Kreis Pinneberg : Die Faszination der Natur auf der Leinwand

Ein Spatz fliegt auf sein Nest in einer Ampel zu. Filmemacher Kurt Mayer begleitet die Vögel auf der ganzen Welt.
Ein Spatz fliegt auf sein Nest in einer Ampel zu. Filmemacher Kurt Mayer begleitet die Vögel auf der ganzen Welt.

Green Screen-Filmtour 2014: Das internationale Naturfilmfestival macht Halt in Pinneberg und Elmshorn. Die Leser des A. Beig-Verlags stimmen über ihren Lieblingsfilm ab.

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31. Juli 2014, 10:00 Uhr

Pinneberg | Atemberaubende Bilder, spannende Geschichten und amüsante Momente für Zuschauer jeden Alters – das alles verspricht das diesjährige Programm der Filmtour, die im Vorfeld des achten internationalen Naturfilmfestivals Green Screen ausgerichtet wird. Drei Filme aus dem Programm können Kreis Pinneberger bereits am Mittwoch, 20. August, in Pinneberg oder am Mittwoch, 27. August, in Elmshorn sehen. Die Zuschauer erhalten die Chance, an den Filmabenden für einen der drei gezeigten Streifen abzustimmen. Der Film mit den meisten Stimmen wird dann mit dem mit 1000 Euro dotierte sh:z-Publikumspreis ausgezeichnet. In insgesamt 15 Städten macht die Filmtour vor der Festival-Premiere am 4. September halt.

Im Programm der Tour wird „Planet der Spatzen“ von Regisseur Kurt Mayer, der gemeinsam mit seinem Team nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt die Lebensräume des kleinen Vogels erkundet hat, gezeigt. Von den Filmemachern Joachim Hinz und Beatrix Stoepel wird „Kleiner Langschläfer hellwach – Die Haselmaus“ zu sehen sein. Das Tier, das so klein ist wie ein Daumen, wird in einem eher untypischen Terrain dargestellt: auf einem Golfplatz. Der dritte Film, der an den Abenden gezeigt wird, ist „Wildes Baltikum – Die Küste“ von Christoph Hauschild. Zu jeder Jahreszeit ist die baltische Küstenregion eines: ein Paradies für seltene Tiere. Von der kurischen Nehrung in Litauen bis zum Norden Estlands zeigt Hausschild Tiere und Natur.

Die kostenlosen Vorführungen beginnt jeweils um 19 Uhr. In Pinneberg sind sie im Rathaus, in Elmshorn in der Erich Kästner-Gemeinschaftsschule zu sehen. Der Eintritt ist frei, jedoch ist eine Voranmeldung nötig.

Die Filme

Flora und Fauna des Baltikums erleben

Die Küsten des Baltikums sind ursprünglich, wild und menschenleer – Naturfilmer Christoph Hauschild hat dort unter verschiedensten Witterungsbedingungen Bilder von Tier und Natur in dieser Abgeschiedenheit aufgenommen. Die Reise begann an der kurischen Nehrung in Litauen, wo sich junge Seeadler einen erbitterten Kampf um Nahrung lieferten. In Lettland traf Hauschild auf die seltene Blauracke, die im Frühjahr aus Ostafrika in ihr nördlichstes Brutgebiet fliegt – nur noch knapp 20 Paare gibt es in dem baltischen Land. Auch andere seltene Arten bekam der Filmer vor seine Linse, beispielsweise den Wendehals und den auffälligen Wiedekopf. Im estnischen Vilsandi-Nationalpark filmte Hauschild im eiskalten Wasser eine Ringelrobbe, die ihr Junges nach einem Fall ins eisige Wasser gerade noch retten konnte. Dabei achtete Hauschild auf Details am Boden und fing ganze Felder mit Orchideen ein.

Die Haselmaus: Fünf hellwache Monate

Sieben Monate eines Jahres ist die Haselmaus nicht außerhalb ihres Nestes zu sehen. Einen Film über sie zu drehen ist also gar nicht einfach. Joachim Hinz und Beatrix Stoepel ist dies in „Kleiner Langschläfer hellwach“ jedoch gelungen.
Für ihren 45 Minuten langen Beitrag begleiteten die Filmemacher das mit dem Siebenschläfer verwandte Tier durch seine fünf aktiven Monate – vom Erwachen und Energietanken über den Nestbau, das Finden eines Partners, die Aufzucht der Jungen bis hin zur erneuten Vorbereitung auf den Winterschlaf – das Ganze auf einem für die Haselmaus eher ungewohnten Terrain: einem Golfplatz.
Im Fokus des Films von Hinz und Stoepel steht zwar die Haselmaus, aber auch ihre Nachbarn, wie das Eichhörnchen oder die gefährlichen Jäger Wiesel, Waldkauz oder Uhu  werden gezeigt. Die Makro-Aufnahmen von Hinz, der hinter der Kamera stand, sind so detailliert, dass zeitweise vergessen wird, wie klein die Haselmaus wirklich ist. Begleitet wird der Film von einigen Geschichten.

Eine Reise rund um die Welt mit Spatzen

Ob Kairo, New York, Peking, Moskau, Wien oder Paris – der Filmemacher Kurt Mayer zeigt in seinem Werk „Planet der Spatzen“ den Zuschauern in Pinneberg und Elmshorn, wie sich der Hausspatz an die städtischen Gegebenheiten angepasst hat. So kann etwa ein Spatzenpaar bei der Brut in einer Ampel auf einer der teuersten Adressen New Yorks – dem Broadway – beobachtet werden. Mayer nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise aus der Spatzenperspektive: Dank kleinen Kameras und Flugdrohnen „fliegt“ das Publikum quasi aus der Vogelperspektive mit.
So besucht er den sogenannten Heiratsmarkt der Spatzen auf dem Kairoer Basar Chan el Chalili und begleitet sie auf ihrer Suche nach dem besten Brutplatz, bis auf die Minaretten der Moscheen der Stadt. Die wohl schwersten Bedingungen für die kleinen Vögel hat Mayer in Moskau dokumentiert: Dort müssen sie im Winter auf die Hilfe der tierlieben Moskauer hoffen.

Am Mittwoch, 20. August, werden die Filme im Pinneberger Ratssaal, Bismarckstraße 8, gezeigt. Anmeldungen werden ab Montag, 4. August, unter 04101- 5356230 zwischen 10 und 17 Uhr entgegengenommen. Für die Elmshorner Vorführung am Mittwoch, 27. August, in der KGSE, Hainholzer Damm 15, werden Anmeldungen unter 04121-2972831 ab Montag, 4. August, von 10 bis 17 Uhr entgegengenommen.
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