Fettes Brot im Interview : „Die Magie ist immer noch da“

Fettes Brot starten wieder durch: Björn Warns, Boris Lauterbach und Martin Vandreier.
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Fettes Brot starten wieder durch: Björn Warns, Boris Lauterbach und Martin Vandreier.

Der Pinneberger Björn Warns von Fettes Brot spricht im Interview über das Comeback der „Brote“ und das neue Album

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03. November 2013, 06:00 Uhr

Drei Musiker aus dem Kreis Pinneberg gehören schon seit fast zwei Jahrzehnten zu den bekanntesten deutschen Bands. Björn Wans (Björn Beton), Boris Lauterbach (König Boris) und Martin Vandreier (Dokter Renz) bilden die Gruppe Fettes Brot. Nach fast zwei Jahren Pause haben die „Brote“ vor wenigen Tagen ihr neues Album „3 is ne Party“ veröffentlicht. Im Interview mit unserer Zeitung sprach Björn Warns über die Platte und seine Heimat Pinneberg.

Euer neues Album heißt „3 is ne Party“. Bist Du selbst auch ein Party-Typ?

Ja, wobei man berücksichtigen muss, dass für eine Party nicht viele Menschen erforderlich sind. Geliehen haben wir uns den Titel übrigens von Andy Warhol. Der hat gesagt: „Einer ist Gesellschaft, zwei sind eine Menge und drei sind eine Party.“ Damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Von der Massenveranstaltung bis zum Treffen dreier Freunde kann alles eine Party sein. Und gerade deswegen bin ich auch ein Party-Typ.

Wie würdest Du das neue Album beschreiben?
Ungestüm, ruppig und wild – alle Regler auf elf. Wir haben darauf geachtet, der ersten Eingebung und der spontanen Idee viel Platz einzuräumen. Wir wollten, dass die Magie des ersten Momentes erhalten bleibt. Was einen Song ausmacht, ist eigentlich schon nach kurzer Zeit da. Alles andere ist nur Feinarbeit.

Ihr habt einige Zeit pausiert. Was hat sich dadurch in der Band verändert?
Wir haben uns während der Pause alle weiterhin mit Musik beschäftigt und Sachen ausprobiert, zu denen wir normalerweise nicht gekommen wären. Als wir uns wieder getroffen haben, konnte so jeder viele neue Erfahrungen einbringen. Am Anfang wusste keiner mit Sicherheit, ob wir zusammen noch funktionieren und an einem Strang ziehen. Aber die Magie, die eine Band ausmacht, ist zum Glück immer noch da. Wir haben alle dazu gelernt und vertrauen uns gegenseitig. Das waren optimale Voraussetzungen, um unsere beste Platte überhaupt zu machen.

Hattet ihr während der Bandpause oft Kontakt oder seid ihr euch eher aus dem Weg gegangen?

Wir haben uns natürlich viel weniger gesehen als bei der Produktion oder jetzt bei der Vorstellung der neuen Platte. Ganz aus den Augen verloren haben wir uns aber nicht. So sind wir beispielsweise alle drei bei sämtlichen Heimspielen des FC St. Pauli am Millerntor dabei. Außerdem haben wir einen ähnlichen Freundeskreis und trafen uns deshalb häufig bei Konzerten oder Partys.

Du bist gebürtiger Pinneberger und lebst mit Deiner Frau und den beiden Kindern immer noch in deiner Heimatstadt. Was verbindet dich mit Pinneberg?
Ich würde sagen, dass es eine jahrelang gewachsene Beziehung ist. Ich bin schließlich in Pinneberg aufgewachsen. Immer, wenn sich die Möglichkeit ergeben hat, in die Großstadt zu ziehen, haben wir uns dagegen entschieden. Ich arbeite zwar meistens in Hamburg und kenne vermutlich mehr Hamburger als Pinneberger. Aber ich wohne eben in Pinneberg – und das wirklich gerne.

Ihr seid häufig unterwegs. Ist das als Familienvater nicht manchmal nervig?

Ich bin ja sozusagen Saisonarbeiter und habe das Privileg, auch mal länger zu Hause zu sein. Diese Möglichkeit hat nicht jeder Vater. Natürlich nervt es manchmal, längere Zeit unterwegs zu sein. Aber ich kann mich auf keinen Fall beschweren. Es geht den meisten Vätern so, dass sie ihre Kinder nicht so häufig sehen wie sie es möchten.

Wieso nennst Du Dich eigentlich Björn Beton?
Die Alliteration gefällt mir einfach und passt zu meinem Vornamen. Und Beton hat einfach etwas Hartes und Unumstößliches – es wirkt sozusagen wie in Stein gemeißelt.

Habt ihr Vorbilder aus der Musikszene?
Nicht in dem Sinne, dass wir versuchen, sie nachzumachen. Aber Künstler wie Jay Z oder De La Soul gefallen uns gut und sind sicherlich inspirierend. Das gilt aber nicht nur für Musiker, sondern auch für Filme, Bücher und Maler, in denen wir uns wiederfinden und die uns etwas bedeuten.

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