Kreis Pinneberg : Die geheime Sprache der Diebe

Die geheime Sprache der Diebe Gaunerzinken: Kryptische Symbole tauchten auch schon im Kreis Pinneberg auf.

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04. Dezember 2014, 11:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Diesen Sommer machte ein Pinneberger eine besorgniserregende Entdeckung an seinem Haus: Er fand sogenannte Gaunerzinken und benachrichtigte umgehend die Polizei. Dabei handelt es sich keinesfalls um einen Einzelfall. Laut Polizeisprecherin Silke Westphal tauchten die Geheimzeichen von Einbrechern in der Vergangenheit immer mal wieder im Kreis Pinneberg auf. 

Auch wenn sie derzeit Entwarnung geben kann: „Momentan sind uns keine solcher Fälle bekannt“, sagte Westphal auf Anfrage unserer Zeitung. Dennoch stellen die Gaunerzinken ein ernst zu nehmendes Problem dar – insbesondere, weil sie häufig schwer zu erkennen sind. Schließlich nutzen Einbrecher die Symbole als Geheimsprache und kommunizieren so miteinander. Die Polizei bestätigte das.

Die verschiedenen Zeichen haben unterschiedliche Bedeutungen und geben Hinweise auf ein „lohnendes“ Objekt, die Bewohner, einen besten Zeitpunkt für einen Bruch oder auch Fluchtmöglichkeiten. Dazu wird der mögliche Tatort natürlich vorher „ausbaldowert“.

Oft werden die Gaunerzinken mit Kreide aufgemalt – auf die Hauswand, aber auch auf Briefkästen oder Wege. Sogar ein Holzstock, der an einem Türrahmen lehnt,  kann laut Polizei darauf hinweisen, dass Einbrecher sich über die Verhältnisse vor Ort informieren möchten. Kreuze, Kreise, Striche oder Wellen, die  an Mauern, Gartenzäunen oder auch Bäumen aufgemalt werden, seien Zeichen, deren Bedeutung sich in Diebeskreisen herumgesprochen haben. Laut Westphal weisen „Gauner“ mit ihren Geheimzeichen zudem darauf hin, dass sich ein Hund auf einem Grundstück befindet – eine wichtige Information vor einem geplanten Bruch.

Vermeintliche Handwerker, die nach der Geldübergabe schnell die Flucht ergreifen oder angebliche Verkäufer, die ansonsten teure Produkte zum Mega-Schnäppchen anbieten – Fälle von Trickbetrügern im Kreis gibt es viele. Angaben der Polizei zufolge werden mithilfe der Geheimzeichen nicht nur Möglichkeiten für einen Einbruch, sondern  auch für Trickbetrug ausgelotet. So würde unter anderem auch mitgeteilt, dass Betteln bei den Bewohnern des markierten Hauses zum Erfolg führe, sagte Westphal. Es gebe Gaunerzinken, die immer wieder auftauchten und die universell zu sein scheinen. „Einige haben wir inzwischen entschlüsselt“, so Westphal. Wer Gaunerzinken auf seinem Grundstück findet, sollte umgehend die Polizei benachrichtigen. Wichtig: Die Zeichen sollten erst dann entfernt werden, wenn die Beamten sie dokumentiert und fotografiert haben. So können sie feststellen, ob eine Gegend aktuell im Visier der Täter ist, aber auch Rückschlüsse auf mögliche Zusammenhänge zwischen auftretenden Symbolen und begangenen Straftaten ziehen. Im Kreis Pinneberg und Kreis Segeberg wurden aktuell allerdings keine gefunden, sagte Westphal.

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