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Bau-Chaos in Pinneberg : Die Leidtragenden sind die Schüler

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Allianz sieht die Schuld für das Bau-Chaos auf Seiten der Pinneberger Verwaltung.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 09:39 Uhr

Pinneberg | Schulbau-Chaos in Pinneberg – und kein Ende. Auch in den vergangenen Tagen gab es keine Fortschritte bei  der Fassadensanierung im Innenhof der Theodor-Heuss-Schule (THS). Bis auf Kleinstarbeiten tut sich nichts. Der Innenhof ist seit vier Jahren eine Baustelle. Allerdings ist das nur die Spitze des Eisberges. Schon jetzt steht fest, dass das erklärte Ziel, die Schulbausanierung 2018 abzuschließen, nicht erreicht wird.

Nun äußert sich die Schul--Allianz in einem Brief zu den Missständen – und nennt Ross und Reiter. Für sie liegt die Schuld bei der Pinneberger Verwaltung. „In den Ratsversammlungen in Pinneberg werden auf demokratischem Wege Entscheidungen getroffen, mit denen die Verwaltung beauftragt wird – auch die Schulen betreffend. Deren Umsetzung jedoch gelingt nur defizitär und dafür gibt es immer neue, aber auch scheinbar immer gültige Gründe“, schreiben Frauke Runden und Ulrike Graefen von der Schul-Allianz. Dazu gehörten Versäumnisse, Unkenntnis, krankheitsbedingte Ausfälle, Personalmangel, Kündigungen, Raumnot und auch die finanziell desaströse Situation. Aktuell spiegele sich die Art zu arbeiten in der überfälligen Vorbereitung für die Haushaltsplanung wider: Die Stadt steht unter dem Rettungsschirm und die erforderlichen sowie geforderten Jahresabschlüsse für 2009 und 2010 seien noch immer nicht fertig. Die erforderlichen Zahlen aus einzelnen Fachbereichen würden nicht geliefert. „In der freien Wirtschaft wäre ein Angestellter mit derart schlampiger Arbeitsweise nicht überlebensfähig“, schreiben Runden und Graefen.

In den Bericht der Verwaltung gehöre in einem transparenten Konstrukt selbstverständlich auch hinein, was nicht erreicht wurde – davon sei in Pinneberg keine Rede. Die Schul-Allianz begrüßt indes die Ankündigung von Bürgermeisterin Urte Steinberg einer Umstrukturierung der Fachverwaltung. Vom großen Wurf sei sie allerdings weit entfernt, denn „in der Stadtverwaltung agieren nach wie vor Personen, die sich offensichtlich von niemandem etwas sagen lassen, denen es tatsächlich vollkommen egal zu sein scheint, wer unter ihnen Bürgermeister ist, die Abläufe blockieren und die Schulsanierung immer weiter verzögern“, führen die beiden aus. 

„Solange diese in ihrem Treiben nicht gestoppt werden, wird sich nichts ändern“, so Runden und Graefen. Wenn beispielsweise der Bauamtsleiter Stieghorst – zumindest dränge sich der Schul-Allianz der Verdacht ganz erheblich auf – in dieser Stadt demokratisch beschlossene Entscheidungen auf seine Art unterlaufe, werde es Zeit, dass Seilschaften keine Rolle mehr spielen, endlich ein echter Aufschrei durch die Stadt gehe und ein unmissverständliches Zeichen gesetzt werde – auch von der Politik.

Runden und Graefen: „Es geht hier ganz offensichtlich ausschließlich um Macht im Rathaus Pinneberg. Geholfen ist damit niemandem“, schreiben sie. Wünschenswert wäre es, so die beiden Frauen, wenn es der Chefin nun gelingen würde, umfassend aufzuräumen, damit Pinneberg endlich gesunden kann, ein Ende des Schulsanierungsdesasters in Sicht sei und die Schüler sowie Lehrerschaften nicht mehr die Leidtragenden seien.

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