Heikler Einsatz in der Baumkrone : Die Höhenretter - Spezialisten aus dem Kreis Pinneberg

Abstieg in die Sicherheit: Börge Lindemann (FF Elmshorn, v. l.) wird von Alexander Vogel (FF Borstel-Hohenraden) gerettet.

Abstieg in die Sicherheit: Börge Lindemann (FF Elmshorn, v. l.) wird von Alexander Vogel (FF Borstel-Hohenraden) gerettet.

Das Team von THW und Feuerwehren rettet aber nicht nur aus luftigen Höhen, sondern auch aus der Tiefe.

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28. Juni 2017, 16:00 Uhr

Heist | Im Hochseilgarten hängt eine bewusstlose Person an der Seilbahn und muss gerettet werden. So lautete der Übungseinsatz der Höhenretter des Kreises Pinneberg im Hochseilgarten-Heist. „Wenn jemand zu lang im Baum hängt, dann kann es zu einem Hängetrauma kommen, da das Blut in den Beinen versackt“, erläutert Tim Oliver Haack von der Feuerwehr Holm.

Das Team der Höhenretter, bestehend aus Technischem Hilfswerk (THW) und Feuerwehr, wurde 2001 vom Ausbildungsleiter Gerd Kaßner (75) in dieser Blau-Rot-Kombination gegründet. Die 20 Retter kommen vom THW Pinneberg und den umliegenden Freiwilligen Feuerwehren (FF) Barmstedt, Bokholt-Hanredder, Borstel-Hohenraden, Elmshorn, Holm, Kummerfeld und Tangstedt. „Wir arbeiten mit der Zweiseiltechnik. Es ist mehr Aufwand für den Rettungsvorgang, aber letztendlich ist es unsere private Lebensversicherung“, sagte Gruppenführer Markus Knobelsdorf (THW), der den Einsatz leitete.

Klettereinsatz mit Karabinerhaken und Sicherungsseilen: Alexander Vogel (FF Borstel-Hohenraden) ist in der 20 Meter hohen Baumkrone angekommen.
Andrea Kuhnke

Klettereinsatz mit Karabinerhaken und Sicherungsseilen: Alexander Vogel (FF Borstel-Hohenraden) ist in der 20 Meter hohen Baumkrone angekommen.

 

Erschwerend kam die Wetterlage am vergangenen Wochenende hinzu. „Durch den Regen war alles glatt und rutschig“, so Börge Lindemann (FF Elmshorn). Die Höhenretter haben zwei bis drei Einsätze pro Jahr. Ihr Einsatzgebiet reicht von Hamburg bis zum Nord-Ostsee-Kanal. Sie retteten einen Monteur aus einer Windkraftanlage in Wilster, befreiten das Dach im Volksparkstadion vom Schnee und halfen der Feuerwehr Pinneberg bei der Rettung eines Vogels, der in einem Antennenkabel festhing. Der bis dato letzte Einsatz war im Juli 2016, als ein Fallschirmspringer abstürzte und aus einer Baumkrone in Hohenlockstedt gerettet wurde.

Bergung der bewusstlosen Person.
Andrea Kuhnke

Bergung der bewusstlosen Person.

Auch die Tiefenrettung wird von den Höhenrettern übernommen. In der Liether Kalkgrube holten sie einen Jugendlichen aus der Tiefe. „Einsätze sind nicht planbar, aber hier im Hochseilgarten konnten die Helfer in Ruhe üben und schauen, wo Probleme auftauchen“, sagte der Sicherheitsbeauftragte Holger Karst (FF Holm) und ergänzte: „Nur regelmäßige Übungen machen es möglich, dass man automatisch die Routine abspulen kann.“

Um Höhenretter zu werden, muss man körperlich top fit sein und eine abgeschlossene Grundausbildung haben. „Ich schnuppere mal in die Ausbildung zum Höhenretter rein“, verriet Niclas Krüger (16), der seit fünf Jahren Mitglied beim THW ist. Ein zweiter Übungsteil bestand darin, sein eigenes Körpergewicht an einem Seil hochzuziehen. „Das ist schon anstrengend und man muss darauf achten, dass die Sicherung immer über dem Körper ist“, erklärte Nicole Bischoff (THW), die zurzeit die einzige Frau in dem Team ist. „Ich habe einen riesengroßen Spielplatz für solche Übungen“, schmunzelte Torsten Hedinger, der seinen Hochseilgarten für diese Übung zur Verfügung stellte. Er erklärte, dass er seit diesem Jahr mit einem neuen Sicherheitssystem im Kletterpark arbeitet: „Dieser neue Karabinerhaken macht es möglich, dass die Kinder niemals ungesichert da oben stehen.“

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