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Rettungswege in Appen : Die Feuerwehr kritisiert zugeparkte Straßen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Viele falsch abgestellte Autos behindern die Einsatzfahrzeuge. Jetzt diskutieren die Fraktionen.

Appen | Man stelle sich vor: Es brennt und die Feuerwehr kommt nicht durch, weil die Straßen zugeparkt sind. Um dieses Szenario zu vermeiden, erwägen die Politiker in Appen, Parkverbote für besonders voll gestellte Bereiche auszusprechen.

Besonders in den Straßen Op de Lohe und in der Gärtnerstraße wird es eng. Kürzlich hat die Feuerwehr mit Politik und Verwaltung eine Testfahrt unternommen und die Misere aufgedeckt. In den erwähnten Straßen „muss die Feuerwehr auf den Gehweg ausweichen“, berichtet die Ausschussvorsitzende Heidrun Osterhoff (FDP). Besonders ärgern sie die Parker im Wendehammer und die Autofahrer, die ihre Fahrzeuge auch auf ihrem Grundstück abstellen könnten. „Dann muss man eben ein Stück von seinem Garten opfern für die Sicherheit“, findet sie. Besonders Kinder auf dem Weg zur Schule seien gefährdet. Und die Feuerwehr kommt eben nur schlecht durch. „Häufig ist es einfach Gedankenlosigkeit“, glaubt die Politikerin. Alle wollten eben am liebsten direkt vor der Türen parken – selbst wenn dort ein Wendehammer ist.

Osterhoff will eine weitere Fahrt mit der Feuerwehr unternehmen – dann am Sonnabendnachmittag oder am Sonntag, wenn die Straßen besonders voll sind. Osterhoff spricht sich für Parkverbote aus, wenn der Appell nicht wirken sollte.

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Lorenzen findet die Situation „erschreckend“. Ein Problem sei, dass die Straßen in Appen angelegt wurden, als es noch nicht so viele Fahrzeuge gab. „Man kann nur an die Vernunft appellieren“ sagt er. An zwei bis drei Stellen hält er Parkverbote für richtig. Die seien aber kein „Allheilmittel“. Ähnlich sieht es der Appener CDU-Chef Hans-Peter Lütje. „Wir können nicht überall Parkverbote aufstellen.“ Die müssten zudem verkehrsrechtlich zulässig sein. „Wir werden die Einzelfälle alle in Ruhe prüfen“, sagt er. Besonders gefährlich findet er das versetzte Parken einiger Anwohner, um eine Verkehrsberuhigung zu erreichen. „Das ist mitunter eine Slalomfahrt für die Feuerwehr.“

Dass an den besonders engen Stellen etwas passieren müsse, stellte auch Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU) klar. Generell könne aber nichts ohne Abstimmung mit dem Kreis entschieden werden.

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„Das ist mitunter eine
Slalomfahrt für die Feuerwehr.“

Hans-Peter Lütje
CDU
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Marco Lienau, Wehrführer in Appen, bezeichnet die engen Straßen zwar als „Luxusproblem“, da die Platzprobleme in großen Städten deutlich gravierender seien. Die Gefahr, dass die Straße so zugeparkt ist, dass die Löschfahrzeuge nicht mehr durchkommen, bestehe aber auch in Appen. Er wünscht sich, dass die Anwohner beim Parken mehr mitdenken würden. Zu spät zum Feuer kamen er oder seine Kollegen aber noch nicht. „Wir wissen, wo es eng wird, und fahren dann immer von zwei Seiten ran.“

Mit Hinweiszetteln, die sie Parksündern an die Windschutzscheibe heften, wollen sie auf das Thema aufmerksam machen. „Ob das was bringt, ist schwer zu sagen“, so Lienau. Nicht dort zu stehen, wo ein Parkverbot herrscht, hält er für „das Mindeste“. Wenn sich das Problem verschlimmern sollte, wäre ein Halteverbot die logische Konsequenz.

Jenny Thomsen vom Amt Moorrege ist zuständig für Verkehrssachbearbeitung, und war auch bei der Fahrt durch den Ort dabei. Ihr seien vor allem die vielen parkenden Autos im Wendehammer aufgefallen. Sie wünscht sich mehr Kontrollen seitens der Polizei. Dies sei aber angesichts der vielen Flüchtlinge, um die sich die Polizei kümmern muss, schwierig. Anfang des Jahres soll das Thema im Ausschuss weiter behandelt werden.

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erstellt am 02.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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