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Bönningstedt : Die Feuerwehr braucht einen neuen Gerätewagen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Analyse des Bedarfsplans der Kameraden liegt jetzt vor.

von
erstellt am 06.Mai.2016 | 15:00 Uhr

Bönningstedt | Den Himmelfahrtstag nutzten zahlreiche Bönningstedter, um der traditionellen Feier rund um die Feuerwache einen Besuch abzustatten. Grill, Getränkestand, Spiele und Fahrten mit den großen roten Einsatzfahrzeugen – alles klappte wie am Schnürchen. Publikumswirksame Veranstaltungen sind im Bedarfsplan der Feuerwehr, der kürzlich den Gemeindevertretern vorgelegt wurde, indes nur ein Randaspekt. In dem Papier geht es vielmehr darum, was die Kameraden benötigen, um optimal ausgestattet zu sein.

Mittelfristig steht in Bönningstedt etwa die Ersatzbeschaffung des 22 Jahre alten Gerätewagens an. „Das bedeutet, dass wir in zirka fünf Jahren ein anderes Fahrzeug kaufen müssen“, erläuterte Wehrführer Stefan Birke im Gespräch mit dieser Zeitung. Damit die Gemeinde dies entsprechend im Haushalt ein planen könne, werde der Bedarf schon frühzeitig bekanntgegeben.

„Vor fünf Jahren haben wir den ersten Feuerwehrbedarfsplan für die Gemeinde Bönningstedt erstellt – da stecken etwa eineinhalb Jahre Arbeit drin“, berichtete Birke. In dem knapp 50 Seiten starken Werk ist detailliert beschrieben, wie die Gemeinde aussieht: Geografische Lage, Bebauung, Verkehrswege, Industriebetriebe, Schulen, Kindergärten, Seniorenheime Kultureinrichtungen und die Löschwasserversorgung werden unter anderem dabei aufgelistet. Und dann hinsichtlich des Gefährdungspotenzials genau unter die Lupe genommen.

„Die Bemessungsgrundlage für die Einsatzfähigkeit ist der sogenannte kritische Wohnungsbrand“, erklärte Birke. Dabei wird von einem Feuer ausgegangen, bei dem Menschenleben in Gefahr sind. Erfahrungsgemäß blieben den Einsatzkräften nur 18 bis 20 Minuten Zeit, Personen aus dem Brandraum zu retten – danach steige das Risiko einer Druchzündung, die mit einem enormen Temperaturanstieg verbunden sei und den Aufenthalt im Brandraum unmöglich mache.

„In Bönningstedt rücken wir etwa vier Minuten nach der Alarmierung mit dem ersten Fahrzeug aus und sind wenige Minuten später am Einsatzort“, berichtete Birke. Auch tagsüber könne dies gewährleistet werden.

Damit das so bleibt, schlägt Birke in dem Papier vor, bei der Besetzung von gemeindeeigenen Stellen – etwa Bauhofmitarbeiter oder den Schulhausmeistern – Feuerwehrleute einzustellen. „Wir haben bereits im Bauhof und der Schule Mitarbeiter, die Kameraden sind“, sagte Birke. Der Vorteil sei, dass diese die örtlichen Gegebenheiten wie beispielsweise die Abwasseranlagen im Falle einer Gefährdung durch auslaufende Chemikalien genau kennen würden.

Wichtigste Neuerung für die Wehr ist die Planung der Erweiterung der Fahrzeughalle, um alle Einsatzfahrzeuge ordnungsgemäß unterbringen zu können. „Die Halle bekommt auf der linken Seite einen Anbau, die Vorplanungen sollen im Mai abgeschlossen sein“, hofft Birke. Mit einem Baubeginn sei noch in diesem Jahr zu rechnen.

Auch die Sicherung des Nachwuchses muss in die Planungen miteinbezogen werden. „Derzeit wird die Einsatzabteilung durch den Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr gestärkt“, erklärte Birke. Der Wegfall der Wehrpflicht – und damit des Ersatzdienstes bei der Feuerwehr – mache sich auch hier bemerkbar. „Aus der Bevölkerung haben wir leider keinen Zulauf“, bedauerte er. Und wünscht sich mehr Interesse an der ehrenamtlichen Arbeit. Nicht nur an Himmelfahrt.

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