Park & Ride in Pinneberg : Die Gebühren vom Tisch

Rolle rückwärts und gute Nachricht für Pendler: Die Stadt begräbt die Pläne, Parkgebühren an den Bahnhöfen zu erheben.

shz.de von
01. November 2013, 16:00 Uhr

Eigentlich sollte der Ausschuss für Stadtentwicklung darüber abstimmen, ob Pinneberg in Zukunft Parkgebühren für die Park & Ride-Parkplätze an den Bahnhöfen der Kreisstadt erheben soll. In der vergangenen Sitzung zog die Verwaltung die Vorlage jedoch plötzlich zurück. Bauamtschef Klaus Stieghorst erklärt im Gespräch mit dieser Zeitung: „Auf Flächen, deren Ausbau vom Land gefördert wird, dürfen wir keine Parkgebühren verlangen.“ Dies wäre bei der Neugestaltung des Bahnhofsumfelds der Fall gewesen. Laut Stieghorst wäre es nicht zu vermitteln gewesen, warum die Stadt in Thesdorf Geld fürs Parken verlangt und am Bahnhof nicht. Damit sei das Thema vorerst vom Tisch.

Die Reaktionen der Parteien auf die Rolle rückwärts sind überwiegend positiv. „Gebühren für Park & Ride hätten unserem Ziel widersprochen, mehr Menschen von der Straße auf die Schienen zu bringen“, kommentiert der neue SPD-Vorsitzende Kai Vogel. Auch Joachim Dreher, Fraktionschef von Grünen & Unabhängigen sagt: „Der ÖPNV wäre durch solche Gebühren geschwächt worden.“ Die Fraktion hätte unter Umständen für die Vorlage gestimmt – aber darauf bestanden, dass die Einnahmen in die Finanzierung des Nahverkehrs fließen. Die Pinneberger FDP hatte sich bereits im Vorfeld mit einer Presseerklärung gegen die Gebühren gestellt. Parteivorsitzender Werner Mende sagte dieser Zeitung: „Das wäre kontraproduktiv gewesen – am Ende lassen die Leute dann die S-Bahn stehen.“ Uwe Lange (Bürgernahe) betont, dass seine Partei gegen den Vorschlag gestimmt hätte: „Die Bürger werden genug belastet.“ Lediglich Ratsherr Torsten Hauwetter (CDU) betont: „Aufgrund der Haushaltslage hätten wir für diese Vorlage gestimmt.“

Die Stadtverwaltung hatte einen Euro am Tag als Gebühr angedacht und sich damit jährliche Einnahmen von 150 000 Euro erhofft. Allerdings wären auch 40 000 Euro für Parkautomaten sowie 20 000 Euro im Jahr für Personal fällig gewesen.

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