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Hasloh : Die Gemeinde schafft Wohnraum für Asylbewerber

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gemeindevertreter sind mehrheitlich für einen Vertrag mit der Kirche zur Nutzung von Pastorat und Gemeindezentrum für Asylbewerber.

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erstellt am 12.Nov.2015 | 16:30 Uhr

Hasloh | Seit acht Monaten wird darüber gesprochen, jetzt ist der Weg frei, auch in Hasloh Wohnraum für Asylbewerber zu schaffen. Am Dienstagabend stimmten die Gemeindevertreter mehrheitlich dafür, so schnell wie möglich, da mit relativ geringem Aufwand möglich, einen Teilbereich des evangelischen Gemeindezentrums am Mittelweg sowie Räume im „Wiegehaus“ in der Ladestraße als Unterkünfte für Flüchtlinge herzurichten.

„Sachstand heute ist, dass wir noch keinen einzigen Flüchtling hier in Hasloh untergebracht haben“, berichtete Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD). Stattdessen seien die 33 Personen, die Hasloh zugeteilt sind, in pensionsähnlichen Einrichtungen untergebracht – was die Gemeinde pro Person jeden Monat 350 Euro koste. „Unsere Aufrufe, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, stießen auf wenig bis gar keine Resonanz“, bedauerte Brummund.

Eine Erkundung möglicher Orte in der Gemeinde am Wochenende habe jedoch ergeben, dass im Erdgeschoss des „Wiegehauses“ Räume sehr zeitnah hergerichtet werden könnten. „Auch im Obergeschoss ist der Aufwand geringer als gedacht, insgesamt könnten dort acht Personen wohnen“, gab Brummund bekannt.

Zusätzlich zu dem bereits im Frühjahr diskutierten evangelischen Pastorat am Mittelweg, stünden im Gemeindezentrum drei Räume zur Verfügung. „Es muss eine bauliche Abtrennung errichtet sowie Toilette und Küche eingebaut werden“, erläuterte Brummund. Dort könnten weitere fünf bis sechs Personen untergebracht werden. Weiterer Teil des Beschlusses der Gemeindeverteter war es, den Bürgermeister zu ermächtigen, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung die notwendigen Aufträge zu vergeben, um das alte Pastorat zu renovieren.

Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung diskutierte das Gremium die Vereinbarung zur Nutzung des Pastorats, die die evangelische Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh ausgearbeitet hatte. Statt einer bloßen Nutzungsvereinbarung sieht das Papier jetzt vor, die Räume vorzeitig an Hasloh zu übergeben. Ursprünglich sollte dies erst 2017 der Fall sein. „Der Gemeinde ist bekannt, dass das Pastorat derzeit unbewohnbar ist, aufgrund von Feuchtigkeitseinbrüchen Schimmelbefall besteht und verschiedene Gebäudeteile Schadstoffe enthalten“, heißt es in der Vereinbarung, die noch im Finanz- und Bauausschuss öffentlich diskutiert wurde. Im Gegenzug für die kostenlose Nutzung durch die Gemeinde zahlt die Kirchengemeinde eine einmalige Entschädigung in Höhe von 138.000 Euro an Hasloh – diese Summe hatte die Quickborner Verwaltungsgemeinschaft als Abbruchkosten für die Gebäude ermittelt. Stimmt der Kirchengemeinderat dem Vertrag in seiner Sitzung am Donnerstag, 19. November zu, kann Hasloh mit dem Umbau beginnen – und Platz für 14 Personen schaffen.

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