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Sepa-Einführung im Kreis Pinneberg : Die große Umstellung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sind Sie fit für Sepa? Nicht nur für Banken ändert sich bald einiges. Unternehmen, Vereine und Organisationen müssen ebenfalls ihren Zahlungsverkehr anpassen. Auch der Kreis verschickt 65.000 Briefe an seine Einwohner.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2013 | 16:19 Uhr

Knapp 65 000 Bewohner des Kreises Pinneberg werden in den kommenden Tagen einen Brief von der Kreisverwaltung erhalten. Denn der Kreis Pinneberg bereitet sich derzeit auf die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf das einheitliche europäische „Single Euro Payment Area“ (Sepa)-Verfahren vor, wie Kreissprecher Marc Trampe gestern mitteilte. Bürger, die dem Kreis eine Einzugsermächtigung – beispielsweise für die Müllabfuhr-Kosten – erteilt haben, werden in diesen Briefen über die Änderung informiert und sollen sie zur Kenntniss nehmen.

Die Kreisverwaltung ist jedoch nicht der einzige Absender, der in den kommenden Wochen per Brief über das Sepa-Verfahren informiert. Denn dieses ist ab dem 1. Februar 2014 für alle Firmen, Vereine und Organisationen verpflichtend. Für Privatleute gibt es eine zweijährige Übergangsregelung, wie Andreas Vogel, Sepa-Beauftragter der VR Bank Pinneberg, dieser Zeitung im Gespräch mitteilte.

Privatleute müssen zunächst nichts ändern

„In den meisten Fällen muss man auf die Briefe, die Firmen in Zusammenhang mit der Sepa-Umstellung verschicken, nicht reagieren“, sagte Vogel. Doch Unternehmen seien verpflichtet, ihre Kunden über die Umstellung zu informieren, ihnen ihre neue Gläubiger-Identifikationsnummer sowie die neue Mandatsreferenznummer mitzuteilen. Aus diesem Grund würden sie die Briefe verschicken.

Lediglich wenn die ursprüngliche Einzugsermächtigung der Firma nicht mehr vorliege, müsste diese ihre Kunden darum bitten, ein Sepa-Lastschriftmandat zu unterschreiben. Das sollte jedoch bei bestehenden Lastschriftverfahren nur sehr selten der Fall sein.

Nach der zweijährigen Übergangsfrist wird sich der Zahlungsverkehr für alle ändern. Die bisher in Deutschland verwendeten Kontonummern und Bankleitzahlen gibt es dann nicht mehr. Sie werden vollständig durch die Internationale Kontonummer (Iban) ersetzt. Bis dahin können Privatleute beide Varianten verwenden.

Bei Daueraufträgen, die man bereits eingerichtet habe, müssten Bankleitzahl und Kontonummer übrigens nicht vom Kontobesitzer in die neue Iban geändert werden. Dieses würden die Banken automatisch für ihre Privatkunden machen, wie Vogel mitteilte.

Auch wenn es zunächst verwirrend erscheine, Kontonummer und Bankleitzahl mit anderen Angaben zu einer 22-stelligen Ziffernfolge zusammenzufassen, habe die Umstellung durchaus Vorteile. „2002 wurde in vielen Staaten der Euro als einheitliches Bargeld eingeführt und hat das Bezahlen im Urlaub erleichtert“, sagte Vogel. Mit der Sepa-Einführung gelte dies jetzt auch fürs bargeldlose Bezahlen. Und damit fielen auch die Gebühren für Auslandsüberweisungen weg. „Überweisungen in Länder mit dem Sepa-Verfahren werden alle einheitlich behandelt“, erläuterte Vogel. Lediglich während der Übergangszeit sei neben der Iban zusätzlich ein international standardisierter Bank-Code, der sogenannte Bic, zu verwenden.

Während Privatleute sich zurücklehnen und mehr oder weniger gespannt auf die Sepa-Einführung warten können, sieht es bei Firmen, Vereinen und Organisationen ganz anders aus. „Alle Banken und Sparkassen sind derzeit hinterher, die Firmenkunden zu kontaktieren“, sagte Imke Gernand, Pressesprecherin der Sparkasse Südholstein.

„Man merkt es bundesweit, dass noch viel zu wenige Firmen „Sepa-fit“ sind. Auch im Kreis Pinneberg unterschätzen gerade die kleinen Firmen mit ein paar Mitarbeitern die Umstellung“, so Gernand weiter. „Wir schauen da sehr kritisch drauf. Da kann es noch große Probleme geben.“

Da es für diese keine Übergangsregelung gebe, könne es passieren, dass „Sepa-unfitte“ Unternehmen ab dem 1. Februar 2014 keine Rechnungen mehr einziehen und keine Gehälter mehr auszahlen können. „Das kann sie richtig in Existenznöte bringen.“ Viele würden die Sepa-Umstellung auf Mitte Januar verschieben wollen. „Dann kommen sie alle in die Banken und Sparkassen und sagen: ‚Oh Gott, was mache ich jetzt?‘“, befürchtet Gernand. Sie rät dazu, sich bereits jetzt damit zu beschäftigen, denn der Einschnitt reiche von der technischen Umstellung bis zur Überarbeitung des Briefpapiers.

Auch Vereine sind von der Umstellung betroffen. Beim Kreissportverband (KSV) Pinneberg heißt es: „Wir sind vorbereitet“, so Mitarbeiterin Sybill Ahrens. Gemeinsam mit dem Landessportverband hatte der KSV erst im Juni zu einer Sepa-Informationsveranstaltung für Vereine nach Halstenbek eingeladen, an der 116 Teilnehmer aus 73 Vereinen teilgenommen haben. Eine weitere Veranstaltung vom Kreissportverband ist für den Herbst angedacht.

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