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Interaktive Grafik : Die katholische Kirche im Kreis Pinneberg wird zu einer Pfarrei zusammengefasst

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Aus fünf Gemeinden wird bald eine. Es gibt eine gemeinsame Fronleichnamsprozession am Sonntag.

shz.de von
erstellt am 04.Jun.2015 | 12:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Die katholischen Gemeinden im Kreis Pinneberg stehen vor einer großen Aufgabe: Aus bisher fünf Pfarreien soll bis Mitte kommenden Jahres eine werden. Der „Pastorale Raum Südholstein“, so lautet der Arbeitstitel, befindet sich derzeit mitten in seiner Gründung.

Um das Zusammenwachsen der katholischen Gemeinden aus Elmshorn, Halstenbek, Pinneberg, Quickborn und Wedel zu fördern, werden die Gemeindemitglieder an diesem Sonntag ab 10 Uhr in Quickborn gemeinsam Gottesdienst feiern und an der Fronleichnams-Prozession teilnehmen. „Das ist gesellschaftlich ein ganz besonderes Ereignis, weil nach Jahrzehnten der Selbstständigkeit aus den Gemeinden eine Großgemeinde werden soll“, sagte Johannes Schneider, der ehrenamtlich für St. Marien in Quickborn tätig ist.

Den Gottesdienst in Quickborn wird der Elmshorner Pfarrer Stefan Langer halten. Er wurde vom Erzbistum Hamburg, zu dem auch die katholischen Gemeinden in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gehören, zum Leiter bei der Gründung der neuen Pfarrei bestimmt.

Langer weiß, dass noch nicht alle von der Gründung des Pastoralen Raums und der Zusammenlegung der Gemeinden überzeugt sind. „Es gibt natürlich die Ängste, Liebgewonnenes zu verlieren“, sagte er gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Doch seiner Meinung nach stecke in den Pastoralen Räumen auch eine große Chance für die Kirche, sich die Frage zu stellen, wie sie Kirche sein und mit welcher Botschaft sie die Menschen erreichen wolle. Das Hochfest Fronleichnam, welche die fünf Gemeinden in diesem Jahr gemeinsam geplant haben und gemeinsam feiern werden, sei dabei ein wichtiger Moment, damit sich die zukünftigen Mitglieder der Pfarrei vernetzen und Beziehungen zueinander knüpfen können. Denn im kommenden Jahr sei die gemeinsame Pfarrei Realität.

Den Anstoß zur Gründung Pastoraler Räume im Erzbistum Hamburg gab der damalige Erzbischof Werner Thissen bereits 2009. Einer der Gründe dafür, dass die damals 89 Gemeinden sich zusammenlegen und möglichst bis 2020 in 30 Pastoralen Räumen eine neue Struktur finden sollen, sei der seit Jahren bestehende Priestermangel, erläuterte Erzbistumssprecher Manfred Nielen. Die Zahl der Gemeindemitglieder sei in den vergangenen Jahren hingegen gestiegen.

Die dreijährige Prozedur, in der sich die neuen Pfarreien gründen, ist vom Erzbistum vorgegeben. Allerdings lässt dieses den Gemeinden die Möglichkeit, sich selbst zusammenzufinden. Die Menschen im Kreis Pinneberg hätten durch die gemeinsame Zugehörigkeit zu einem Landkreis bereits einen natürlichen gemeinsamen Lebensraum, erläuterte Langer die Enstehung des Pastoralen Raums Südholstein.

Insgesamt sind im Erzbistum 17 Pastorale Räume in der Gründungsphase, zwölf Gemeinden haben den Prozess bereits abgeschlossen und bilden drei neue Pfarreien. Der Pastorale Raum Südholstein hat in den vergangenen Monaten eine Erhebung über die aktuelle Situation in den Gemeinden gemacht, sagte Langer. Vor kurzem hätten sich Arbeitsgemeinschaften zu unterschiedlichen Themen gebildet, an denen Vertreter aller Gemeinden teilnehmen, um ein gemeinsames Konzept für die neue Pfarrei zu erarbeiten. Innerhalb des kommenden halben Jahres solle darin erarbeitet werden, welche Besonderheit diesen Pastoralen Raum ausmacht.

Dabei haben die Gemeinmitdeglieder aus dem Kreis Pinneberg die Möglichkeit, ihre neue Kirche mitzugestalten. Zwar werde das Angebot angenommen, doch Langer hoffe, dass noch mehr Menschen mitmachen: „Es ist ja auch die Zukunft für die Menschen hier vor Ort.“

Dass sie eine große Gemeinde bilden, können die Katholiken aus dem Kreis am Sonntag in Qickborn zeigen. Im vergangenen Jahr beteiligten sich bereits 500 Menschen an der gemeinsamen Fronleichnamsprozession. „Ich hoffe, dass es in diesem Jahr noch mehr werden“, sagte Langer.

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