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Hinter den Kulissen : Die helfende Hand vom Ackerfestival

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

20 Sanitäter für 2000 Gäste: Die ehrenamtlichen Helfer des Arbeiter-Samariter-Bunds sind bei dem Kummerfelder Open-Air klar in der Unterzahl. Während des Festivals erleben sie allerhand große und kleine Dramen.

Wenn andere feiern, singen und tanzen, sorgen sie für die Hilfe, die bestenfalls niemand benötigt. Auf dem Kummerfelder Ackerfestival übernimmt der Regionalverband Pinneberg/Steinburg des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) den Sanitätsdienst. Auch am kommenden Wochenende sind etwa 22 ehrenamtliche Helfer von Freitag bis Sonntag wieder bei der Freiluftveranstaltung am Ossenpadd anzutreffen.

Wenn die bis zu 2000 Festivalgäste am Freitagnachmittag anreisen und ihre Lager auf dem Campingplatz aufschlagen, steht der Stützpunkt der Sanitäter schon. Zwei Zelte und ein Hilfskrankentransportwagen bilden die Basis für den Dienst auf dem „Acker“. Ein Zelt ist mit bis zu fünf Feldbetten für erweiterte Erste Hilfe vorgesehen. In dem anderen lagern Materialien , Helfer können sich hier auch mal ausruhen.

Damit sind die Voraussetzungen für das Wochenende geschaffen. Die Einsätze sind vielfältig: „Es gibt nichts, was es nicht gibt“, so Christian Kruse vom ASB. „Wir sind Helfer in jeglicher Lage.“ Der 29-jährige Sanitäter kennt viele Geschichten über das Festivalgeschehen, er ist dieses Jahr zum vierten Mal auf dem Open-air dabei. Die Fälle in denen die Ehrenamtlichen helfen, sind weniger übermäßigem Alkoholkonsum geschuldet als kleineren Verletzungen. „Wenn zwei Tage gefeiert wird, sinkt die Konzentration und die Unachtsamkeit steigt“, erläutert Kruse. Da komme es etwa zu Schnittverletzungen durch Glas, Wunden durch Hinfallen oder das Einklemmen der Finger an der Zeltstange.

Doch nicht immer müssen Pflaster, Verband oder Desinfektionsmittel her. Geschwächte Festivalbesucher ruhen sich unter wärmenden Decken aus, der traurige Musikfan bekommt aufmunternde Worte und die hyperventilierende Frau, die nach einem Streit mit ihrem Freund in Aufruhr ist, wird beruhigt. Aber die „Fälle“ können noch ganz anders liegen: „Ein Besucher kam zu mir und fragte mich nach einem Dosenöffner für seine Ravioli“, berichtet Kruse. Jedoch war von der ursprünglichen Form der Büchse nicht mehr viel zu sehen. Das Öffnen via Wurftechnik war fehlgeschlagen, das Aufdrehen per gewünschtem Vehikel somit unmöglich.

Das sind Vorkommnise, die die sechs bis acht Sanitäter während ihrer Zwölf-Stunden-Schichten erleben. Die Helfer sind Tag und Nacht auf dem Konzertgelände und dem Campingplatz unterwegs. Meist in Zweier-Streifen kümmern sie sich bei Bedarf um die Musikfans. „Tagsüber ist das eher seltener der Fall, in der Nacht sind wir häufiger gefragt“, berichtet Kruse.

Trotz der vielen Stunden vor Ort, freuen sich die Ehrenamtlichen auf ihren Ackerfestival-Einsatz: „Es ist ein Höhepunkt des Jahres“, berichtet Kruse. „Hier können wir im großen Team arbeiten.“ Das fördere den Teamgeist untereinander und sei eine gute Möglichkeit, die Nachwuchs-Helfer an ihre Aufgaben heranzuführen. Und die Stimmung: „Es ist ein sehr friedliches Festival“, so Krause. Zudem laufe die Zusammenarbeit mit dem veranstaltenden Verein reibungslos. Die Organisatoren sorgen auch für Essen und Getränke der Sanis. Der Dienst das ASB ist für die Veranstalter übrigens nicht kostenlos. „Unsere Ehrenamtlichen werden aber nicht bezahlt, jedoch werden unsere Materialkosten ersetzt“, so Kruse. ■ asb-regionalverband.de
 

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erstellt am 15.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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