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Feuerwehr im Kreis Pinneberg : Die Entwicklung geht gegen den Landestrend

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

In Schleswig-Holstein sinkt die Zahl der Feuerwehr-Mitglieder drastisch – jedoch nicht im Kreis Pinneberg.

shz.de von
erstellt am 02.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Nur noch etwa 48.000 Menschen engagieren sich in Schleswig-Holstein in ihrer Freizeit für die Feuerwehr – 2000 weniger als noch vor zehn Jahren. In einem Bundesland, in dem es gerade einmal vier Berufsfeuerwehren gibt und in dem die Brandbekämpfung deshalb in hohem Maße von freiwilligem Engagement abhängt, ist das eine bedenkliche Entwicklung. „Die Zahl sinkt seit Jahren“, sagt Holger Bauer, Sprecher des Landesfeuerwehrverbands, der nicht nur den demografischen Wandel, sondern auch veränderte Arbeits- und Lebensrhythmen für die Entwicklung verantwortlich macht.

Im Kreis Pinneberg jedoch scheint dieser Negativtrend bislang noch nicht angekommen zu sein. „Wir profitieren hier eindeutig von kürzeren Arbeitswegen der Menschen, bedingt durch die Nähe zu Hamburg“, sagt Alexander Supthut von der Feuerwehr Pinneberg.

In Zahlen drückt sich das so aus: Waren 2011 noch 2630 Menschen aus dem Kreis in einer der 52 freiwilligen Feuerwehren engagiert, so sank deren Zahl im Folgejahr auf 2609, um 2013 wieder auf 2628 anzusteigen. Beim Nachwuchs ist sogar ein eindeutig positiver Trend zu verzeichnen. Die Zahl der engagierten Kinder und Jugendlichen bis 16 Jahren stieg im selben Zeitraum von 702 auf 807 an. Das kommt offenbar nicht von ungefähr. Denn laut Kreisjugendfeuerwehrwart Ernst-Niko Koberg sei der Kreis Pinneberg der einzige in Schleswig-Holstein, in dem jede einzelne Freiwillige Feuerwehr entweder selbst eine Jugendabteilung unterhalte oder zumindest an einer solchen beteiligt sei.

„Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass der landesweite Trend uns nicht auch erreicht“, so Koberg. Denn es gebe durchaus Probleme. „Die Existenz von Ganztagsschulen spielt uns zum Beispiel nicht unbedingt in die Karten. Wenn Kinder so spät nach Hause kommen, haben sie oft keine Lust, sich auch noch außerschulisch zu engagieren“, berichtet Koberg, der beim Nachwuchs zudem allgemeine Fitness-Defizite sowie permanente Gestresstheit diagnostiziert.

Außerdem sei da noch der Übergang von der Jugendfeuerwehr zu den Erwachsenen. „Da verlieren wir regelmäßig etwa ein Drittel unserer Mitglieder. Gefragt seien deshalb alle Jugendwarte im Kreis. „Wir müssen“, so Koberg, „die Jugendlichen an die Hand nehmen und sie vom Nutzen der Feuerwehr für die Gesellschaft, aber auch für die eigene Persönlichkeit überzeugen.“

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