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Es fehlen noch fast 15.000 Euro : Die jüdische Gemeinde in Pinneberg sucht nach einer neuen Tora

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Verschlissen: Der Vorsitzende Wolfgang Seibert sucht eine neue Rolle für den Gottesdienst. Die Kosten belaufen sich auf 15.000 Euro. Jetzt wird ein Spender wird gesucht.

Pinneberg | Wolfgang Seibert, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Pinneberg, hat die 200 Jahre alte und etwa 15 Kilogramm schwere Tora-Rolle aus dem Holzschrank geholt. Sie ist auf zwei Stäbe gewickelt, die den Baum des Lebens bilden. Die Mappa – ein einfaches Tuch – umhüllt die Rolle. Darüber ist ein bestickter, blauer Samtmantel eingehüllt.

Was auf den ersten Blick nicht zu sehen ist: „Manche Buchstaben der Tora sind nicht mehr lesbar und an manchen Stellen ist die Rolle leicht eingerissen“, sagt Seibert. Dabei muss man wissen, dass im Althebräischen ein fehlendes Zeichen die Bedeutung von Worten verändert. Nun sammelt die jüdische Gemeinde für eine neue Tora-Rolle und bittet um Spenden. „Und seien sie noch so klein“, sagt Seibert. Auf Wunsch würden Spender auf einer an der Synagogenwand angebrachten Tafel mit ihrem Namen genannt.

Die Tora – sie ist Grundstein des jüdischen Glaubens. Sie ist die Hauptquelle jüdischen Rechts, jüdischer Ethik und Wegweiser für Denken und Lebenswandel sowie für Beziehungen zwischen Menschen und Gott und Mensch und Mensch. Der Vorleser liest die Texte von dieser handgeschriebenen Pergamentschriftrolle, wobei sich beim Herausnehmen und beim Zurücklegen der Tora die Gemeinde erhebt. In ihr findet man 613 Ge- und Verbote.

Die Tora wird auch heute noch von Hand gemacht. Das dauert zwei Jahre. Der Text wird gewöhnlich mit Granatapfel-Tinte geschrieben, da sie leicht glänzt und länger hält als die gewöhnliche. Eine neue Tora würde deswegen 15.000 Euro kosten. 400 Euro hat die 270-köpfige Gemeinde bis jetzt gesammelt. „Unserer Gemeinde gehören viele Menschen an, die nur eine niedrige Rente oder Grundsicherung im Alter erhalten, daher ist unser Beitragsaufkommen sehr niedrig. Wir können gerade die notwendigsten laufenden Ausgaben bestreiten“, sagt Seibert.

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde könnte sich aber auch gut vorstellen, eine gebrauchte Tora zu kaufen und die alte zu behalten sowie zu restaurieren. Denn an manchen Feiertagen werde aus dem letzten und ersten Teil der Tora gelesen. „Es würde zu lange dauern, die Tora aufzurollen“, sagt Seibert.

Das Spendenkonto der jüdischen Gemeinde Pinneberg lautet: Sparkasse Südholstein, IBAN: DE51 2305 1030 0005 5066 39; BIC NOLADE21SHO. Rückfragen beantwortet Wolfgang Seibert unter Telefon 04106-837706. Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Eine Spendenbescheinigung wird auf Wunsch ausgestellt.
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erstellt am 04.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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