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Ellerau : Die Kita-Erweiterung wird zum Groschengrab

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Baumassnahme: Ellerau sitzt auf den Kosten, die 80 Prozent über Schätzung liegen.

Ellerau | Nach einer Kostenexplosion bei der Erweiterung von zwei Kindertagesstätten in Ellerau haben Vertreter aller Ratsfraktionen eine Kontrolle von zukünftigen Bauverfahren gefordert. Gleichzeitig erhoben sie schwere Vorwürfen gegen den Architekten. Er habe notwendige Mehraufwendungen nicht vorhergesehen und dementsprechend auch nicht einkalkuliert.

Es geht um zusätzliche Krippenplätze in den Kindertagesstätten Lilliput und Uns Lütten. 2015 beschlossen die Ratsmitglieder, den gestiegenen Bedarf aus Kostengründen und Zeitnot mit Hilfe von Containern zu decken. Erste Schätzungen gingen damals von einem Investitionsvolumen in Höhe von 350.000 Euro aus. Weil die Ratsmitglieder später doch einen festen Anbau favorisierten, ging der Architekt in der nächsten Kostenschätzung schon von einem Investitionsvolumen in Höhe von 520.000 Euro aus.

Als die Aufträge schließlich erteilt wurden, kamen laut Bürgermeister Eckart Urban (SPD) Kostensteigerungen in nahezu allen Gewerken hinzu. Inzwischen steht fest: Die neuen Krippenplätze kosten die Gemeinde mindestens 634.000 Euro. „Das entspricht einer Kostensteigerung von über 80 Prozent während des Planungs- und Bauprozesses“, sagte Joachim Wehner (BVE). Er forderte öffentlich eine Aufarbeitung der „wenig transparent erscheinenden Vorgänge“.

Unterstützung bekommt er von Peter Groth (BF), Chef des gemeindlichen Rechnungsprüfungsausschusses. Er sprach von einem nicht funktionierenden Controlling. „Wir müssen hier zu einer ganz anderen Kultur kommen, denn das darf nie wieder passieren“, sagte er. Hermann Fohrmann (SPD) sieht eine Lösung in einem externen Fachmann, der zukünftig die Kostenschätzungen prüfen und die Gemeinde beraten soll.

Zunächst aber muss die Gemeinde zahlen. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass der ursprüngliche Haushaltsansatz über 350.000 Euro während der Planungen nicht angepasst wurde. Der laufende Haushalt gibt die Mehrkosten also nicht her, das Geld muss an anderer Stelle eingespart werden. Und es könnte passieren, dass das Investitionsvolumen noch einmal steigt. Einer der Erweiterungsbauten ist nämlich noch nicht abgerechnet.

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erstellt am 26.Jul.2017 | 14:00 Uhr

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