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170 Jahre A. Beig-Verlag : Die Geschichte des Medienhauses

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Jahr 1844 gründet Andreas Dietrich Erdmann Beig den Verlag. Die erste herausgegebene Zeitung ist das Pinneberger Tageblatt.

Pinneberg | Die erste Ausgabe des Pinneberger Tageblatts entstand im Jahr 1858 unter dem Titel Pinneberger Wochenblatt, herausgegeben von Andreas Dietrich Erdmann Beig in der Bahnhofstraße 25/27 in Pinneberg. Ab 1866 wurde das Pinneberger Wochenblatt zweimal pro Woche publiziert, im selben Jahr zog das Unternehmen in die Moltkestraße 25 in der Kreisstadt. 1879 übernahm Andreas Dietrich Erdmann Beigs einziger Sohn, Carl Andreas Beig, die Geschäfte. 1890 zog das Medienhaus schließlich an den heutigen Standort in die Straße Damm 9–19. 1896 änderte sich der Publikationsrhythmus erneut und das Pinneberger Wochenblatt erschien dreimal pro Woche, seit dem Jahr 1906 in der von den Lesern dieser Zeitung gewohnten Art – von montags bis sonnabends. Deshalb wurde das Pinneberger Wochenblatt 1907 in Pinneberger Tageblatt umbenannt.

1914 kaufte Carl Andreas Beig eine 16-seitige Rotationsdruckmaschine der Firma Albert & Cie, Frankenthal, Baujahr 1906, zum Druck im Berliner Format, in der das Pinneberger Tageblatt sowie seine Schwesterzeitungen Quickborner, Schenefelder und Wedel-Schulauer Tageblatt sowie Barmstedter Zeitung und Elmshorner Nachrichten noch heute erscheinen. Lange blieb die kleine Maschine jedoch nicht im Dienst: Schon 1925 wurde eine neue 32-seitige Rotationsdruckmaschine der Vogtländischen Maschinenfabrik AG angeschafft – 18 Jahre bevor 1943 die kriegswirtschaftlich begründete Zwangszusammenlegung der Zeitungen Pinneberger Tageblatt, Elmshorner Nachrichten und Uetersener Nachrichten zu den Holsteiner Nachrichten erfolgte. Druckstandort blieb Pinneberg. Am 30. April 1945 erschien die letzte Ausgabe der Tageszeitung, deren Publikation erst wieder am 1.   Oktober 1949 aufgenommen wurde.

In der Zwischenzeit druckte das Unternehmen Kinderbücher des Richard-Hermes-Verlags, die Öffentlichen Fernsprechbücher für Pinneberg, Elmshorn, Quickborn und Barmstedt, den ersten Rowohlt-Rotations-Roman (rororo) mit dem Titel „Abrechnung mit Hitler“ von Hjalmar Schacht, Groschenromane des Verlegers Angermann und des Alfons-Semrau-Verlags. Kurze Zeit später erschienen die unter den Holsteiner Nachrichten zusammengefassten Tageszeitungen wieder unter ihren Titeln.

1956 wurde im ehemaligen Flussbett der Pinnau eine Halle errichtet und die Tiefdruckrotation Albertina mit acht Druckwerken von der Firma Herget/Stuttgart übernommen. 1957 gründete Carl Andreas Beigs Sohn, Andreas Beig, das Wedel-Schulauer Tageblatt, 1965 das Quickborner Tageblatt und schließlich 1972 das Schenefelder Tageblatt.

1976 schaffte sich das Medienhaus eine 32-seitige Offsetrotation der Firma Albert, Frankenthal an. So konnten die Elmshorner Nachrichten erneut in Pinneberg gedruckt werden. Zudem gründete das Unternehmen das Anzeigenblatt Tageblatt – tip, das später in tip umbenannt und am 16. September 2012 zur Sonntagszeitung tip – Tageblatt am Sonntag gewandelt wurde.

1981 rüstete der Verlag erneut auf und schaffte die 32-seitige Offsetrotation Uniman der Firma MAN an. 1991 kam eine 48-seitige Offsetrotation Anilox Journal von Albert Frankenthal dazu.

Nachdem Andreas Beig 1980 gestorben war, übernahm dessen Sohn, Dieter Beig, die Geschäftsführung, bis er das Medienhaus 1993 an den sh:z in Flensburg (55 Prozent), die Kieler Nachrichten (24 Prozent) und den Axel Springer Verlag (21 Prozent) verkaufte.

1999 erwarb das Medienhaus eine gebrauchte 48-seitige Offsetrotation OF7 der schweizerischen Firma Wifag. Zwei Jahre später, also 2001, übernahm das Medienhaus die Barmstedter Zeitung sowie das Hamburger Wochenblatt Hallo Elbe, dessen Publikation wenige Jahre später eingestellt wurde.

2004 wurde am Damm 9–19 eine neue, 14 Meter hohe Halle für die MAN Roland Colorman XXL errichtet. Zu dem Zeitpunkt handelte es sich um die erste extrabreite Zeitungsrotation weltweit.

Seit Januar 2008 ist der A. Beig-Verlag, ebenso wie der sh:z, von dem er am 1. Januar 2013 die Elmshorner Nachrichten übernahm, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der medien holding:nord. Zu dieser gehört auch der Zeitungsverlag Schwerin.

Mit einem „Tag der offenen Tür“ feiert der A. Beig-Verlag sein 170-jähriges Bestehen und die Globetrotter Reisebüros ihr erstes Jubiläum. Los geht’s am Sonntag, 7. September, um 10 Uhr auf dem Verlagsareal an der Straße Damm 9-19 in Pinneberg. Auf der Showbühne an der Druckerei wird zunächst das Maskottchen des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, Dino Hermann, auftreten, bevor die Gruppen Speelwark und Castaway spielen. Am Nachmittag kommt der Holmer Tim Linde vorbei, der seinen Chart-Hit „Wasser unterm Kiel“ erstmals einem breiten Publikum präsentiert. Währenddessen haben Groß und Klein die Chance, sich bei Würstchen, Eis, Softdrinks, Kaffee, Weinen und Cocktails zu stärken – für die Kinder gibt’s darüber hinaus gratis Zuckerwatte. Oder aber die Gäste nutzen die Möglichkeit, einmal die Räume der Redaktion im zweiten Obergeschoss zu besichtigen, ebenso wie die Druckerei, um so kennen zu lernen, wie eine Zeitung entsteht. Speziell für die kleinen Gäste bieten Verlag und Globetrotter viel Spiel-Spaß auf dem Gelände an. So gibt’s eine Hüpfburg, Torwandschießen, „Bullenreiten“, die Besichtigung von Feuerwehrautos und einen Luftballon-Weitflug-Wettbewerb. Zudem gibt’s stündlich für alle ein Gewinnspiel, bei dem Preise im Gesamtwert von etwa 10.000 Euro verlost werden. Schluss ist um 16 Uhr.
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erstellt am 01.Sep.2014 | 14:00 Uhr

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