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Rellingen : Die Flüchtlingssituation bewegt die Bürger

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Info-Veranstaltung der Gemeinde: Rellinger nutzen die Chance, drängende Fragen zu stellen. Bis Ende des Jahres 200 Asylsuchende.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Rellingen | „Flüchtlinge in Rellingen“: Dieses Thema bewegt die Menschen. Die Sporthalle am Ellerbeker Weg war am Montagabend jedenfalls bis auf den letzten Platz besetzt. Hunderte von Bürgern waren erschienen, um sich aus erster Hand zu informieren. „Ich bin sehr erfreut, dass den Flüchtlingen so geholfen wird“, freute sich eine Bürgerin. Doch müssten bereits Deutsch lernende Menschen wieder gehen“, sagte sie weiter.

Rellingens Bürgermeisterin Anja Radtke und ihr Verwaltungsteam standen der Frau wie auch weiteren Fragenden Rede und Antwort. „Nicht jeder kann bleiben“, betonte die Bürgermeisterin. Eine Abschiebung ergebe sich manchmal später im Zuge des Verfahrens.

Doch die Teilnehmer bewegten auch Fragen nach der Behandlung der ehrenamtlichen Helferinnen, der Pflege der sanitären Einrichtungen sowie „das Dolmetscherproblem“. Ehrenamtler, Verwaltungsmitarbeiter wie die Bürgermeisterin berichteten ihrerseits von vielen positiven Erfahrungen. Radtke betonte, stets zuvorkommend behandelt worden zu sein. Michaela Warnecke vom Ordnungsamt informierte, die Pflege der sanitären Anlagen gebe keinen Anlass zur Besorgnis.

Der Fragerunde ging eine umfassende Info-Veranstaltung voraus. Verwaltung und Bürgermeisterin informierten zu Grundlagen des Asylbewerberleistungsgesetzes, der Statistik und Wohnraumbewirtschaftung, den einzelnen Standorten der Flüchtlinge, den Asyl-Kosten für den Haushalt sowie die Aspekte Integration und Ehrenamt.

Die Bürgermeisterin äußerte sich zur Entwicklung der Flüchtlingszahlen. Mitte des Jahres waren es 83 unterzubringende und zu betreuende Asylbewerber in Rellingen. Aktuell sind es 178 Personen – und bis zum Jahresende rechnet die Gemeinde mit über 200 Männern, Frauen und Kindern. „Es läuft alles ruhig in Rellingen“, lobte Radtke. Das liege am Einsatz der ehrenamtlichen Helfer. Sie erfüllten die Willkommenskultur mit Leben und ermöglichten Integration.

Asylbewerbergesetze

Martin Radau informierte über Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz wie Unterkunftskosten und Gesundheitsfürsorge. Dazu gehören ärztliche Behandlungen akuter Erkrankungen und Schmerzzustände. Warnecke berichtete über Nationalität und Altersstruktur der Flüchtlinge. Ein großer Teil der Menschen kommt demnach aus Syrien sowie dem Irak. Der größte Anteil der Menschen ist zwischen 26 und 30 Jahre alt.

Silke Mannstaedt erläuterte die Vorzüge der Willkommenskultur. Sie betonte gleichzeitig, dass ein starker Bedarf nach weiteren Helfern wie auch Winterkleidung bestehe. Spender können Kleidung in der Bergstraße 3 abgegeben. Weitere Infos gibt es mittwochs in der Zeit zwischen 10 und 12 Uhr unter Telefon 04101-77757505.

Die Bürgermeisterin bilanzierte, die Gemeinde stehe vor einer Generationenaufgabe – organisatorisch, finanziell und sozial. „Viele Bürger, Politiker, aber auch Mitarbeiter, beruflich sowie ehrenamtlich, wachsen über sich hinaus“, sagte Radtke. Die Aufgabe könne nur gemeinsam gelöst werden – und zwar mit Zuversicht und Realismus auf allen Ebenen – international, europäisch, in Deutschland, in Schleswig-Holstein und ganz konkret auch vor Ort.

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