Rickmers über seine „Storytels“. Mit der berühmten Fotografie vor allem von Franz Schensky beschäftigt sich das Hotel Felsen-Eck und auf die besondere nordische Architektur Helgolands mit den festgelegten Farben (andere sind nicht erlaubt) legt das Hotel Helgoländer Klassik seinen Fokus. Wer davon nicht genug bekommt, der findet auf dem Architekturpfad noch weitere Informationen zum Helgoland-Design.
    Brandneu ist eine Sandmalerei-Show, die aufwendig die lange Geschichte Helgolands erzählt. Ein Thema ist dabei die Bombardierung durch die Engländer. Als ehemalige Militärinsel durchzieht ein unterirdisches Tunnelsystem die Insel. Das sollte im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört werden. Doch die alten Tunnel existieren dem „Big Bang“ vor 70 Jahren zum Trotz noch und können besichtigt werden. Im Garten des Hotels Insulaner versteckt sich ein Tunneleingang, an dem auf einem großen Bildschirm altes Filmmaterial des Krieges gezeigt wird.
Kegelrobben sonnen sich auf der Düne, Besucher dürfen sich bis auf 30 Meter nähern.
Kegelrobben sonnen sich auf der Düne, Besucher dürfen sich bis auf 30 Meter nähern. Foto: Felisa Kowalewski
 
  • Fotografen und Naturfreunde: Zerklüftete rote Felsen, die raue See und Vögel soweit das Auge reicht – Helgolands Natur ist atemberaubend. Bei Sonnenaufgang sind die ersten Menschen mit Kameras unterwegs, um das besondere Licht einzufangen. Der Naturpfad führt sie durchs Oberland. Mit dem Wind im Gesicht (ohne den Schutz der Häuser weht es ordentlich) können unter anderem auf dem Lummenfelsen Trottellummen, Möwen und Basstölpel bei ihrem ohrenbetäubenden Konzert beobachtet werden. Derzeit bietet sich ein besonderes Schauspiel: Der Lummensprung, bei dem sich die Küken vom Felsen fallen lassen. Auch an Helgolands Wahrzeichen, der Langen Anna, führt der Weg vorbei. Das Highlight schlechthin sind aber die riesigen Kegelrobben, die auf der Nachbarinsel, der Düne, im Sand faul auf der Haut liegen. Ohne Absperrung dürfen Besucher an den Tieren vorbei gehen, allerdings mit einem Abstand von 30 Metern. Und still muss es sein, sonst flüchten die Robben. Jährlich ab November/Dezember gibt es Robben-Baby zu sehen. Auf die Düne geht es mit einem Boot, das alle halbe Stunde ablegt.
    Im Unterland wird zudem derzeit das ehemalige Aquarium zu einer interaktiven Science-Ausstellung umgebaut. Dort feiert Helgoland im Mai 125 Jahre Meeresforschung. In der Biologischen Anstalt Helgoland (BAH) werden Führungen durchs Ökolabor mit Hummeraufzucht angeboten sowie durchs Zentrum für wissenschaftliches Tauchen.

Sie interessieren sich für Helgoland? Dann klicken Sie hier und lesen Sie eine Multimediareportage über die Arbeit und das Leben der Seenotretter auf der Hochseeinsel.

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