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Friedhof in Rellingen : Die „gelegte Barockkirche“ - Tradition seit 20 Jahren

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Seit kurzem bewundern Besucher wieder die „gelegte Barockkirche“ im Eingangsbereich. Der Abbau folgt dann im März 2016.

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erstellt am 28.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Rellingen | In Zeitlupe bewegt sich der Frontlader gen Himmel. Auf knapp drei Metern Höhe gibt Arne Meyer-Ebeling die knappe Order aus: „Reicht.“ Jetzt heißt es für den Besucher: Einfach nur vertrauen. In die funktionierende Technik. In die Professionalität des Menschen. Das ist in diesem Fall Andrej Kinzerovskij, seit Jahren Friedhofs-Mitarbeiter im Team um Verwalter Meyer-Ebeling. Und an diesem Morgen umsichtiger Baggerführer. Das Foto aus der Vogel-Perspektive der sogenannten gelegten Rellinger Barockkirche aus Naturmaterialien ist im Kasten, sprich auf der digitalen Speicherkarte. Anschließend geht es gemächlich abwärts. In Richtung sicherem Terrain.

Zum 20. Mal verleitet seit wenigen Tagen das Kunstwerk im Eingangsbereich des Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Friedhofs in der Hamburger Straße 24 zum Staunen und Verweilen. 1996 hatte der 2014 aus Altersgründen ausgeschiedene Friedhofschef Manfred Heitmann die zündende Idee. Und die wurde über die Jahre dermaßen beliebt, dass sein Nachfolger Meyer-Ebeling keine Sekunde darüber nachgedacht hat, dieses aufwändige Werk – ein Publikukumsmagnet von Oktober bis März – einzumotten.

Im Gegenteil. „Gemeinsam mit Kinzerovskij und Alexander Tuev war ich zum ersten Mal dabei, die Kirche so originalgetreu wie möglich darzustellen“, sagte Meyer-Ebeling sichtlich stolz auf das Puzzlewerk.

An Fantasie hat es dem Trio nicht gemangelt. Und an Materialien auch nicht. „Wir haben Silberblatt, Heidegewächse, Grandis- und Nordmanntanne, gelbe Zypresse, Islandmoos, Muschelzypresse, Birkenborke und Tannenzapfen genutzt, um die Kirche selbst und sein unmittelbares Umfeld darzustellen“, zählt Meyer-Ebeling die Hilfsmittel ohne Atempause auf.

Für das Kirchendach wurde der leuchtend-grüne, widerstandsfähige Kirschlorbeer benutzt. „Die Blattspitzen haben wir einzeln abgeschnitten, damit die Blätter sich nicht wölben“, beschreibt der Stauden-Gärtnermeister das ausgetüftelte Verfahren. Meyer-Ebeling tat gut daran, die Tradition der gelegten Kirche fortzusetzen. „Während der Arbeit daran hielten Menschen inne und sagten: Wie schön. Und nächstes Jahr wieder, nicht wahr?“. Was soll „M“ann darauf antworten.

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