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In Kummerfeld wird’s grün : Die Grünen wollen eine Ortsgruppe gründen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Konkurrenz für CDU und SPD: Zur nächsten Kommunalwahl soll eine dritte Partei wählbar sein. Entscheidung nach den Ferien.

Kummerfeld | „Warum kann ich in Kummerfeld nicht die Grünen wählen?“ Mit dieser Frage sah sich die Kummerfelderin und Grünen-Kreistagsmitglied Sabine Loof öfters konfrontiert. Und da will sie jetzt Abhilfe schaffen: Eine Ortsgruppe soll entstehen – als Alternative zu den einzigen beiden Parteien im Dorf, CDU und SPD.

Am Montagabend fanden sich zwölf Interessierte zu einem ersten Treffen mit Jens Ewald (Bündnis 90/Die Grünen Kreissprecher, Uetersen), und Ann-Kathrin Tranziska (Grüne Pinneberg) in der Alten Schule zusammen – und machten Nägel mit Köpfen: Das nächste Treffen ist am 11. September um 20 Uhr in der Alten Schule, Bundesstraße 72. Das soll das Datum der Kummerfelder Grünen-Gründung werden. Bis dahin wollen sich die Teilnehmer bereits in die aktuellen politischen Themen einarbeiten.

Auch wenn sich die neuen Grünen dem Ortsverband Pinneberg anschließen, können sie sich in Kummerfeld zur Wahl stellen. Ann-Kathrin Tranziska bestätigt: Sie müssen wählbar und dort gemeldet sein, dann kann der Ortsverein sie für Kummerfeld auf die Liste setzen. Die Gewählten würden dann eine Fraktion bilden.

Kreissprecher Ewald begrüßte die Initiative. „Wir möchten natürlich eine grüne, linke Gruppe in jedem Ort, damit wir unsere Politik auch einbringen können.“ Das Ziel für Loof hingegen ist, die Politiklandschaft in Kummerfeld zu beleben. „Es gibt bei uns einen hohen Anteil an AfD-Wählern, das hat sich bei der Landtagswahl gezeigt“, sagte sie. „Ich glaube, das sind nicht alles Rechte, sondern ganz viele Frustrierte. Wir müssen unbedingt eine Alternative bieten.“

Damit könnte sie Recht haben: Unter den zwölf interessierten Kummerfeldern befanden sich viele, die bereits in einer der anderen Parteien aktiv waren und der Politik den Rücken gekehrt hatten. Schlagworte, die in der Vorstellungsrunde fielen, waren „Fraktionszwang“, „wenig vorausschauende Bauplanung“ und „Gefühl von Geklüngel“. Nach dem Treffen sagte Loof: „Ich war mir nicht bewusst, dass der Frust so groß ist. Das ist schade für die anderen Parteien, denn es ist ja nicht alles schlecht, was sie machen.“ Einigkeit herrschte jedoch darüber, dass eine dritte politische Kraft dringend gebraucht wird.

Erste Themen, die die potenziellen Grünen am Montag beschäftigten, waren Bildung und Schule, der Umgang in der Lokalpolitik, rechte Wähler und natürlich die Umwelt. Vor allem über Krippenplätze, die schulische Nachmittagsbetreuung, die Frage nach Fachpersonal und über Autobahnlärm wurde diskutiert. Und wie die neue Partei aussehen soll. Im Raum standen ein eigener Grünen-Ortsverband, eine freie Wählergemeinschaft und eine Zugehörigkeit zum bereits bestehenden Ortsverband Pinneberg. Loof tendiert zu letzterem. „Die Rückendeckung, die wir damit hätten, wäre für den Anfang gut“, sagte sie. „Wir müssten sonst viel aufwenden und jeder Einzelne müsste viel Verantwortung übernehmen. Diese Energie könnte besser in die politische Arbeit fließen.“ Bis zum 11. September haben die Kandidaten noch Zeit, sich über die technischen Details zu einigen. Die nächste Kommunalwahl folgt neun Monate später, im Mai 2018. „Wir haben Zeit, uns vorzubereiten“, bilanzierte Loof. „Ich hab ein gutes Gefühl.“

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erstellt am 12.Jul.2017 | 15:00 Uhr

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