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Kreis Pinneberg : Die Kreisjägerschaft kämpft gegen ihr Imageproblem

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Mitglieder stimmen einem Sonderbeitrag für die Öffentlichkeitsarbeit zu. Der Schießstand in Heede soll weiter modernisiert werden.

Kreis Pinneberg | Etwa 200.000 Euro – davon ein Viertel Eigenleistungen – hat die Kreisjägerschaft seit 2013 in die Modernisierung und Renovierung des Schießstands in Heede investiert. Etwa 40.000 Euro kostete der Betrieb im vergangenen Jahr. „Das war gut angelegt“, stellte der Vorsitzende Hans Wörmcke auf der Jahreshauptversammlung im Gartenbauzentrum Schleswig-Holstein in Ellerhoop fest. Den Ausgaben standen Einnahmen in Höhe von 70.000 Euro gegenüber. „Wir werden auch in diesem Jahr investieren“, sagte Wörmcke. 60.000 Euro sollen aus der Landesjagdabgabe in eine neue Heizung und den Austausch der alten Nachtspeicher, neue Kugelfänge für Kurzwaffen und den laufenden Keiler sowie die Erneuerung und Ergänzung der Tontaubenstände fließen. 30 Prozent muss die Kreisjägerschaft selbst zahlen. Unter anderem sollen durch die Investitionen die Energiekosten von etwa 4000 Euro pro Jahr reduziert werden. „Wir gehen davon aus, dass wir 95 Prozent umsetzen können. Vielleicht bleibt noch etwas für das kommende Jahr über, aber dann sind wir für Jahre auf einem guten Stand“, bilanzierte Wörmcke.

Ebenso wie Wörmcke warb Kreisjägermeister Wolfgang Heins, der seit Jahresbeginn auch Präsident des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein ist, für mehr Transparenz und Offenheit in der Jägerschaft. „Wir machen so viel und schaffen es nicht, das zu vermitteln“, sagte Heins. „Das geht ohne finanzielle Beiträge nicht. Wir müssen bereit sein, diese zu leisten.“ Die Jägerschaft habe die Aufgabe der Hege und Pflege. Allerdings werde dies in der Öffentlichkeit selten positiv wahrgenommen. „Der Naturschutzbund oder andere Umweltschutzorganisationen haben ein Vielfaches unseres Marketingbudgets und können sich ganz anders darstellen“, warb Heins für die geplante Beitragserhöhung. Flapsig sagte er: „Gehen Sie mal in ein Fitnessstudio und schauen Sie, was Sie da zahlen.“ In den vergangenen drei Jahren hatten die Jäger einen erhöhten Jahresbetrag zur Finanzierung der Sanierung des Schießstandes gezahlt. Diese Erhöhung wurde zurückgenommen. Einstimmig stimmten die Jäger dafür 20 Euro zusätzlich für die Öffentlichkeitsarbeit zu zahlen.

„Wünschenswert wäre, wenn Wandertage an Schulen wieder Wandertage in die Natur wären“, sagte Heins. Zudem könne er sich eine Umweltbildungseinrichtung vorstellen – gemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden. „Wir gehen gern auf den Nabu und andere Organisationen zu. Warum sollte das nicht gemeinsam umsetzbar sein?“, fragte Heins. Hans-Albrecht Hewicker, zuständig für die Wildtiererfassung, die seit 1979 im Kreis Pinneberg gemacht wird, befürwortete die Idee, sah aber Probleme: „Wir sind mit den örtlichen Nabu-Leuten auf einer Linie, aber auf höheren Ebenen stehen ideologische und politische Gründe teilweise vor sachlichen.“

„Raubwild ist ein wachsendes Problem“, stellte Heins in seinem Jagdstreckenbericht fest. So sei die Anzahl der erlegten Raubtiere im vergangenen Jahr massiv angestiegen. 587 Füchse, 110 Steinmader, 89 Iltisse, 113 Dachse und 135 wildernde Katzen wurden in der Statistik für das Jahr 2015 erfasst. Nach zwei Waschbären im Jahr 2014 wurden im vergangenen Jahr 84 Waschbären geschossen. „Raubtiere passen sich schnell an, aber für Bodenbrüter werden die Lebensumstände immer schwieriger“, sagte Heins. Zum Dauerthema Wolf gab Hewicker Entwarnung: „Es gibt keine Nachweise für Wölfe im Kreis Pinneberg.“ Allerdings sei deren Anwesenheit nicht auszuschließen. „Wir müssen immer mit Wölfen rechnen. Sie leben nicht nur in dunklen Wäldern. Schon in alten Schriften tauchten sie immer wieder in der Nähe von Menschen auf.“

Simone Freyermuth wurde auf der Jahreshauptversammlung offiziell als Schriftführerin bestätigt. Gorm Jordan, der erst im vergangenen Jahr gewählt worden war, hatte sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt. Schatzmeister Sascha Otto kündigte an, sein Amt im kommenden Jahr niederzulegen. „Es wäre schön, wenn sich jemand finden würde, der diese wichtige Aufgabe übernimmt“, sagte Wörmcke. Nach der Hauptversammlung referiere Carl Gremse, Fachbereich Wald und Umwelt der Fachhochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, zum Thema „Wirksamkeit bleifreier Büchsenmunition“.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 10:00 Uhr

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