Günstiger Wohnraum in Pinneberg : „Die Nachfrage wird weiter steigen“

Sie reden Klartext: Kai Lorenz und Sandra Maader vom Vorstand der Neuen GeWoGe fordern eine Offensive für bezahlbare Wohnungen.
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Sie reden Klartext: Kai Lorenz und Sandra Maader vom Vorstand der Neuen GeWoGe fordern eine Offensive für bezahlbare Wohnungen.

Vorstand der Neuen GeWoGe appelliert an die Kommunalpolitik, die Rahmenbedingungen für günstigen Wohnraum zu schaffen.

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15. Februar 2018, 12:00 Uhr

An Kai Lorenz und Sandra Maader, dem Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Neue GeWoGe, soll es nicht liegen. Sie wollen bezahlbaren Wohnraum für Pinneberg schaffen. „Wir haben einen riesigen Bedarf, der nicht gedeckt werden kann“, sagt Lorenz. Je kleiner die Wohneinheit, desto größer sei die Nachfrage. Wer ein Appartement bei der Neuen GeWoGe mieten möchte, das öffentlich gefördert ist und dessen Quadratmeterpreis bei 5,80 Euro liegt, muss sich auf eine Liste eintragen. „Die Wartezeit liegt bei ein bis zwei Jahren“, berichtet Maader. Täglich gebe es zehn bis 15 Anfragen von Menschen, die Wohnungen benötigen.

Druck aus Hamburg

Lorenz ist sich sicher: „Die Nachfrage wird weiter steigen.“ Als Beispiel nannte er auch ältere Menschen, die ihre Reihenhäuser verkaufen, um in Wohnungen zu ziehen, die zentral in Pinneberg liegen. Und immer mehr Menschen aus Hamburg ziehen ins Umland, weil sie die teuren Mieten dort nicht mehr bezahlen können. „Wir werden weiteren Druck aus Hamburg erfahren.“

„Wir könnten noch mehr an den Mann bringen, haben aber in Pinneberg große Probleme. Wenn die Bauflächen zu teuer sind, können wir nichts machen“, sagt Lorenz. Soll heißen: Beim Verkauf an Investoren, die frei finanzierte Wohnungen hochziehen, sind höhere Grundstückspreise zu erzielen, so dass diese den Vorzug kriegen. Lorenz und Maader appellieren deswegen an die Politik, eine Offensive für bezahlbaren Wohnraum zu starten. „Die Politik soll die Rahmenbedingungen schaffen, dass Menschen, die Wohnraum benötigen, diesen auch zu bezahlbaren Konditionen finden“, so Lorenz. Er schlägt vor, die Bebauungspläne im Hinblick auf die Erhöhung der Geschosse zu bearbeiten.

Ausreichend Flächen in Thesodorf und Waldenau

Auch eine Überarbeitung der Flächennutzungspläne schlägt Lorenz vor. Ausreichend freie Flächen für Wohnbau gebe es nur noch in Thesdorf und Waldenau. Der Neue-GeWoGe-Vorstand plädiert für Wohnquartiere mit Geschosswohnbau. In der Verfassung gebe es zwar kein Grundrecht auf Wohnraum, doch es gehöre zu den Grundbedürfnissen des Menschen, gibt Lorenz zu bedenken.

Doch die Neue GeWoGe ist in Pinneberg nicht untätig. Das Konzept für das Projekt an der Lindenstraße gleich neben der Paasch-Halle geht in diesem Jahr in die intensive Planungsphase. Dort wird die Genossenschaft 40 Wohnungen errichten. Der Bau, mit dem 2019 begonnen wird und der 2020 fertig sein soll, wird viergeschossig, so Lorenz. Investitionssumme: 7,5  Millionen Euro.

Sozialwohnungen auf dem Ilo-Gelände

Auch auf dem ehemaligen Ilo-Gelände würde Lorenz gern den von der Politik beschlossenen Anteil von 20  Prozent Sozialwohnungen bauen -– insgesamt sind dort 360 Wohnungen geplant. Vor etwa eineinhalb Jahren habe es Gespräche mit dem Hamburger Investor Matrix, der das ehemalige Ilo-Gelände vermarktet, gegeben. Doch seit etwa 15 Monaten habe er vom Investor nichts mehr gehört. „Wir sind weiter interessiert“, so Lorenz.

Dafür ist die Neue GeWoGe im ganzen Kreis Pinneberg umtriebig. So entstehen beispielsweise an der Meisenstraße in Rellingen 25 Wohnungen, wovon 16 öffentlich gefördert sind. Richtfest war Anfang Dezember.

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