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Bereit fürs Finale : Die Moorreger Jecken blicken auf eine arbeitsreiche Session zurück

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Hochsaison steht den Karnevalisten allerdings noch bevor.

Moorrege | Seit dem 11. November geht es bei den Moorreger Karnevalisten schon hoch her. Nach zirca 20 Veranstaltungen wird es Mitte Februar noch einmal ganz ernst mit dem Spaß machen, denn die drei größten und wichtigsten Veranstaltungen stehen noch aus: Der Kinderkarneval (19. Februar), die Seniorensitzung (20. Februar) und die ganz große Sause bei der „närrischen Februarsitzung“ (18. Februar).

Am 4. und 5. Februar geht es erstmal zu einem Turnier: In Travemünde findet der Sporttanzausscheid für Gardetänzer statt, bei dem man sich für den Bundessausscheid qualifizieren kann. Und sofort nach Aschermittwoch geht es weiter mit der Planung für das kommende Jahr: „Nach dem Karneval ist vor dem Karneval“, sagt Geschäftsführerin Claudia Batschauer (49). Viele unterschätzen bei Weitem, wieviel Mühe und auch schöpferische Kreativität in einer Karnevalssitzung steckt. Da wird fieberhaft geplant und kalkuliert, Ideen werden gesammelt, diskutiert. Steht das Programm erst einmal fest, wird sich der Kopf über die Dekoration und die Kostüme zerbrochen. Mit Ausnahme der einheitlichen Gardeuniformen der Tänzerinnen werden die nämlich von den Karnevalisten in mühevoller Kleinarbeit selbst genäht. Und schließlich muss geprobt werden, damit dann im November auf der Bühne auch alles klappt. Die Tänzerinnen der Garden, die Tanzmariechen, dürfen sich nicht zu lange ausruhen, sie müssen im Training bleiben. „Das ist richtiger, sportlicher Tanz mit Akrobatik. Da muss kontinuierlich trainiert werden“, berichtet Batschauer.

Insbesondere im Norden wird Karneval gemeinhin eher belächelt – verstaubt scheint die uralte Tradition mit beinahe militärisch anmutenden Hierarchien. Trotzdem gibt es in Schleswig-Holstein in etwa 30 Vereine, von denen die meisten jedoch in Küstennähe liegen. Pinneberg hat mit den Moorreger Karnevalisten jedoch das Glück, einen Verein zu besitzen – also ehrenamtlich Engagierte, die ihre Kreativität, Zeit und Mühe investieren, um in ländlichen Regionen, in Seniorenheimen oder bei der närrischen Februarsitzung „Frohsinn und Farbe in die graue Jahreszeit zu bringen“, wie Hermann Wilkens, Pressewart und leidenschaftlicher Karnevalist, erklärt.

Geschäftsführerin Claudia Batschauer und Pressewart Hermann Wilkens mit dem Programm.
Geschäftsführerin Claudia Batschauer und Pressewart Hermann Wilkens mit dem Programm. Foto: Janina Schmidt
 

Der heute 78-Jährige ist seit seinem 42. Lebensjahr bei den Karnevalisten. Damals kam er über seine Tochter dazu. Beinahe sein halbes Leben tanzte er nun in den lustigsten Konstellationen mit, betätigte sich kreativ. „Über die Jahre bildet es auch die Persönlichkeit. Auch im Alltag wird man mutiger, wenn man auf der Bühne aus sich heraus kommt. Und ich freue mich über den Applaus,“ berichtet er. Die Bühne hat Wilkens durch den Karneval so lieb gewonnen, dass er inzwischen sogar aktiv in einer Theatergruppe geworden ist: „Es kitzelt Dinge aus einem heraus, die man früher nicht für möglich gehalten hätte.“ Batschauer ist auch schon fast 28 Jahre dabei und wird es auch weiterhin bleiben: „Der Karnevalsverein ist ein Raum, in dem man sich kreativ ausleben kann“, begründet Batschauer nach einigem Überlegen ihre Begeisterung für die Sache. „Und es ist ein Hobby, bei dem man den Kopf frei bekommt.“

Unter diesem Aspekt sei es schade, dass der Karneval gerade von der Jugend eher stiefmütterlich behandelt wird – würde er doch, so betrachtet, das Leben vieler bereichern, die sich aktiv beteiligen. „Man darf es nicht mit kommerziellem Karneval verwechseln, wo alles durchgetaktet und eingekauft ist. Hier kann sich jeder einbringen“, sagt Batschauer. Die Karnevalisten Moorrege sind übrigens auf der Suche nach Tänzern und Trainerinnen aller Altersgruppen.

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erstellt am 02.Feb.2017 | 14:00 Uhr

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