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Sozialwohnungen in Pinneberg : Die Grüne fordern: Keine Luxusbauten mehr

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Fraktion fordert jährlich 50 neue Sozialwohnungen für Pinneberg. Scharfe Kritik an Politik von CDU und SPD.

Pinneberg | Sozialwohnungsbau in Pinneberg? Das hat die Stadt laut der Grünen-Fraktion bisher verschlafen. Während die Zahl der Asylsuchenden wöchentlich steigt, werden die Unterbringungsmöglichkeiten immer knapper. „Und es werden sechsstellige Summen für die Unterbringung in Hotels und Pensionen verbraten“, so Ratsherr Manfred Stache. Die Grünen und Unabhängigen kreiden CDU und SPD jetzt grobe Fehler in Sachen Wohnungsbau an. Die beiden Parteien sollten deswegen „abgewählt werden, freiwillig treten sie ja nicht zurück“, heißt es in einem öffentlichen Schreiben von Stache in dem zur Diskussion am Montagabend eingeladen wurde – unter dem Titel „Strategische Überlegungen zum Wohnungsbau angesichts der in Pinneberg ankommenden Flüchtlinge“.

Während der Diskussion rechnete die Partei knallhart mit der Linie von CDU und SPD ab. Die Grünen listeten die neuen Wohngebiete auf. Ihr Ergebnis: Sozialwohnungen sind in Pinneberg Fehlanzeige. Am Neubaugebiet Halstenbeker Straße und auf dem Kasernengelände sei kein öffentlicher und bezahlbarer Wohnraum geplant. Beim Kreishaus-Areal kritisierten die Grünen ebenfalls CDU und SPD. Denn die hätten dort auf eine niedrige Quote an Sozialwohnraum bestanden. Die beiden Parteien begründeten das mit der folgenden Rechnung: Wer sich teureren Wohnraum leisten kann, bringt auch mehr Kaufkraft für die Geschäfte in der Innenstadt mit. Die Grünen rechnen anders: Sie wollen nicht, dass sozialschwächere Menschen dabei hinten runterfallen.

Auf dem Ilo-Gelände sind aktuell 20 Prozent Sozialwohnungen geplant. Doch das reicht den Grünen nicht, sie haben mehr gefordert. „Am besten wäre es, wenn auf dem Ilo-Gelände ein oder zwei Sozialwohnungsbauten untergebracht werden und sonst nur Gewerbe“, sagte Stache.

Die Grünen apellieren für eine neue Linie: „Pinneberg muss den gehobenen Wohnungsbau stoppen, damit sich die Probleme nicht noch vergrößern“, so Fraktionsvorsitzender Joachim Dreher. „Die klassische Methode einen Investoren zu holen, der kommt und entwickelt, die funktioniert nicht. Investoren sind nur an gehobenem Wohnungsbau interessiert, das lohnt sich für sie mehr“, ergänzte er.

„Statt Investoren zu holen, müssen wir jetzt eigene, neue Wege gehen“ , forderte Dreher. „Der Bund stellt gerade zwei Milliarden Euro bereit und fördert Sozialwohnungsbau. Wir müssen diese Chancen nutzen“, sagte der Fraktionsvorsitzende und ergänzte: „Wir brauchen jährlich etwa 50 neue Sozialwohnungen, das würde schon helfen.“

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