Die Klos stinken zum Himmel

Die Grund- und Gemeinschaftsschule ist wie ein Campus angelegt. Der Schulelternbeirat befürchtet, dass alle Häuser abgerissen werden, weil sich eine Sanierung der Gebäude nicht mehr lohnt.
1 von 4
Die Grund- und Gemeinschaftsschule ist wie ein Campus angelegt. Der Schulelternbeirat befürchtet, dass alle Häuser abgerissen werden, weil sich eine Sanierung der Gebäude nicht mehr lohnt.

Schulelternbeirat der GuGs schlägt Alarm / Verwaltung: Sanierung voraussichtlich im Herbst

von
21. Juli 2018, 16:22 Uhr

Es riecht streng nach Urin, nach Ammoniak. Nein, eigentlich stinkt es zum Himmel. Ein ätzender Gestank, der meine Schleimhäute angreift. Nicht mal zehn Sekunden halte ich es hier aus. Schnell nach draußen. Sich einmal schütteln und tief Luftholen. Den Würgereiz unterdrücken.

Ort des Grauens sind die Klos an der Grund- und Gemeinschaftsschule im Pinneberger Stadtteil Quellental. Ja, die Klos. Als Toiletten lassen sich die Anlagen nun wirklich nicht bezeichnen. Nicole Baer, Vorsitzende des Schulelternbeirats der GuGs, und ihr Vize Uwe Sehrndt haben mich eingeladen zu einer Begehung olfaktorischer Natur.

„Rein optisch sehen die Toiletten so schlecht nicht aus, aber der Gestank kommt über die Verrohrung“, sagt Sehrndt. Es ist kaum zu glauben: „Viele Kinder und Jugendliche gehen gar nicht mehr auf die Toiletten. Sie halten auf. Das ist aber schädlich. Nicht nur körperlich, sondern es können sich daraus auch psychische Probleme ergeben“, sagt Sehrnd. Er habe mit einem Arzt darüber gesprochen.

Sehrndt und Baer bedauern, dass die Toiletten bis heute nicht saniert worden sind. „Für das erste Quartal wurde es uns wieder zugesagt“, so Baer. Auch sei nicht klar, ob denn nun auch die Toiletten ausgetauscht werden oder nur die Fliesen, wie es laut Aussagen von Baer und Sehrndt aus den Reihen des Kommunalen Servicebetriebs Pinneberg (KSP) geheißen habe. Denn die Fliesen sollen für den Gestank verantwortlich sein. Sehrndt kann darüber nur den Kopf schütteln.

Unsere Zeitung hat bei der Verwaltung nachgefragt: „Die Toiletten werden komplett saniert: inklusive Fliesen, Sanitärleitungen, Sanitärobjekte, WC-Trennwände et cetera“, sagt Stadtsprecherin Maren Uschkurat. Sowohl die Jungen- als auch die Mädchen-Toiletten. Die Sanierung soll im Herbst erfolgen, voraussichtlich im September/Oktober, berichtet sie. Für die Sanierung stehen etwa 100 000 Euro im Haushalt zur Verfügung.

Doch auch an anderen Stellen an der GuGs gibt es Mängel: Zwar ist das ehemalige Gebäude des Lehrschwimmbeckens bereits saniert. In das Gebäude dringt jedoch weiterhin Wasser von außen ein. Nun soll eine Plastikschicht eingezogen werden. „Wir sind nicht sicher, ob dieses Gebäude stehen bleibt“, sagt Baer.

Beim Haus 3 ist eine Durchfeuchtung ebenfalls nicht in den Griff zu kriegen. „Die Schüler haben seit sechs Jahren keinen Technikunterricht mehr bekommen“, sagt Baer. Eigentlich nicht zu begreifen: Im oberen Stockwerk ist eine komplette Sanierung der naturwissenschaftlichen Räume vorgenommen worden. „Wir befürchten, dass auch dieses Haus abgerissen wird“, sagt Baer. Ihr Vorschlag: „In Haus  7 gibt es einen kleinen Werkraum. Mit wenigen Mitteln könnte man ihn wieder herrichten“, erläutert Baer. Dass die einzelnen Häuser demnächst saniert werden, ist zu bezweifeln. Nun soll ein Generalplaner prüfen, welche Gebäude überhaupt noch saniert werden können oder ob sich nur noch ein Abriss lohnt. „Der Generalplaner wird die Situation an der GuGs grundlegend überprüfen und dann eine Gesamtplanung für das weitere Vorgehen erstellen“, sagt Uschkurat. Wann wird er eingesetzt? „Es sind jetzt vor endgültiger Beauftragung noch vergaberechtlich vorgeschriebene Wartefristen einzuhalten“, so die Verwaltung.
Die Sache mit dem Generalplaner ruft GuGs-Leiter Thomas Gerdes (kleines Foto) auf den Plan. Da sei er gar nicht mit einbezogen worden. „Das habe ich schon als ziemlichen Affront empfunden“, sagt er.

„Die Auswahl eines Generalplaners ist eine rein verwaltungstechnische Vergabeangelegenheit, von der ein Schulleiter erst einmal nicht betroffen ist“, erwidert Uschkurat. Gerdes werde aber selbstverständlich in alle Planungen, die in Kürze beginnen, einbezogen.

Zwar betont Gerdes, dass er mit der Stadt und dem KSP gut zusammengearbeitet habe, aber vieles käme nicht an. Das sehen übrigens auch Baer und Sehrndt so. Gerdes möchte mehr Informationen, klare Zuständigkeiten und eine klare Zeitschiene. Doch einen kleinen Lichtblick gibt es auch: Die Lehrer sind noch vor den Ferien in den sanierten Verwaltungstrakt eingezogen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen