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Rellingen : Die Jugendfeuerwehr feiert 50. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Noch immer sind vier Gründungsmitglieder aktiv. Pfingstzeltlager ist der Jahreshöhepunkt.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2015 | 17:30 Uhr

Rellingen | Wer sich bei der Feuerwehr engagiert, der tut dies vor allem aus Berufung. Der Wille, in Not geratenen Menschen zu helfen, verbunden mit einer einzigartigen Kameradschaft – das reizt auch viele junge Menschen schon. 22 Kinder und Teenager im Alter von zehn bis 18    Jahren gehören derzeit der Rellinger Jugendfeuerwehr an. Im Frühjahr 1965 gegründet, feiert diese nun ihr 50-jähriges Bestehen.

Rainer Müller ist ein Mann der ersten Stunde. Als eines von nur noch vier aktiven Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Rellingen hat er die Jugendabteilung seinerzeit mit ins Leben gerufen. Er erinnert sich genau. „Wir waren damals 21, also fast ebenso viele wie heute. Nach dem Gründungsbeschluss am 16. März haben wir am 1. April unseren ersten Dienst angetreten und sind dafür entsprechend eingekleidet worden. Mit Overall und Helmen, die statt aus Aluminium oder speziellen Kunststoffen noch aus Stahl waren“, erzählt er. Nach der Initiierung der ersten Jugendwehr im Kreis Pinneberg, 1959 in Moorrege, habe es zu Beginn der 1960er Jahre einen ganzen Schwung an Neugründungen gegeben. Müller: „Das hing damit zusammen, dass die Wehren damals stark mit Überalterung zu tun hatten. Jugendarbeit gab es nicht. Also musste man etwas dagegen tun.“

Wie der 64-Jährige selbst den Weg zu den „Blauröcken“ gefunden hat, weiß er allerdings auch nicht mehr so genau. „So wie andere Jugendliche in einen Sportverein sind, so bin ich eben zur Feuerwehr“, erklärt er lapidar. Dabei habe sich im Laufe der Jahre eine Menge verändert: die Technik, aber auch die Menschen selbst und ihr persönlicher Umgang miteinander. „Es wurde sich selbstverständlich gesiezt, was heute überhaupt nicht mehr der Fall ist“, nennt Müller ein Beispiel.

Die Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr Rellingen. In der Mitte sind die damaligen Ausbilder Karl-Heinz Schmidt (v. l.), Hermann Bornholdt und Herbert Heydorn zu ekennen. (Foto: PT)
Die Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr Rellingen. In der Mitte sind die damaligen Ausbilder Karl-Heinz Schmidt (v. l.), Hermann Bornholdt und Herbert Heydorn zu ekennen. (Foto: PT)
 

Doch allzu autoritär war die Atmosphäre wohl doch nicht, wie der 64-Jährige anhand einer Episode berichtet: So habe er bei einem Wettkampf in Bad Oldesloe mit sieben Kameraden unbedingt in die nahe liegende Disco gehen wollen. „Also sind wir durchs Toilettenfenster aus der Turnhalle, in der wir untergebracht waren, getürmt. Als wir in der Disco endlich ankamen, waren unsere Ausbilder nur leider auch dort. Aber sie haben allesamt weggeschaut. Negative Konsequenzen gab es keine.“

Eine besonderer Höhepunkt im Jahreskalender der Jugendfeuerwehr waren und sind die jährlichen Pfingstzeltlager, in denen sich die Mitglieder aller Jugendwehren aus dem gesamten Kreis treffen. Anlässlich des Jubiläums findet es diesmal in Rellingen statt, konkret auf dem Gelände der Caspar-Voght-Schule im Ortsteil Egenbüttel. Von Freitag bis Montag, 22. bis 25. Mai, reiht sich für die Teilnehmer dabei Höhepunkt an Höhepunkt – vom allseits beliebten Nachtmarsch über sportliche Wettkämpfe bis zur Open-Air-Disco. Erwartet werden zwischen 750 und 1000 Teilnehmer – ein immenser Aufwand für das etwa 30-köpfige Organisationsteam.

Was bei manch altem Hasen jährliche Vorfreude weckt, ist für Lia Dreesen Neuland. Die Zehnjährige ist eines von drei Mädchen bei der Rellinger Jugendwehr, ein Zeltlager hat sie noch nicht mitgemacht. „Ich freue mich sehr darauf“, sagt sie euphorisch. Bei einem Maifeuer im vergangenen Jahr sei sie von Feuerwehrleuten angesprochen worden, doch mal vorbeizuschauen. „Das habe ich getan und es hat mir gefallen, seitdem bin ich bei den Gruppentreffen dabei“, sagt sie. Diese finden jeweils dienstags um 18.30 Uhr statt, im zweiwöchigen Rhythmus.

Wie wichtig die Jugendwehr als Unterbau für die Rellinger Feuerwehr ist, unterstreicht Jugendwart Frank Marktscheffel. „Etwa 95 Prozent unserer erwachsenen Mitglieder entstammen unserer Jugendfeuerwehr“, sagt er. Als Dankeschön und Geburtstagsgeschenk haben die Kameraden deshalb den Gruppenraum der Jugendlichen unter dem Dach der Feuerwache am Ellerbeker Weg 6 komplett renoviert. Und vielleicht wird sich irgendwann ein weiterer Traum erfüllen: „Unsere Jugendlichen“, so Marktscheffel, „wünschen sich einen eigenen Hochseilgarten.“

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