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Pinneberg : Die Kröten-Population ist so gefährdet wie nie

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eggerstedt-Bebauung: Der Umwelthaus fordert eine Untertunnelung am Hogenkamp.

von
erstellt am 23.Feb.2016 | 12:15 Uhr

Pinneberg | Wenn die Temperaturen im Frühling konstant steigen, kommen die Kröten aus ihren Winterverstecken. Regnet es dann noch, machen sich die Tiere gleich in Massen auf einen gefährlichen Weg. Denn der Instinkt führt sie an die immer gleichen Laichgewässer. Für viele Kröten endet das tödlich, weil sie auf der Straße überfahren werden.

So auch in Pinneberg: „Auch in diesem Frühjahr werden wieder Hunderte von Erdkröten und anderen Amphibienarten den Hogenkamp auf dem Weg zu den Laichgewässern queren. Sie sind dabei gefährdet wie selten zuvor“, sagt Rainer Reischuck vom Umwelthaus. 2015 habe die Zahl der Wanderkröten etwa 2000 betragen. Reischuck lädt deshalb zu einem Treffen für den Aufbau eines Krötenzauns ein, das am Sonnabend, 27. Februar, stattfinden soll. Treffen ist um 10 Uhr am Stadtfriedhof.

Doch mit dem Aufstellen eines Zauns ist es wohl nicht mehr allein getan. Das Umwelthaus fordert eine Untertunnelung des Hogenkamps, „damit Amphibien, Insekten und Kleinsäuger die immer stärker befahrene Straße wohlbehalten queren können“, sagt er. Die neuen Wohnprojekte der Stadt Pinneberg entlang des Hogenkamps, in der Nähe des Stadtfriedhofs und die beginnende Bebauung des ehemaligen Kasernengeländes Eggerstedt seien der Grund für den drohenden vermehrten Verkehr. Aber auch die Überplanung der gegenüberliegenden Grünflächen bedrohe die Population der Kröten.

Damit spielt er auf die Suche des VfLs nach einer Fläche für den Bau eines Hockeyplatzes an. Gegen die derzeit favorisierte Variante, die in der Nähe eines Biotops liegt, spricht sich der Umweltschützer vehement aus. Er schlägt die Nutzung eines Grandplatzes in diesem Gebiet vor, denn dessen Fläche sei bereits versiegelt. Reischuck hat festgestellt, dass dort die Population der Teichmolche und der Grasfrösche enorm zugenommen habe. Die Aktiven des Umwelthauses werden deshalb auf den Grünflächen Infotafeln aufstellen, um auf den möglichen Verlust dieser Grünfläche aufmerksam zu machen.

Angesichts von jährlich mindestens 100 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die für den Aufbau und die Betreuung des Zauns investiert werden müssen, sieht Reischuck auch die Stadt in der Pflicht. „Natur- und Umweltschutz sind kommunale Aufgaben“, sagt er. 20.000 bis 40.000 Euro würde eine Untertunnelung kosten. „Die Stadt kann sich nicht vor der Verantwortung drücken“, sagt er. Bis es aber soweit sei, liege der Schutz der Kröten weiterhin in den Händen von Schülern und Anwohnern.

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